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Am Flughafen Moskau geht derzeit fast nichts mehr.
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Ein mutmasslicher Hackerangriff hat den Betrieb bei Russlands grösster Fluggesellschaft Aeroflot empfindlich gestört. Dutzende Flüge wurden gestrichen, Tausende Passagiere sitzen fest.
Bei Russlands nationaler Fluggesellschaft Aeroflot ist es am Montag zu erheblichen Störungen gekommen. Die Airline teilte mit, ihre elektronischen Systeme seien von einem technischen Defekt betroffen, was zu zahlreichen Flugausfällen und Verspätungen geführt habe.
Flugverfolgungsdienste zählten bis zum Vormittag mindestens 42 gestrichene Verbindungen. Reisende wurden gebeten, sich über die Webseiten der Flughäfen und öffentliche Durchsagen über aktuelle Änderungen zu informieren.
Noch während Techniker laut Aeroflot «mit Hochdruck an der Wiederherstellung des Betriebs» arbeiteten, meldete sich im Internet eine bislang kaum bekannte Hackergruppe zu Wort. Die Gruppe mit dem Namen Silent Crow behauptet, hinter der Attacke zu stecken – und spricht von einer «langfristig geplanten und grossangelegten Operation».
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In einer öffentlichen Erklärung behauptet Silent Crow, sie habe rund 7000 Server von Aeroflot zerstört, interne IT-Systeme lahmgelegt, die Rechner von Mitarbeitenden übernommen und Zugriff auf Datenbanken, Überwachungssysteme sowie Kommunikationsserver erhalten. Der Angriff habe die «komplette IT-Infrastruktur der Airline kompromittiert und zerstört».
Laut der Hackergruppe sei der Angriff möglich gewesen, weil der CEO das Passwort seines Benutzerkontos seit über drei Jahren nicht mehr geändert habe. Ausserdem basierten die Sicherheitssysteme auf rund 22 Jahre alten Systemen, die kaum mehr aktualisiert worden seien. «Es war nur eine Frage der zeit, bis wir ins System eindringen konnten», schreibt die Gruppe auf Telegram.
Ob die Angaben zutreffen, bleibt unklar – Aeroflot selbst hat die Aussagen bislang nicht kommentiert. In der offiziellen Mitteilung ist lediglich von einem «technischen Problem» die Rede, nicht von einem gezielten Angriff. «Unsere Techniker arbeiten daran, die Auswirkungen auf den Flugverkehr zu minimieren», heisst es weiter.
Der mutmassliche Angriff trifft Aeroflot in einer ohnehin angespannten geopolitischen Lage. Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind russische Unternehmen immer wieder Ziel von Cyberangriffen – sowohl von staatlichen Akteuren als auch von Aktivistengruppen. Besonders der Luftfahrtsektor ist dabei anfällig, weil moderne Airlines stark von digitalen Systemen abhängig sind.
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Bereits im Frühjahr 2022 war Aeroflot durch internationale Sanktionen schwer getroffen worden. Viele westliche Leasingfirmen forderten damals ihre Flugzeuge zurück, Wartungsverträge wurden ausgesetzt. Der aktuelle Vorfall unterstreicht, wie verletzlich der Betrieb der einstigen Vorzeige-Airline geworden ist.
Ob die Systeme in den kommenden Tagen stabilisiert werden können, bleibt abzuwarten. Für viele Passagiere dürfte die Unsicherheit anhalten – ebenso wie die Verspätungen.