Umstrittene Technik US-Drohnen erkennen schon bald Gesichter

Von Dirk Jacquemien

1.3.2023

Solche kleinen Aufklärungsdrohnen sollen selbständig erkennen und entscheiden, ob eine avisierte Person .
Solche kleinen Aufklärungsdrohnen sollen selbständig erkennen und entscheiden, ob eine avisierte Person .
Imago

Um Terroristen und andere unliebsame Personen zu identifizieren, werden Drohnen des US-Militärs nun mit Gesichtserkennungstechnik ausgestattet.

Von Dirk Jacquemien

Die US-Luftwaffe hat einen Vertrag mit einem Tech-Unternehmen abgeschlossen, der aufhorchen lässt: Künftig sollen Drohnen des Militärs mit Technologie für eine automatische Gesichtserkennung ausgestattet werden. Das System nennt sich Secure Accurate Facial Recognition (SAFR) und wurde von RealNetworks entwickelt.

Frühe Internet-Nutzer*innen erinnern sich vielleicht noch an die Firma, dessen Realplayer im Vor-Youtube-Zeitalter eine der wenigen Möglichkeiten war, Videos im Netz zu schauen. Seit einiger Zeit konzentriert sich das Unternehmen allerdings auf Produkte für den Einsatz in Unternehmen oder bei Regierungen.

Verwendung nur in unbewaffneten Drohnen

Zunächst soll die Technologie nur in unbewaffneten Aufklärungsdrohnen zum Einsatz kommen. Kampfdrohnen, die teilweise auch schon autonom agieren können, bekommen die Gesichtserkennung vorerst nicht, berichtet «Vice».

Es ist aber natürlich vorstellbar, dass durch die Aufklärungsdrohnen automatisch identifizierte Ziele dann mit anderen Waffensystemen ins Visier genommen werden.

Gesichtserkennung alles andere als fehlerfrei

Gesichtserkennungstechnologie steht immer wieder in der Kritik unter Datenschützer*innen. Denn sie erleichtert nicht nur die Massenüberwachung der Bevölkerung, sie ist auch oftmals sehr unzuverlässig.

Beim Einsatz in Polizeibehörden führte sie schon dazu, dass Unschuldige inhaftiert wurden. Sollte die Technik nun auch im militärischen Bereich zum Einsatz kommen, könnten Fehler noch dramatischere Konsequenzen haben.