Schuldig gesprochen Social-Media-Süchtige erhält 3 Millionen Dollar «Schmerzensgeld»

dpa

25.3.2026 - 19:27

Der Fall sorgte in den USA für viel Aufmerksamkeit.
Der Fall sorgte in den USA für viel Aufmerksamkeit.
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Eine junge Frau warf Online-Plattformen in einer US-Klage vor, deren Dienste machten süchtig. Geschworene in Los Angeles sprachen ihr einen Millionenbetrag zu.

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DPA, Redaktion blue News

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  • Niederlage für den Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube vor einem US-Gericht.
  • Die Plattformen sollen fahrlässig handeln und Nutzer ungenügend über Risiken informieren.
  • Eine Frau hatte die Plattformen verklagt und bekam jetzt vom Gericht drei Millionen Dollar (ca. 2,37 Millionen Franken) zugesprochen.

Der Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube haben eine Niederlage in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten einstecken müssen. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten, wie US-Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Die Geschworenen sprachen der 20-jährigen Klägerin demnach einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle. Die Unternehmen können gegen das Urteil in Berufung gehen. Von Meta hiess es, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe die rechtlichen Optionen.

Potenziell wegweisender Prozess

In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin, die nur unter den Initialen KGM auftrat, Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück. 

Die Klage richtete sich zuletzt gegen Youtube und den Foto- und Videodienst Instagram, der Meta-Konzern gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Hunderte weitere Klagen

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben. Meta und Google wiesen in dem Prozess die Vorwürfe zurück. In dem Prozess wurde vor den Geschworenen auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt.

Erst am Vortag hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Meta will in Berufung gehen.