Dreckiger als ein WC Fast jeder nutzt es – doch kaum einer reinigt dieses Bakterien-Paradies

Martin Abgottspon

11.5.2026

Wer am Arbeitsplatz isst, verschmutzt seine Tastatur mit Sicherheit.
Wer am Arbeitsplatz isst, verschmutzt seine Tastatur mit Sicherheit.
Bild: Gemini @ blueNews

Die Tastatur gehört zu den meistberührten Gegenständen des Alltags – und zu den meistvernachlässigten. Was sich dort zwischen den Tasten versteckt, ist nicht nur eklig, sondern kann auch zur Gefahr für die Gesundheit werden.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Rund ein Viertel putzt die Tastatur nie – dabei tummeln sich dort mehr Keime als auf einem Toilettensitz, darunter potenziell gefährliche Erreger.
  • Wer die Pflege dauerhaft ignoriert, riskiert nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern auch technische.
  • Abhilfe schafft schon ein kurzes Reinigungsritual einmal im Monat – Druckluft für die Zwischenräume, Mikrofasertuch für die Oberfläche.

Täglich machen die meisten von uns tausende von Tastenanschlägen auf der Tastatur. Dabei hinterlassen wir mit jedem Tipper Hautzellen, Fett und Bakterien. Trotzdem reinigt rund ein Viertel die Tastatur laut einer repräsentativen Umfrage des deutschen Digitalverbands Bitkom schlicht nie. Das klingt nachlässig, hat aber auch Konsequenzen. Wer die Pflege auf Dauer verweigert, riskiert nicht nur ein hygienisches Problem, sondern auch ein technisches.

Keime, Krümel und klemmende Tasten

Unter den Tastenkappen sammelt sich mit der Zeit ein unappetitlicher Mix aus Staub, Essensresten, Haaren und Hautschuppen. Ein ideales Milieu für Bakterien und Keime. Das britische Verbrauchermagazin «Which?» untersuchte Tastaturen und Toilettenbrillen und stellte fest, dass vier von dreissig getesteten Tastaturen stärker mit Bakterien belastet waren als ein Toilettensitz. Dies wiederum führt zu einem erhöhten Risiko für Lebensmittelvergiftungen, Magenverstimmungen und Durchfall. Auf gemeinsam genutzten Tastaturen steigt die Kontamination mit der Zahl der Nutzer sogar exponentiell an.

Übertragen werden die Keime hauptsächlich über die Hände: Wer zwischendurch Augen, Mund oder Nase berührt, trägt Bakterien direkt in den Nasen-Rachen-Raum. Gesunde Menschen werden dadurch in der Regel nicht krank. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sieht das jedoch anders aus.

Zu den nachgewiesenen Erregern gehört unter anderem Staphylococcus aureus, der bei gefährdeten Personen Wundinfektionen bis hin zur Sepsis auslösen kann. Für Allergiker kommt ein weiteres Risiko dazu. Laboruntersuchungen fanden auf stark verschmutzten Tastaturen Schimmelpilzsporen, die als häufige Auslöser von Atemwegsreizungen und allergischen Reaktionen bekannt sind. 

Doch selbst wer kerngesund ist, sollte nicht unterschätzen, was passiert, wenn der Dreck sich jahrelang aufschichtet: Krümel und Schmutz können Tasten blockieren oder klebrig machen, im schlimmsten Fall leidet die Elektronik darunter. Vor allem, wenn Flüssigkeitsreste ins Innere gelangen.

So putzt du die Tastatur richtig

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Für die Tastatur bewährt sich ein kurzes Auspusten mit Druckluft aus der Dose, um losen Schmutz zwischen den Tasten zu lösen. Danach mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch die Oberfläche abwischen. Für das Display gilt: nur trockene oder speziell für Bildschirme vorgesehene Tücher verwenden, niemals Haushaltsreiniger. Wer regelmässig ein paar Minuten investiert, hat nicht nur ein saubereres Gerät, sondern verlängert damit auch dessen Lebensdauer.

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