SMS-BlasterBei dieser Betrugsmasche musst du besonders aufpassen
Martin Abgottspon
29.4.2026
SMS-Blaster werden aus einem Kofferraum betrieben.
Gemini @blue News
Ein Gerät im Kofferraum, eine Fahrt durch die Stadt und tausende Smartphones erhalten eine Betrugs-SMS. Und all das passiert ohne dass der Täter eine einzige Nummer kennt.
Ein sogenannter SMS-Blaster täuscht Smartphones vor, eine echte Mobilfunkantenne zu sein und verschickt so automatisch Phishing-Nachrichten an alle Geräte in der Umgebung.
Die Masche ist in der Schweiz weiter verbreitet als bisher bekannt. Neben Genf und dem Kanton Waadt haben auch die Kantone Zürich, Luzern, Zug, Tessin sowie beide Basel Vorfälle bestätigt.
In Basel-Landschaft wurde ein chinesischer Staatsbürger festgenommen.
Was letzten Sommer in Genf erstmals auffiel, ist längst kein Einzelfall mehr. Wie Recherchen des «Kassensturz» zeigen, haben Kantonspolizeien aus Zürich, Luzern, Zug, dem Tessin sowie aus beiden Basel den Einsatz sogenannter SMS-Blaster auf ihrem Gebiet bestätigt. Die Masche ist in der Schweiz weiter verbreitet als bisher bekannt.
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Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: Das Gerät täuscht vor, eine offizielle Mobilfunkantenne zu sein. Smartphones in der Umgebung verbinden sich damit und erhalten automatisch Phishing-Nachrichten. In Genf wurden so 154 Geschädigte um fast zwei Millionen Franken gebracht. Im Kanton Waadt verloren rund 40 Personen insgesamt 260'000 Franken.
Der besondere Clou dieser Methode ist, dass sie SMS-Filter umgeht, die seit 2022 betreiben und mit denen täglich Zehntausende betrügerische Nachrichten geblockt werden. «Für Betrüger sind diese Geräte attraktiv, weil sie sich einsetzen lassen, ohne auf das Netz der Telekommunikationsanbieter angewiesen zu sein», erklärt Cybersecurity-Experte Marc Ruef.
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22.04.2026
Festnahme in Basel und das Netzwerk dahinter
Im vergangenen Herbst war ein Täter in der Region zwischen Muttenz und Basel unterwegs und verschickte Phishing-SMS unter anderem im Namen der Migros. An einem einzigen Tag soll er rund 100'000 Smartphones erreicht haben. Die Polizei Basel-Landschaft konnte einen chinesischen Staatsbürger festnehmen und zeigt nun erstmals öffentlich ein sichergestelltes Gerät. Dieses ist etwa so gross wie ein Computergehäuse, an eine Autobatterie angeschlossen und wird per App gesteuert.
Wie genau die Verhaftung gelang, will die Polizei aus taktischen Gründen nicht sagen. Klar ist aber: «Ein SMS-Blaster hinterlässt viele elektronische Spuren», sagt Lukas Wunderlin, Leiter Cybercrime der Polizei Basel-Landschaft. Und der Festgenommene handelte nicht allein. Die Ermittlungen deuten laut Polizei auf ein organisiertes Netzwerk hin.
Worauf muss ich achten?
Klicke keine Links in SMS an, die zur Bezahlung einer Busse oder Gebühr auffordern.
Offizielle Stellen verschicken keine Zahlungsaufforderungen per SMS mit direktem Zahlungslink.
Ruf im Zweifel die zuständige Behörde an – aber über eine selbst recherchierte Nummer, nicht über einen Link in der Nachricht.