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Vorsicht vor dieser perfiden Autobahn-Abzocke
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Falsche Maut-Rechnungen

Vorsicht vor dieser perfiden Autobahn-Abzocke

In Frankreich fallen auf den Autobahnen die Schranken, was nicht nur Gutes mit sich bringt.

In Frankreich fallen auf den Autobahnen die Schranken, was nicht nur Gutes mit sich bringt.

ADAC

Frankreich schafft die Mautschranken ab und macht das Reisen bequemer. Doch genau diese Umstellung verwandeln Kriminelle gerade in eine Goldgrube

Martin Abgottspon

Martin Abgottspon

15.06.2026, 11:01•15.06.2026, 11:52

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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Frankreich hat auf mehreren Autobahnen wie der A13, A14, A4 und A79 die Mautschranken durch das schrankenlose Free-Flow-System ersetzt.
  • Kriminelle nutzen diese Umstellung für täuschend echte SMS und E-Mails im Namen von Ulys oder Vinci Autoroutes, die mit kleinen offenen Beträgen und Zeitdruck arbeiten.
  • Echte Betreiber schicken nie einen Bezahllink, sondern lassen ausschliesslich über das offizielle Kundenportal zahlen.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Du kommst aus den Sommerferien zurück, das Handy summt: «Ulys – Maut: Ein Restbetrag von 6.80 Euro ist noch offen. Bitte innert 48 Stunden begleichen, sonst fallen Gebühren an.» Das Logo stimmt, die Farben stimmen, und tatsächlich bist du vor zwei Tagen über die A13 Richtung Normandie gerollt. Also schnell zahlen, bevor es teuer wird. Auf genau diesen Reflex zielen derzeit Betrüger und treffen ihn erschreckend gut.

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Vorsicht vor dieser Vignetten-Falle

Betrüger zwacken Schweizer 800 Franken ab – kurz darauf folgt der nächste Schock

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt inzwischen offiziell vor einer Welle gefälschter Mautforderungen auf französischen Autobahnen. Besonders im Visier: die A13 zwischen Paris und Caen sowie die A14. Ausgerechnet Strecken, über die auch viele Schweizerinnen und Schweizer in die Normandie, an die Atlantikküste oder Richtung Paris fahren. Die Warnung gilt damit genauso für dich.

Erst verschwinden die Schranken, dann kommen die Betrüger

Frankreich stellt sein Mautsystem seit ein paar Jahren auf die sogenannte Free-Flow-Maut um. Statt an einer Schranke anzuhalten und ein Ticket zu ziehen, fährst du einfach durch ein Portal, das dein Kennzeichen per Kamera erfasst. Die Rechnung kommt erst danach. Du musst die Gebühr innert 72 Stunden selbst begleichen, online über die Betreiber-Website, an einem Automaten oder im Tabakladen. Weniger Stau, mehr Komfort. Aber eben auch eine völlig neue Logik, die viele Reisende noch nicht verinnerlicht haben.

Und genau diese Unsicherheit ist das Geschäftsmodell der Täter. Wer eine schrankenlose Strecke befahren hat, rechnet mit einer Nachzahlung. Trudelt dann eine SMS mit einem kleinen offenen Betrag ein, wirkt sie nicht verdächtig, sondern logisch. Die Masche funktioniert nicht trotz, sondern wegen des neuen Systems.

Warum die Falle so glaubwürdig ist

Die gefälschten Nachrichten sind handwerklich sauber gemacht. Sie tragen die Logos bekannter Betreiber wie Ulys oder Vinci Autoroutes. Der Ton ist nüchtern-amtlich, der geforderte Betrag liegt fast immer im harmlosen Bereich von fünf bis zehn Euro. Dazu kommt der eingebaute Zeitdruck. Wer nicht sofort zahle, dem drohten Mahngebühren oder eine Kontosperrung. Der Link in der Nachricht führt dann auf eine Seite, die der echten zum Verwechseln ähnlich sieht. Und jede Kreditkartennummer, die du dort eintippst, landet direkt bei den Tätern.

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Neue Funktion

So erkennst du Betrüger auf WhatsApp künftig noch einfacher

Das Perfide dabei ist, dass an der ganzen Logik ja tatsächlich was dran ist. Wer seine Maut wirklich verschlampt, riskiert in Frankreich eine Busse, die bei längerem Zögern bis auf 375 Euro klettern kann. Diese reale Drohkulisse macht die gefälschte Mahnung erst richtig wirksam. Vinci Autoroutes und Ulys betonen zwar, es habe kein Datenleck gegeben, und haben Anzeige erstattet. Doch die Betrüger brauchen gar keine geklauten Daten. Sie verschicken ihre Nachrichten einfach breit gestreut und warten, bis jemand panisch auf den Link tippt.

So sehen die echten Nachrichten aus

Es gibt klare Merkmale, an denen du eine seriöse Mitteilung von einer Fälschung unterscheidest. Echte E-Mails der Betreiber enden ausschliesslich auf offizielle Domains wie @ulys.com, @vinci-autoroutes.com oder @services.ulys.com. Wirf im Zweifel einen genauen Blick auf die Absenderadresse, nicht nur auf den angezeigten Namen. Echte SMS kommen nur von der Kurzwahl 36035 oder mit dem Absender «VINCI». Eine Nachricht von einer normalen französischen Handynummer ist praktisch immer ein Betrugsversuch.

Das wichtigste Erkennungszeichen aber ist ein anderes. Kein offizieller Betreiber schickt dir einen direkten Bezahllink per SMS oder E-Mail. Bezahlt wird immer über das jeweilige Kundenportal. Etwa über sanef.com für die A13, A14 und A4 oder über aliae.com für die A79. Wenn du eine offene Gebühr vermutest, tipp die Adresse selbst in den Browser, gib dort dein Kennzeichen ein und prüfe, ob wirklich etwas aussteht. Klick niemals den Link in der Nachricht an.

So fällst du nicht auf die Maut-Falle herein

  • Echte Bezahlungen laufen nie über einen Link in einer SMS oder E-Mail, sondern immer über das offizielle Kundenportal des Betreibers (etwa sanef.com oder aliae.com).
  • Prüfe bei E-Mails die komplette Absenderadresse – seriös sind nur Domains wie @ulys.com oder @vinci-autoroutes.com, nicht der bloss angezeigte Name.
  • Echte SMS stammen ausschliesslich von der Kurzwahl 36035 oder vom Absender «VINCI»; alles, was von einer 06- oder 07-Handynummer kommt, ist verdächtig.
  • Lass dich vom kleinen Betrag und vom Zeitdruck nicht hetzen – wer dir mit Sperrung oder Mahngebühren droht, will dich genau dazu bringen, nicht nachzudenken.
  • Bei Verdacht: Adresse des Betreibers selbst im Browser eingeben, mit dem Kennzeichen einloggen und kontrollieren, ob tatsächlich eine Gebühr offen ist.
  • Wer reale Maut spart, riskiert eine Busse bis 375 Euro. Darum die Free-Flow-Gebühr immer innert 72 Stunden über den offiziellen Kanal zahlen.
  • Schon Daten eingegeben? Sofort die Bank anrufen und die Karte sperren, danach den Fall in der Schweiz über antiphishing.ch beim BACS melden.