03.01.2018 - 12:02, dpa/dj

Handy-Hersteller schaffen den Kopfhörer-Stecker ab: Was tun?

 

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Das iPhone machte es vor, und verabschiedete sich vom klassischen Klinken-Anschluss zum Musik hören. Viele andere Hersteller machen es Apple gleich und bieten die Buchse auch nicht mehr an. Was bedeutet das für Nutzer?

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Wer früher einen Kopfhörer den MP3-Player etc. kaufte, musste über den Anschluss nicht lang nachdenken. Eigentlich gab es da nur die 3,5-Millimeter-Miniklinke. Heute wird Musik unterwegs meist auf Smartphones gehört. Hier ist die Klinke auf dem Rückzug.

Immer mehr - vor allem hochwertige - Smartphones kommen ohne die runde Buchse aus. Wer an Apples iPhones seit dem iPhone 7 einen Kopfhörer anschliessen will, braucht ein Modell mit Apples eigenem Lightning-Anschluss oder muss einen Adapter nutzen. Auch Googles neue Pixel-2-Smartphones oder Motorolas Z2 Force haben nur noch einen ovalen USB-C-Anschluss.

Adapter reicht meist aus

Steigt man auf solch ein Smartphone um, wirft das einige Fragen auf. Kann ich meinen alten Kopfhörer weiternutzen? Soll ich ein Modell mit digitalem Anschluss kaufen? Oder gleich auf drahtlose Verbindung setzen? Die Auswahl ist riesig, aber muss es denn ein neuer sein?

Die gute Nachricht ist: Einen neuen Kopfhörer muss man sich nicht kaufen. Denn mit einem Adapter kann man den alten weiternutzen. Das sieht vielleicht nicht besonders elegant aus, macht aber zumindest bei der Tonqualität kaum einen Unterschied. Die Unterschiede bei der Dynamik liegen im Bereich weniger dB. Soll heissen: Objektiv ist da nichts festzustellen.

Hersteller wie Apple, Google oder Motorola legen ihren klinkenlosen Smartphones gleich passende Adapter bei. In ihnen steckt, was früher im Telefon steckte: ein kleiner Verstärker, ein Wandler, der die digitalen Signale in elektrische Impulse für den Kopfhörer umwandelt und ein Anschluss für den Klinkenstecker. Qualitätsmässig gibt es auch hier mittlerweile keine Unterschiede mehr.

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Vorsicht beim Kauf digitaler Kopfhörer

Ob nun Lightning-Buchse oder USB-C: Beim Kauf eines Kopfhörers ohne Klinkenstecker schränkt man sich in eine Richtung ein. Denn einen Kopfhörer mit Lightning-Stecker kann man nur mit Apple-Geräten nutzen, und auch USB-C ist ausserhalb von Smartphone und Computer kaum verbreitet.  

Soll es aber doch ein Kopfhörer mit digitalem Stecker sein, sollte man Modelle kaufen, die Apples MFI-Logo (Made for iPhone) tragen. Das ist eine Garantie, dass es auch funktioniert. Bei USB-C-Modellen für Android-Smartphones gibt es solch ein Siegel nicht. Auch diese Modelle haben die bislang im Smartphone steckende Technik eingebaut, was meist auch einen etwas höheren Preis bedeutet.

Drahtlose Kopfhörer nicht ohne Probleme

Warum also dann nicht gleich auf den Stecker verzichten - egal ob analog oder digital? Kabelsalat und Steckerprobleme gehören so der Vergangenheit an. Allerdings ist das aktuell verbreitete drahtlose Übertragungsverfahren nicht sehr effizient, ausserdem muss ein zusätzliches Gerät mit Strom versorgt werden. Und viele Modelle klingen einfach nicht gut.

Wer guten Klang und stabile Übertragung will, zahlt mehr. Die drahtlosen Modelle sind in der Regel deutlich teurer als die Kabelvarianten. Rund die Hälfte des Kaufpreises geht für die kabellose Übertragung drauf.

Ist das alles nur Geldmache?

Aber was haben die Hersteller eigentlich davon, den analogen Kopfhöreranschluss Schritt für Schritt zu verdrängen? Die Hersteller schaffen Platz im Smartphone. Der kann etwa für etwas mehr Akku oder andere Technik genutzt werden. Bei wasserfesten Modellen entfällt die komplizierte Abdichtung der Klinkenbuchse. Doch es gibt noch eine Motivation: Geld. Die Hersteller erschliessen sich so auch ein neues Lizenz- und Einnahmeprogramm. Apple etwa verdient an jedem mit dem MFI-Siegel versehenen Gerät mit, kann so aber auch die Qualität sicherstellen.

Die digitalen Schnittstellen haben aber auch Vorteile. Künftig könnte etwa das Telefon den Kopfhörer erkennen und den Ton daran anpassen. Lightning- und USB-Buchsen können zudem Strom durchleiten. Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung können so ohne Zusatzakku betrieben werden.  

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