Spektakel am See: So bereitet sich Zürich auf sein Formel E-Rennen vor

7.6.2018 - 13:23, dj/pal

Beide sind blau-weiss lackiert, beide fahren elektrisch. Am kommenden Wochenende lassen die Züri-Trams allerdings den Formel E-Boliden die Vorfahrt. Der Kurs des elektrischen Autorennens führt quer durch die Zürcher Innenstadt.
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Am kommenden Wochenende herrscht Rennfieber in Zürich, denn mit der Formel E findet mitten in der Stadt ein Autorennen statt. Doch was läuft da genau - und wo kriegt man am meisten von der Action mit? «Bluewin» liefert alle wichtigen Infos rund um das historische Ereignis.

63 Jahre lange hat es in der Schweiz kein professionelles Autorennen auf einem Rundkurs gegeben. Diese Durststrecke endet am Sonntag, wenn die  Elektrorennwagen der Formel E mit über 220 km/h durch die Zürcher Innenstadt rasen.

Der Zürich ePrix startet am 10. Juni um 18:04 Uhr, gefahren wird auf einem 2,46 km langen Rundkurs entlang dem Zürichsee. Was Sie alles zum Formel E-Spektakel wissen sollten, fassen wir kurz zusammen:

Das ist die Strecke

Seit der Katastrophe beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in 1955 mit 84 Toten gibt es in der Schweiz ein Verbot für Motorsport auf Rundstrecken. 2016 hat der Bundesrat eine Ausnahme von diesem Verbot für Rennen mit Elektroautos verfügt und davon macht die Formel E nun erstmals Gebrauch.

Start und Finish des Zürich ePrix befindet sich auf dem Mythenquai, direkt am Hafen Enge. Dann geht es gegen den Uhrzeigersinn durch das Bankenviertel und zurück über die Alfred-Escher-Strasse, bei Spitzengeschwindigkeiten bis 225 km/h. Insgesamt elf Kurven müssen die Fahrer bewältigen.

Das ist die Formel E-Strecke in Zürich
FIA

So laufen die Vorbereitungen

Bereits eine Woche vorher laufen die Vorbereitungen in Zürich auf Hochtouren. So müssen Absperrungen, Tribünen, Boxengasse und Brückenübergange errichtet werden. Besonderheit in Zürich: Hier wird viel Holz verwendet.

So werden als «Garagen» in der Boxengasse bei der Formel E gewöhnlich einfache Zelte verwendet. Beim Zürich ePrix gibt es hingegen ein temporäres Bauwerk aus vorgefertigten Holzelementen, inklusive Dachterrasse für VIP-Gäste. Auch eine zweigeschossige Brücke über der Strecke, im Bild unten im Bau zu sehen, wird aus Holz errichtet.

Diese zweistöckige Brücke besteht aus vorgefertigten Holzelementen.
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Für die Anwohner ist das allerdings mit erheblichen Einschränkungen verbunden. So verursacht der erwähnte Aufbau Tag und Nacht Baulärm. An der Strecke befindliche Geschäfte müssen Umsatzeinbussen verzeichnen oder sogar zeitweilig ganz schliessen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Bereits eine Woche vor Start führt das Formel E-Rennen zu erheblichen Behinderungen in Zürich
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Schweizer Piloten fahren um den Sieg

Zwei Schweizer wollen am Sonntag in Zürich siegen. Zuvorderst ist hier Sébastien Buemi zu nennen: Der frühere Formel 1-Fahrer gewann die Formel E-Saison 2015/2016, dem zweiten Jahr, in dem der Wettbewerb stattfand.

Dieses Jahr sieht's für Buemi etwas kniffliger aus, momentan ist er als 5. im Gesamtklassement aufgeführt. Ob ihm der Heimvorteil dieses Wochenende zum Sieg verhelfen wird? Den Titel könnte sich stattdessen der aktuell führende Franzose Jean-Éric Vergne vorzeitig in Zürich sichern. Zweiter Schweizer am Start wird am Sonntag Edoardo Mortara (derzeit 11. im Gesamtklassement) sein.

Fahren kann er: Die zweite Formel E-Saison 2015/16 beendete Sébastien Buemi als Weltmeister. Gewinnt  der Pilot aus Aigle VD jetzt in seinem Heimatland den Zürich ePrix?
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Daneben gibt es noch weitere Formel E-Fahrer, die sich die Schweiz als Heimat ausgesucht haben. Dazu gehören etwa der ehemalige deutsche Formel 1-Fahrer Nick Heidfeld, der in Stäfa direkt am Zürichsee wohnt, und der Franzose Nicolas Prost, Sohn der Formel 1-Legende Alain Prost.

Auch sonst ist Schweiz tief in der Formel E involviert. Hauptsponsor ist etwa das Zürcher Technologieunternehmen ABB. Daher heisst die Rennserie auch offiziell ABB FIA Formula E Championship.

So sind Sie dabei

Die Tickets für sämtliche Tribünen sind leider bereits ausverkauft, es stehen nur noch VIP-Tickets ab 1289 Franken zur Verfügung. Kostenlos ist jedoch der Einlass ins E-Village im Arboretum. Dort, sowie an der Stocker- und der Alfred-Escher-Strasse gibt es zudem Fan-Bereiche mit Stehplätzen an der Strecke, in denen man auch einen Blick auf das Rennen erhaschen kann.

In den Fan-Bereichen kann man auf Stehplätzen das Rennen kostenlos und ohne Ticket verfolgen.
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Einlass ins E-Village ist um 9 Uhr, dann beginnt auch direkt das erste freie Training. Um 11:30 Uhr folgte das zweite freie Training, sowie um 14 Uhr das Qualifying. Das Rennen beginnt wie erwähnt um 18:04 Uhr und wird bis ca. 19 Uhr dauern. Das Spektakel wird auch auf SRF Zwei live übertragen.

Das sind die Formel E-Autos der nächsten Saison

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