Social Media

Twitter setzt auf Audio-Chats

dj

5.1.2021

Twitter kauft Breaker nur wegen des Teams auf.
Twitter kauft Breaker nur wegen des Teams auf.
Breaker

Mit dem Aufkauf einer Podcast-App setzt Twitter noch stärker auf Audio-Chats als Zukunftsfeature bei Social Media.

Twitter hat die Podcast-App Breaker gekauft. Der Preis wurde nicht bekannt. Dabei geht es dem sozialen Netzwerk aber weniger um die App selbst, die bereits am 15. Januar abgeschaltet wird, sondern eher um die Mitarbeiter, die zukünftig für Twitter arbeiten werden.

Breaker bezeichnete sich als «Social Podcasting»-App und ermöglichte etwa Diskussionen zu einzelnen Folgen eines Podcasts. Audio im Allgemeinen gilt schon seit Langem als ein Wachstumsbereich für Social Media, und Twitter will davon mit seinem Feature Spaces, an dem die Ex-Breaker-Mitarbeiter nun arbeiten werden, profitieren.

Konkurrenz ist schon da

Twitter Spaces durchläuft gerade einen geschlossenen Beta-Test. Bei Spaces kann man Audio-Chatrooms mit Freunden oder Fremden bilden und sich unterhalten — quasi eine öffentliche Skype-Konferenz. Marktführer in dieser Nische ist wohl die App Clubhouse, das zwar offiziell ebenfalls noch in einer privaten Beta ist, aber schon über 600'000 Nutzer hat.

Grösste Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Spaces dürfte wohl die Moderation machen. Twitter hat schon jetzt genug Probleme mit Spam, Belästigungen oder Nazis, dies bei Audio-Gesprächen in Schach zu halten, dürfte nicht einfach werden. Auch bei Clubhouse ist die Moderation das grösste ungelöste Problem.

Es ist zudem eine offene Frage, inwieweit die pandemiebedingten Einschränkungen des sozialen Lebens zum Erfolg von Diensten wie Clubhouse beigetragen haben. Ob sich Menschen nach Corona immer noch stundenlang vor ihrem Laptop bei Clubhouse oder Twitter Spaces unterhalten wollen, statt sich einfach in der nächsten Bar zu treffen, wird sich erst zeigen.


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