Wer zuhause mal nachzählt, kommt schnell ins Staunen. Smartphone, Laptop, Tablet sind das eine. Aber dann gibt es da auch noch Smart-TV, Spielkonsole, Überwachungskamera, Babyphone, Türklingel mit WLAN, Staubsauger-Roboter, intelligente Glühbirnen. Alles online, alles verbunden, alles ein potenzielles Einfallstor. Und während Laptop und Smartphone zumindest ein Antivirenprogramm haben könnten, surft die smarte Lampe im Wohnzimmer völlig ungeschützt im Internet. Kriminelle wissen das.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat allein für das Jahr 2025 über 2'347'000 Meldungen zu mit Schadsoftware infizierten Geräten ausgewertet. Das entspricht einem Plus von 141 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer denkt, das treffe nur Unternehmen oder besonders sorglose Nutzer, irrt. Die Angriffe sind längst im Alltag angekommen. Per Phishing-Link im SMS, über eine gefälschte Paketbenachrichtigung oder durch eine Sicherheitslücke in einem schlecht gesicherten IoT-Gerät, das seit dem Kauf nie ein Update erhalten hat.
Das schwächste Glied in der Kette
Das Problem mit vernetzten Alltagsgeräten ist strukturell. Hersteller von smarten Lampen oder Babyphones verdienen ihr Geld mit Hardware, nicht mit Software-Updates. Viele Geräte erhalten nach dem Kauf kaum noch Sicherheits-Patches, manche gar nie. Für Angreifer sind solche Geräte ideal. Sie sind mit dem Heimnetzwerk verbunden, laufen rund um die Uhr und werden von Besitzern selten kritisch beobachtet. Denn wer hat schon einmal die Firmware seiner Überwachungskamera aktualisiert?
Der klassische Weg, sich zu schützen, war bislang: Antivirensoftware auf jedem Gerät installieren. Das funktioniert für Laptops und Smartphones noch halbwegs, aber für den Staubsauger-Roboter gibt es schlicht keine solche App. Und selbst wo es sie gibt – wer installiert und aktualisiert sie konsequent auf allen Geräten im Haushalt?
Schutz an der Quelle
Swisscom hat im März 2026 mit «My Security» eine Antwort auf genau dieses Problem lanciert. Die Idee ist einfach, aber überzeugend. Statt jeden Endpunkt einzeln zu schützen, setzt der Schutz dort an, wo alle Daten ohnehin durchlaufen – im Router. Alle Verbindungen, die über die Swisscom Internet-Box laufen, werden in Echtzeit auf Bedrohungen geprüft. Schädliche Webseiten, Phishing-Versuche und Malware werden blockiert, bevor sie überhaupt ein Gerät im Haushalt erreichen.
Sämtliche Geräte sind damit umfassend geschützt ohne dass jemand auch nur eine App installieren muss. Als Technologiepartner setzt Swisscom auf Bitdefender, einen der renommiertesten Anbieter im Sicherheitsbereich. Die Erkennungsrate soll bei rund 90 Prozent liegen und damit deutlich höher als beim bisherigen kostenlosen «Internet Guard».
In der Schweiz vorerst einzigartig
Swisscom ist aktuell der einzige Schweizer Telekom-Anbieter, der einen solchen Router-basierten Schutz anbietet. Sunrise und Salt setzen weiterhin auf klassische Antivirus-Apps, die Kundinnen und Kunden selbst installieren müssen. Das dürfte allerdings kein Dauerzustand sein. Sobald sich Router-basierte Sicherheit als Standard etabliert, werden andere Anbieter nachziehen.
Den reinen Heimnetz-Schutz gibt es als «My Security XS» ab 6.90 Franken pro Monat. Wer auch unterwegs abgesichert sein möchte, braucht mindestens «My Security S» für 9.90 Franken, das zusätzlich Virenscanner, VPN und Passwortmanager für mobile Geräte enthält. Wichtig zu wissen: Ausserhalb des eigenen WLANs wie etwa im Café oder im Zug greift der Router-Schutz nicht.
Das kleine Cybersecurity 1×1 So schützt du dich im Internet
Es braucht nicht viel, um sich gegen Hacker zu wehren. Trainer Marcel erklärt dir in diesem Video die einfachsten Vorkehrungen, die du auch ganz einfach für dich umsetzt.