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Dank neuer Technologie soll der Falt beim neusten Klapp-Handy von Samsung komplett verschwinden.
Samsung
Faltbare Smartphones scheitern oft an einem kleinen Detail und zwar der sichtbaren Rille in der Bildschirmmitte. Mit einer neuen Titan-Konstruktion will Samsung jetzt genau dort ansetzen und verrät schon vor der grossen Produktpräsentation von nächster Woche wie.
Wer im Laden zum ersten Mal ein faltbares Smartphone aufklappt, schaut fast immer zuerst in die Mitte des Bildschirms. Dort zieht sich bei allen bisherigen Foldables eine mehr oder weniger sichtbare Falte durchs Bild. Für viele der Grund, doch wieder zum klassischen Smartphone zu greifen. Eine Woche vor dem Galaxy Unpacked kündigt Samsung nun eine Technologie an, die genau dieses Problem entschärfen soll.
«Flex Titanium» heisst der neue Bildschirmaufbau für die nächste Generation der faltbaren Galaxy-Geräte. Das Versprechen ist dabei kein geringeres als ein robusteres Display, eine weniger sichtbare Falte und insgesamt schlankeres Gerät. Möglich macht dies ein Material, das man eher aus der Raumfahrt kennt als aus der Hosentasche.
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Titan kommt dort zum Einsatz, wo Versagen keine Option ist wie zum Beispiel in Satellitenantennen oder in den Rädern eines Mars-Rovers. Genau diese Robustheit macht das Metall aber auch schwierig, denn es ist steif und ein faltbarer Bildschirm muss sich zigtausendfach biegen lassen.
Samsung löst diesen Widerspruch mit zwei Bauteilen. Direkt unter dem OLED-Panel sitzt neu eine hauchdünne Schicht aus einer Titanlegierung. Rund 20 mal steifer als die bisher übliche Kunststoffschicht und nur etwa ein Drittel so dick wie ein menschliches Haar. Das Display wird dadurch flacher, was direkt auf die Falte einzahlt.
Darunter liegt eine biegsame Titanplatte, die das Bildschirmmodul von unten trägt. Der Clou steckt in der Faltzone. Feine Mikro-Lochmuster machen das steife Metall genau dort flexibel, wo sich das Gerät biegt und lassen es überall sonst stabil bleiben. «Durch fein strukturierte Mikro-Lochmuster im Faltbereich der Titanplatte ist es uns gelungen, Flexibilität mit robuster Strapazierfähigkeit zu verbinden», sagt Kyung-Jin Yoo, Head of Mobile Display Product Development bei Samsung.
Fast die spannendere Nachricht versteckt sich im Nebensatz. Das Display erhält laut Samsung auch neue organische Materialien und eine hochauflösende Architektur, die bei brillanter Darstellung weniger Strom verbrauchen sollen. Gerade bei Foldables mit ihren grossen Innendisplays war die Akkulaufzeit bisher oft der wunde Punkt. Hier dürfte sich der Materialwechsel im Alltag deutlicher bemerkbar machen als jede Falten-Diskussion.
Bemerkenswert ist auch, dass Samsung die Falte überhaupt so offensiv thematisiert. Jahrelang galt sie in der offiziellen Kommunikation eher als Nebensache, während die Konkurrenz aus China mit immer unauffälligeren Faltkanten nachlegte. «Samsungs Stärke im Foldable-Segment beruht darauf, dass wir Nutzerbedürfnisse mit unseren Technologien verbinden und so spürbaren Mehrwert im Alltag schaffen», sagt Sunghoon Moon vom Mobile R&D Office bei Samsung.
Welche Geräte den neuen Bildschirm bekommen, verrät Samsung noch nicht. Die Technologie debütiert am Galaxy Unpacked vom 22. Juli. Alles andere als ein neues Fold- und Flip-Modell wäre eine Überraschung.
Ob die Falte damit tatsächlich aus dem Blickfeld verschwindet, zeigt sich allerdings erst mit dem Gerät in der Hand. Die Messlatte liegt hoch. Wer heute ein Foldable der Konkurrenz aufklappt, muss teils schon genau hinschauen, um die Faltkante zu finden. Samsung hat sich mit dieser Ankündigung selbst unter Zugzwang gesetzt.