23.12.2016 - 15:15

MacBook Pro Touch Bar: Was nützt dieser Bildschirmstreifen?

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von Anatol Heib, Redaktor
 

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Das neue MacBook Pro ist ein Hingucker und hat viel Power unter der Haube. Die spannendste Neuerung ist jedoch die Touchscreenleiste auf der Tastatur. Eine Arbeitserleichterung oder doch nur ein Gimmick? Wir haben es ausprobiert.

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Die neuen MacBook Pro sind mit einer Touch Bar oberhalb der Tastatur ausgestattet - ein Bildschirmstreifen, der die oberste Reihe mit F-Tasten ersetzt. Damit differenziert sich von einem klassischem Tablet und Notebooks mit Touchscreen. Im Video oben stellen wir die Touch Bar ausführlich vor.

Die Touch Bar soll Mausklicks ersparen

Der OLED-Bildschirm der Touch Bar überzeugt: Er fühlt sich griffiger als ein normales Display an und die Symbole erscheinen glasklar - so, als ob sie aufgedruckt wären. Je nach Anwendung werden auf dem Touchscreenstreifen automatisch andere Funktionen angezeigt. Damit soll der Nutzer im Arbeitsfluss nicht unterbrochen werden, weil er zum Beispiel mit der Maus nicht mehr ein Menü anwählen muss, sondern stattdessen die Funktion mit einem Fingertipp auf der Touch Bar aktiviert. Einige Beispiele aus unserem Test:

Text schreiben: Auf der Touch Bar erscheinen Wortvorschläge, Formatierungen wie Fett oder Kursiv und sogar die Emojis-Liste. Das gilt für klassische Textprogramme und iMessage-Nachrichten.

Notizen: In der Notizen-App kann man Aufzählungen direkt anwählen. 

Taschenrechner: Ist die App geöffnet, verwandelt sich die TouchBar in einen Kalkulator mit Operationen.

Mit Safari Browser surfen: Man bewegt sich via Touch Bar bequem zwischen den Tabs, die Leiste zeigt die Favoriten an, die man mit einem Fingertipp auswählt oder man gelangt direkt ins Suchfeld.

Fotos-App: Hier können wir mit der Leiste durch die Bilder eines Albums scrollen und ein Foto direkt mit der TouchBar beschneiden, mit Filtern verändern oder ausbessern.

Neben diesen Beispielen sollen vor allem auch Profi-Programme wie Photoshop oder Final Cut Pro von der Touch Bar profitieren, weil der Umweg über die DesktopMenüs weitgehend wegfällt.

13 frei belegbare Funktionstasten

Bei den oben beschriebenen Beispielen befindet man sich in einem Programm. Ist jedoch keines aktiv, zeigt die Touch Bar die normalen Funktionstasten an. Der Standardsatz enthält 13 Objekte wie zum Beispiel Helligkeit, Lautstärke oder Abspieltaste für Videos, Mission Control oder Sprachassistentin Siri.

Die Belegung der Touch Bar lässt sich in den Einstellungen beliebig verändern - zum Beispiel mit Optionen für Screenshot, Ruhezustand, Diktat oder Spotlight.

Berührungs-Gnusch: Touch Bar bringt Sinne durcheinander

Interessanter Effekt beim Touch-Bar-Test: Als ich begonnen habe, mit der Bildschirmleiste zu arbeiten, will ich einen Moment später mit einem Fingertipp auf dem Bildschirm ein Fenster schliessen - meine Sinne halten das MacBook Pro offenbar plötzlich für ein Gerät mit Touchscreen-Bildschirm. Oder das Phänomen rührt daher, dass ich sonst häufig ein iPad Pro mit Keyboard nutze. Dasselbe passierte auch Kollegen in der Redaktion, die kurz das MacBook Pro ausprobierten.

MacBook Pro mit Fingerabdruck entsperren

Die Touch Bar ersetzt auch den Einschaltknopf. Das MacBook Pro startet beim Aufklappen des Deckels automatisch auf. Über den eingebauten Touch-ID-Sensor entsperrt man den Computer neu mit dem Fingerabdruck oder wechselt das Nutzerprofil. Auch Zahlungen via Apple Pay sind so möglich.

Abschliessend in aller Kürze die weiteren Fakten zum neuen Apple Notebook: Das MacBook Pro ist im Vergleich zu den Vorgängern leichter und kompakter geworden. Das 13er-Modell ist sogar schlanker als das MacBook Air und nur wenige Gramm schwerer. Ausserdem ist das Touchpad deutlich grösser und der Bildschirm 67 Prozent heller als beim Vorgänger. Fans wird auffallen, dass das Apple-Logo auf dem Gehäuse nicht mehr leuchtet und der typische Sound beim Aufstarten verschwunden ist.

Bei den Anschlüssen geht Apple einen radikalen Weg: Je nach MacBook Pro findet man zwei oder vier Thunderbolt-3-Stecker (plus klassischer Kopfhöreranschluss), die auch mit USB-C-Geräten genutzt werden können. Hier wird man sich den einen oder anderen Adapter zulegen müssen. Alle technischen Details zu den neuen Apple-Notebooks finden Sie auf Apple.ch.

Das neue MacBook Pro 13" aus nserem Test ist ab 1999 Franken erhältlich. Dieses Modell ist auch ohne TouchBar erhältlich (1699 Franken). Der Einstiegspreis beim 15er-Modell (nur mit Touch Bar erhältlich) liegt bei 2699 Franken.

Fazit

Die Touch Bar fasziniert, braucht aber auch einige Gewöhnungszeit. Je nach Anwendung ersparen wir uns Umwege, in anderen Fällen wirken die Funktionen aufgesetzt. Ausserdem muss man immer wieder über die ganze Tastatur greifen. Beim gelegentlichen Einsatz wie bisher mit den F-Tasten mag das ok sein, bei Anwendungen mit starkem Touch-Bar-Gebrauch muss man sich daran gewöhnen. Ohne Zweifel praktisch ist, dass man die bis zu 13 Funktionstasten frei belegen kann.

Die Auswahl an Programmen mit Touch-Bar-Support ist derzeit überschaubar. Das dürfte sich bald ändern: Apple hat die Programmierschnittstelle freigegeben, damit Hersteller ihren Ideen für den Touch-Bar-Einsatz freien Lauf lassen können. Profi-Anwendungen wie Final Cut Pro oder Photoshop dürften mit dem Feature an Nutzerfreundlichkeit gewinnen.

Ansonsten erhält man ein gewohnt solides Apple-Notebook, das wunderbar verarbeitet ist und auch das Zusammenspiel mit iOS-Geräten beherrscht. Über den Preis lässt sich bei Apple nicht mehr streiten - Hardware des Konzerns ist immer vergleichsweise teuer.

Im Oktober enthüllt: Das MacBook Pro mit Touch Bar

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