Teure Ping-Fallen Deshalb solltest du ausländische Nummern nie zurückrufen

Martin Abgottspon

5.2.2026

Ausländische Nummern sollten erst geprüft werden, bevor du sie zurückrufst.
Ausländische Nummern sollten erst geprüft werden, bevor du sie zurückrufst.
Julian Stratenschulte/dpa

Die Versuchung eine verpasste Nummer zurückzurufen ist gross. Handelt es sich allerdings um eine ausländische Nummer ist umso mehr Vorsicht geboten. Denn oft stecken dahinter auch Telefonbetrüger.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Kurze Anrufe von unbekannten, meist ausländischen Nummern sollen zu teuren Rückrufen verleiten.
  • Nummern mit «+» oder «00» sind ein zentrales Warnsignal und können harmlos wirken, obwohl hohe Gebühren drohen.
  • Unbekannte Nummern nicht zurückrufen und persönliche Kontaktdaten möglichst zurückhaltend weitergeben.

Unbekannte Anrufe gehören längst zum Alltag. Doch nicht jeder verpasste Anruf ist Zufall oder ein Irrläufer. Hinter einzelnen dieser Kontakte steckt eine gezielte Masche, sogenannte Ping-Anrufe. Dabei klingelt das Telefon nur kurz, oft so knapp, dass keine Zeit bleibt, den Anruf anzunehmen. Zurück bleibt eine unbekannte Nummer auf dem Display und der Impuls, zurückzurufen.

Genau darauf setzen die Betrüger. Ein Rückruf kann mehrere Franken pro Minute kosten, in Extremfällen sogar noch mehr. Die Anrufe stammen dabei häufig aus dem Ausland oder von speziellen Satellitennummern, bei denen hohe Tarife gelten. Die Kosten werden dabei nicht immer sofort ersichtlich.

Die Vorwahl als erstes Warnsignal

Ein genauer Blick auf die Nummer kann bereits entscheidend sein. Internationale Betrugsanrufe sind meist an einer ausländischen Vorwahl zu erkennen, beginnend mit einem Pluszeichen oder der Ziffernfolge «00». Besonders perfide ist, dass einige Länderkennzahlen Schweizer Ortsvorwahlen oder bekannten europäischen Nummern ähneln. Auf diese Weise wirken die Anrufe vertraut, obwohl sie aus Tausenden Kilometern Entfernung erfolgen.

Auch Schweizer Konsumentenschützer warnen davor, unbekannte Nummern ungeprüft zurückzurufen. Wer keine Kontakte im entsprechenden Land hat, sollte grundsätzlich skeptisch sein. Eine schnelle Online-Suche der Nummer liefert oft Hinweise, da viele Betrugsnummern bereits in Foren oder Warnlisten dokumentiert sind.

Das Geschäftsmodell hinter den Lockanrufen

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv. Nach dem Rückruf hören Betroffene entweder gar nichts oder werden mit automatischen Bandansagen konfrontiert, etwa zu angeblichen Paketlieferungen oder dringenden Mitteilungen. Ziel ist es, die Anrufenden möglichst lange in der Leitung zu halten, denn jede weitere Sekunde erhöht die Einnahmen der Betrüger.

Für Vertragskunden zeigt sich der Schaden meist erst mit der nächsten Telefonrechnung. Prepaid-Nutzer bemerken den Abzug oft sofort, können ihn aber nicht immer eindeutig zuordnen. Die emotionale Schwelle, wegen weniger Franken nachzuforschen, spielt den Tätern zusätzlich in die Hände.

Prävention statt Schadensbegrenzung

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Der wirksamste Schutz bleibt Vorsicht. Unerwartete Anrufe sollten nicht zurückgerufen werden, insbesondere wenn sie aus dem Ausland stammen oder ungewöhnliche Vorwahlen aufweisen. Viele Smartphones und Mobilfunkanbieter bieten inzwischen Funktionen zur automatischen Sperrung verdächtiger Nummern an.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Betrüger gelangen teilweise über Datenlecks oder unachtsam weitergegebene Kontaktdaten an Telefonnummern. Wer seine persönlichen Angaben sparsam und bewusst einsetzt, reduziert das Risiko, überhaupt ins Visier solcher Anrufe zu geraten.