Kampf gegen Spoofing So soll der Telefon-Terror aus dem Ausland eingedämmt werden

Martin Abgottspon

6.11.2025

Viele Betrüger geben sich mit Schweizer Telefonnummern als Angestellte oder Behördenmitglieder aus.
Viele Betrüger geben sich mit Schweizer Telefonnummern als Angestellte oder Behördenmitglieder aus.
Gemini @blue News

Wenn auf dem Display eine Schweizer Nummer erscheint, wiegt sich mancher in Sicherheit. Doch immer häufiger steckt dahinter ein Anruf aus dem Ausland – mit betrügerischer Absicht. Das Bundesamt für Kommunikation will dieser Täuschung nun ein Ende setzen.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Betrüger missbrauchen Schweizer Rufnummern für Call-Spoofing. Wöchentlich werden hunderte Fälle gemeldet.
  • Die Swisscom blockiert bereits heute rund eine Million verdächtiger Anrufe pro Monat.
  • Ab 2026 werden Auslandsanrufe mit Schweizer Nummer gekennzeichnet, bei Manipulation als «unbekannt» angezeigt oder blockiert.

«Hier ist Ihre Bank – wir haben verdächtige Transaktionen auf Ihrem Konto festgestellt.» Solche oder ähnliche Sätze sind inzwischen zum Alltag geworden. Die Stimme am anderen Ende klingt seriös, die Nummer auf dem Display vertrauenswürdig. Doch die Realität ist eine andere. Hinter der Schweizer Rufnummer steckt oft ein Callcenter im Ausland, dessen Ziel es ist, sensible Daten oder Geld zu erbeuten.

Dieses Vortäuschen einer falschen Telefonnummer nennt sich Spoofing und trifft nicht nur die Opfer der Anrufe, sondern auch die rechtmässigen Besitzer der missbrauchten Nummern. Sie werden von empörten Rückrufen überrascht oder finden sich gar auf schwarzen Listen wieder.

Hunderte Fälle pro Woche

Laut der Meldestelle des Bundesamts für Cybersicherheit gehen wöchentlich hunderte Anzeigen wegen Spoofing-Betrug ein. Die Täter variieren ihre Methoden, doch das Prinzip bleibt gleich: Täuschung durch technische Manipulation.

Telekom-Anbieter wie auch die Swisscom versuchen seit Jahren gegenzusteuern. Monatlich blockiert die Swisscom bereits rund eine Million verdächtiger Anrufe, doch die Flut reisst nicht ab. Die Betrüger nutzen ständig neue Einfallstore, um bestehende Sperren zu umgehen.

Ab 1. Januar 2026 will das Bakom nun härter durchgreifen. Aus dem Ausland kommende Anrufe, die eine Schweizer Festnetznummer anzeigen, müssen künftig klar gekennzeichnet werden. Wird eine Manipulation erkannt, erscheint der Anruf entweder als «unbekannt» oder er wird vollständig blockiert. Ab 1. Juli 2026 soll die Regelung auch für Mobilnummern gelten.

Gemeinsam mit den Schweizer Telekom-Unternehmen hat die Behörde die technischen Standards erarbeitet. Das Ziel sind mehr Transparenz und Abschreckung. Denn wer sofort erkennt, dass ein Anruf nicht echt ist, legt auf  und verhindert Schaden, bevor er entsteht.

Die gemeldeten Betrugsversuche beim Bundesamt für Cybersicherheit sind konstant hoch.
Die gemeldeten Betrugsversuche beim Bundesamt für Cybersicherheit sind konstant hoch.
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Positive Erfahrungen in Österreich

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Ein Blick nach Österreich zeigt, dass solche Massnahmen Wirkung zeigen können. Dort sind ähnliche Regelungen seit über einem Jahr in Kraft. Die Zahl der gemeldeten Spoofing-Fälle ist drastisch gesunken. Doch das Problem hat sich verlagert. Statt österreichischer Nummern nutzen Betrüger nun deutsche oder britische Vorwahlen.

Das Bakom ist sich dieses Risikos bewusst, vertraut aber auf die Sensibilität der Schweizer Bevölkerung. Ob die neuen Regeln reichen, bleibt abzuwarten. Im Parlament liegen bereits mehrere Motionen vor, die einen umfassenderen Schutz fordern. Etwa strengere Authentifizierungsverfahren für alle Telefonate oder eine internationale Kooperation zur Identifizierung von Tätern.

Denn während die Behörden Regeln erlassen, entwickeln Kriminelle längst neue Strategien. Das Verhältnis bleibt asymmetrisch. Ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem jede Seite versucht, den nächsten Zug vorauszuahnen.

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