Das Image leidet weiterVandalen-Akte gegen Teslas – so schützen sich die Besitzer
Martin Abgottspon
6.3.2025
Bei einem Teslashop in Colorade wurden mehrere Fahrzeuge mit Graffiti besprüht.
X @CBSNews
Immer häufiger werden Teslas verunstaltet. Was als Botschaft an Elon Musk gedacht ist, wird für friedliche Besitzer zum Problem. Deshalb werden einige von ihnen nun kreativ.
Die öffentliche Wahrnehmung von Tesla hat sich dramatisch gewandelt. Während die Elektroauto-Marke einst als Symbol für Innovation galt, steht sie zunehmend für die Eskapaden ihres Gründers Elon Musk. Die Folge: Tesla-Fahrer werden attackiert, ihre Fahrzeuge beschmiert, beschädigt oder zum Ziel kreativer Proteste.
In den vergangenen Wochen häuften sich Berichte über beschädigte Tesla-Fahrzeuge. Wie CBS News berichtet, wurden in Colorado mehrere Fahrzeuge eines Tesla-Händlers mit Graffiti besprüht, die Frontscheiben zertrümmert. Auch auf offener Strasse sind Attacken auf die E-Autos keine Seltenheit mehr.
«Tesla-Fahrer sind vermehrt Ziel von Vandalismus», sagt ein anonymer Händler gegenüber US-Medien. Die Hintergründe? Die kontroversen Äusserungen von Elon Musk. Der Tesla-CEO sorgt mit politischen Statements und fragwürdigen Auftritten immer wieder für Schlagzeilen. Diese Kontroversen haben nicht nur dem Aktienkurs geschadet, sondern auch das Image der Marke massiv beschädigt.
Wenn der Tesla zum Toyota wird
Um sich vor Angriffen zu schützen, greifen einige Tesla-Fahrer inzwischen zu kuriosen Tricks. Sie entfernen sämtliche Markenlogos und ersetzen sie durch Embleme anderer Hersteller. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder von Tesla-Fahrzeugen, die nun als Audi, Honda oder Toyota «getarnt» sind – inklusive passender Modellbezeichnungen.
«Es ist eine Notlösung», sagt ein Tesla-Fahrer, der sein Model Y in einen vermeintlichen Audi A8 verwandelt hat. «Aber ich habe keine Lust, dass mein Auto zur Zielscheibe wird.»
Während Modelle wie das Model 3 oder Model Y durch solche Massnahmen relativ unauffällig werden, stellt sich beim Cybertruck ein anderes Problem. Durch seine markante Form ist eine Tarnung nahezu unmöglich. Dennoch gibt es auch hier skurrile Versuche. Ein Besitzer brachte einen Toyota-Schriftzug auf seinem Cybertruck an – eine Illusion, die kaum jemanden täuschen dürfte.
Kleber sind die einfachere Form des Schutzes
Neben der Tarnung mit anderen Markenemblemen greift eine wachsende Zahl an Tesla-Besitzern zu einer subtileren Protestform: Sie bekleben ihre Fahrzeuge mit Anti-Musk-Slogans. Besonders populär ist der Spruch: «Ich habe dieses Auto gekauft, bevor ich wusste, dass Elon verrückt ist.»
Ein Online-Händler, der diese Sticker vertreibt, berichtet von einem regelrechten Boom: «Wir verkaufen Hunderte dieser Aufkleber pro Tag. Die Nachfrage ist riesig.»
Die Distanzierung von Elon Musk ist kein Einzelfall mehr – sie entwickelt sich zu einem Phänomen unter Tesla-Fahrern. Die Frage bleibt, wie lange sich Tesla noch vom Image seines umstrittenen CEOs trennen kann, bevor der Schaden irreparabel wird.