Hohe Leistungseinbussen Deshalb lädst du mit dem Original-Ladegerät oft schneller

Martin Abgottspon

28.1.2026

Mit dem richtigen Ladekabel hat dein Handy oft schneller wieder einen vollen Akku.
Mit dem richtigen Ladekabel hat dein Handy oft schneller wieder einen vollen Akku.
Getty Images

Wer sein Handy an ein fremdes Netzteil anschliesst, erlebt oft eine herbe Enttäuschung. Das Gerät lädt spürbar langsamer. Aber warum ist das so und wieso lohnt es sich das Original-Ladegerät zu verwenden?

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Viele Smartphones laden am schnellsten mit herstellereigenen Ladegeräten, da diese spezielle Schnellladeprotokolle nutzen.
  • Die EU verlangt einheitliche Anschlüsse. weswegen Drittmodelle oft eine  geringere Ladeleistung erlauben.
  • Auch mit universellen Ladegeräten ist das Laden schnell genug, spezielles Zubehör lohnt sich nur in wenigen Fällen.

Stell dir vor, du hast ein Auto, das theoretisch 200 Stundenkilometer fahren kann. Sobald du an einer markenfremden Tankstelle hältst, wird die Geschwindigkeit auf 120 gedrosselt. Genau das passiert derzeit in unseren Steckdosen. Mitgelieferte Ladeadapter kommen oft problemlos auf 80 Watt Ladeleistung. Universal-Geräte nur auf 55 Watt. Das entspricht einem Leistungsverlust von über 30 Prozent.

Die Antwort auf die Frage, warum das Original-Ladegerät in der Regel schneller ist, liegt in der Physik. Genauer gesagt in der Abwärme. Es gibt grundsätzlich zwei Wege, Strom in einen Akku zu pressen. Über Spannung oder Stromstärke.

Wie lädt ein Akku überhaupt?

Bei der Spannung wird der Strom mit hohem Druck durch das Kabel geschickt. Das Problem dabei ist, dass das Handy diesen Druck mühsam wieder senken muss, damit der Akku nicht beschädigt wird. Dabei entsteht enorme Hitze. Um nicht zu überhitzen, regelt das Handy das Tempo herunter. Auf diese Weise arbeiten die meisten Universal-Lader.

Bei der Stromstärke hingegen ermöglichen die Hersteller mit eigenen Systemen mehr Strom auf einmal dur die Leitung fliessen zu lassen, aber mit weniger Druck. Die Hitze entsteht hierbei nicht im Handy, sondern grösstenteils im Netzteil selbst. Das Handy bleibt kühl und kann deshalb viel länger mit voller Kraft laden.

Ein Kompromiss, der Dritt-Hersteller ausbremst

Der offene Standard, auf den sich die EU geeinigt hat, ist ein Kompromiss. und darauf ausgelegt, dass Handys mit möglichst vielen Geräten sicher funktionieren. Deshalb ist die Menge an Strom, die pro Sekunde durchfliessen darf, streng begrenzt.

Die Hersteller hingegen optimieren ihre eigenen Ladegeräte und Kabel so, dass sie weit über diese Grenzen hinausgehen können. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Original-Ladegerät die exakten Belastungsgrenzen des Akkus kennt und perfekt mit dem Handy «spricht». Das Fremd-Ladegerät hingegen muss sich vorsichtshalber an die allgemeinen, niedrigeren Regeln halten, um keine Schäden zu verursachen.

Das Kabel als Nadelöhr

Ein weiterer oft unterschätzter Grund ist ausserdem das Kabel selbst. Für die schnellen Ladeverfahren der Hersteller werden oft dickere Kupferleitungen oder spezielle Chips im Stecker benötigt. Ein handelsübliches USB-C-Kabel ist für diese enormen Strommengen oft gar nicht zugelassen. Wer also das Original-Netzteil mit einem billigen Ersatzkabel kombiniert, bremst sein Handy meist sofort wieder aus.