Wettrennen eröffnet Schluss mit Nummern bei WhatsApp – so sicherst du dir deinen Wunsch-Nicknamen

Martin Abgottspon

12.11.2025

Bei WhatsApp kannst du künftig auch einen Benutzernamen verwenden.
Bei WhatsApp kannst du künftig auch einen Benutzernamen verwenden.
Swisscom / Adobe Stock

WhatsApp testet aktuell ein neues Feature, mit welchem man sich einen Wunschnamen für die Zukunft sichern kann. Wann die Funktion in Europa genau kommt, ist allerdings noch ungewiss.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • WhatsApp testet eine neue Funktion, mit der Nutzer erstmals einen Benutzernamen statt einer Telefonnummer verwenden können, um ihre Identität zu verwalten.
  • Die Integration von Instagram- und Facebook-Handles zeigt Metas Ziel, eine plattformübergreifende digitale Identität aufzubauen und seine Dienste stärker zu vernetzen.
  • Das Username-System soll bis spätestens 2026 global eingeführt werden, steht jedoch wegen Datenschutz und möglicher Nutzer-Benachteiligung unter kritischer Beobachtung.

Wer bislang bei WhatsApp chattete, blieb im Hintergrund stets an die eigene Telefonnummer gebunden. Künftig soll das anders werden. Der Messenger testet derzeit eine Funktion, mit der sich Nutzer einen individuellen Benutzernamen sichern können und das ganze komplett ohne Telefonnummer. Damit öffnet sich WhatsApp für ein neues Identitätsmodell, das über den klassischen Chat hinausweist.

Die sogenannte «Username-Reservierung» soll es ermöglichen, den gewünschten Namen bereits vor der offiziellen Einführung zu beanspruchen. Ziel ist laut dem Portal WABetaInfo eine faire und sichere Vergabe.

Integration in das Meta-Ökosystem

Bemerkenswert ist weniger die technische Neuerung als die strategische Richtung. WhatsApp erlaubt künftig offenbar die Verknüpfung bestehender Instagram- oder Facebook-Namen. Nutzer können ihren Meta-Handle übernehmen, ihre Identität wird dabei über das zentrale Meta-Konto verifiziert.

Damit folgt WhatsApp der Vision des Mutterkonzerns Meta, eine einheitliche digitale Identität über alle Plattformen hinweg zu etablieren. Das Unternehmen arbeitet schon länger an der nahtlosen Verbindung seiner Dienste – vom Login bis zur Bezahlfunktion.

Die Einführung der Usernames dürfte somit ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer konsistenten Marken- und Nutzeridentität im Meta-Universum sein.

Instagram-User werden bevorzugt

Der Reservierungsprozess wirkt auf den ersten Blick simpel. Nutzer geben ganz einfach ihren Wunsch-Namen an und bestätigen ihn über ihr Meta-Konto. Dazu geht man in die Profilansicht und wählt den Menüpunkt «Nutzernamen reservieren». Das funktioniert aktuell nur in der Beta und es profitieren auch nur jene, die ausserdem auf Facebook oder Instagram aktiv sind.

Diese Priorisierung wirft Fragen nach Chancengleichheit und Datenschutz auf. Kritiker könnten darin einen subtilen Druck sehen, sich stärker an Metas Plattformen zu binden. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen, Missbrauch durch Identitätsverifikation zu verhindern. Ein zentraler Aspekt angesichts der wachsenden Zahl von Betrugsfällen in Messenger-Diensten.

So reservierst du deinen Namen, wenn die Funktion verfügbar ist

  • Nutzer geben den gleichen Namen wie auf Facebook oder Instagram an.
  • Über das Meta-Konto wird die Identität verifiziert, um Missbrauch zu verhindern.
  • Der reservierte Name bleibt exklusiv geschützt, bis das Feature offiziell startet.

Start noch vor 2026?

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Interne Informationen deuten darauf hin, dass das komplette Username-System noch vor der Meta-Compliance-Deadline 2026 weltweit ausgerollt werden soll. Die Einführung erfolgt stufenweise. Zunächst in der Android-Beta, später für breitere Nutzergruppen.

Meta dürfte dabei nicht nur auf technologische Stabilität achten, sondern auch auf rechtliche Abstimmung mit europäischen Datenschutzvorgaben. Denn die Verknüpfung von Identitäten über mehrere Plattformen hinweg steht in der EU traditionell unter besonderer Beobachtung.

Ob der eigene Name künftig mehr bedeutet als nur ein Kürzel im Chatverlauf, wird sich zeigen. Sicher ist nur: Wer ihn zuerst reserviert, legt den Grundstein für seine künftige digitale Visitenkarte.