Promis als LockvögelDeepfake-Betrug in der Schweiz explodiert – Zahl der Fälle verfünffacht
Lea Oetiker
18.11.2025
Das Bundesamt für Cybersicherheit registrierte im ersten Halbjahr 2025 fast fünfmal mehr Meldungen zu Werbung für Online-Anlagebetrug.
Nicolas Armer/dpa
Cyberkriminelle locken mit gefälschten Anzeigen und Deepfakes. Die Meldungen zu Online-Anlagebetrug haben sich im ersten Halbjahr 2025 fast verfünffacht.
Betrugsversuche bleiben das häufigste Phänomen im Schweizer Cyberraum. Laut dem aktuellen Halbjahresbericht des Bundesamts für Cybersicherheit (BACS) sind im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 35'727 Meldungen eingegangen.
Besonders stark zugenommen hat die Werbung für Online-Anlagebetrug: Mit 3485 Fällen verzeichnete das BACS fast fünfmal mehr Meldungen als im Vorjahreszeitraum (729).
In diesen Fällen locken Cyberkriminelle potenzielle Opfer mit gefälschten Onlineanzeigen zu vermeintlichen Investitionen. Dabei werden häufig bekannte Persönlichkeiten wie Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter missbräuchlich als Aushängeschilder eingesetzt. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, kommen immer öfter Deepfakes und gefälschte Interviews mit Prominenten zum Einsatz.
Auch Phishing bleibt ein Problem
MyTech: der digitale Hotspot für alle Tech-Fans
blue News bietet dir täglich Insights aus der Techwelt: News, Hintergründe, Tipps und Ratschläge für deinen digitalen Alltag sowie Tests und Reviews zu Gadgets, Tools und Games.
Mit bezahlten Suchmaschinenanzeigen versuchen Betrüger, ihre gefälschten Banking-Seiten vor den echten Login-Portalen zu platzieren. Zudem häufen sich Fälle von zweistufigem Phishing, bei denen Opfer erst online kontaktiert und später telefonisch zur Preisgabe sensibler Daten gebracht werden.
Eine Zunahme meldet das BACS zudem bei Ransomware-Angriffen: 57 Fälle wurden im ersten Halbjahr registriert, gegenüber 44 im Vorjahr. Hacktivismus-Aktivitäten rund um Grossanlässe wie das Weltwirtschaftsforum in Davos oder den Eurovision Song Contest konnten dank Abwehrmassnahmen erfolgreich abgewehrt werden.
Seit dem 1. April 2025 gilt in der Schweiz eine Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen. Bis Ende Juni sind 180 Meldungen eingegangen. Nach Einschätzung des BACS trägt die enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Betreibern dazu bei, die Cyberresilienz des Landes weiter zu stärken.
10 Tipps für mehr Sicherheit im Netz
Trainer Marcel gibt dir in diesem Video 10 nützliche Tipps wie du noch sicherer im Internet unterwegs sein kannst.