Nachfolger des iPhoneDie Zukunft des iPhone-Konzerns: Wann kommt die Apple-Brille?
Dirk Jacquemien
3.8.2018
Wie lange wird das Smartphone-Zeitalter noch andauern – Und was kommt danach? Schauen wir schon bald nicht mehr auf die Mattscheibe, sondern durch das Glas hindurch?
Keystone
Wie immer lässt sich der iPhone-Konzern noch nicht in die Karten schauen: Und doch scheint es klar, dass eine Apple-Brille kommen wird. Denn die Anzeichen dafür verdichten sich. Und für Apple könnte «Apple Glass» gar das Smartphone ablösen und zum wichtisten Produkt werden.
Apple setzt in letzter Zeit verstärkt auf Augmented Reality, das ist kaum zu übersehen: iPhone und iPad bekommen über iOS-Updates immer mehr Unterstützung für AR-Apps. Das fing mit der Einführung von ARKit, einer speziellen Entwickler-Plattform, in iOS 11 an und wird sich mit zahlreichen neuen Features beim im September erscheinenden iOS 12 fortsetzen.
Doch ist dieser ganze Fokus auf AR vielleicht nur ein erster, kleiner Schritt in einem viel grösseren Projekt? Arbeitet Apple gar an eigener AR-Hardware, einer Apple-Computerbrille?
Darum macht die Apple-Brille Sinn
Der YouTuber PolyMatter etwa hat mehrere Indizien zusammengetragen, die nahelegen, dass dies der Fall ist. So hat Apple in letzter Zeit zahlreiche kleinere Firmen aufgekauft, die mit Augmented Reality im weiteren Sinne beschäftigt waren. Jobbeschreibungen in Apple-Stellenanzeigen deuten ebenfalls auf grössere Ambitionen hin.
Grosse Gläser für AR-Projektionen: So stellt sich Designer Martin Hajek die Apple-Brille vor. Diese inoffizielle Design-Studie wurde von der Apple-Fanseite «iDropNews» in Auftrag gegeben.
Mit ARKit schliesslich kann Apple Entwickler schon mal mit der AR-Plattform vertraut machen und bekommt wertvolle Erkenntnisse, welche AR-Apps von den Nutzern angenommen werden und welche nicht. Ausgestattet mit dieses Infos weiss Apple dann direkt, welche Features seine Brille haben sollte.
Warum kann Apple, was Google nicht kann?
Nun könnte man zurecht einwerfen, dass Google mit Glass genau dieses Konzept bereits erfolglos ausprobiert hat. Warum sollte einem Tech-Giganten etwas gelingen, was ein anderer nicht schaffte?
Apple hat selten das erste Produkt einer neue Technologie am Markt — es hat schliesslich weder PC, noch MP3-Player noch Smartphone erfunden. Apple wartet erst mal ab, was funktioniert und versucht es dann besser zu machen. Genau diesen Ansatz scheint es bei der AR-Brille zu verfolgen, die Fehler können gerne erstmal andere machen. Google ging mit seinen «Google Glass» hier schonmal mutig voran – und scheiterte im ersten Anlauf.
Google Glass: Die Idee war gut, doch war die Welt noch nicht bereit?
Keystone
Brille ist essentiell für Apples Zukunft
Und schliesslich könnte man auch argumentieren, dass eine Computerbrille essentiell für Apples Zukunft ist. Zurzeit ist Apple massiv abhängig vom Erfolg des iPhones. Das Smartphone ist für über 60% des Umsatzes des Konzerns verantwortlich.
Derzeit ist das kein Grund zur Sorge, denn für die meisten Menschen, umso mehr bei jüngeren, ist das Smartphone das wichtigste technische Gerät. Nur, wird das auch in zehn Jahren noch so sein? Sollte das Smartphone-Zeitalter irgendwann zu Ende gehen, könnte Apple in massive Schwierigkeiten geraten.
Nun werden sich die Menschen dann kaum en masse in Einsiedler verwandeln, das Bedürfnis nach ständiger Information und Kommunikation wird wohl weiter bestehen. Wenn dieses nicht mehr durchs Smartphone befriedigt wird, wird es wohl ein neues Interface geben müssen. Und hier sind wir bei den Computerbrille. Bei dieser ist zumindest vorstellbar, dass sie dieses Interface der Zukunft werden.
Im Apple Store gibt es viele Produkte zu kaufen. Nicht alle sind so prominent wie iPhone oder iPad. Erinnern Sie sich beispielsweise noch an dieses Zubehör aus einer anderen Zeit?
Bild: Keystone
Das USB Superdrive ist ein externes DVD-Laufwerk und wurde 2008 zusammen mit dem MacBook Air lanciert. In Zeiten von Downloads und Cloud-Speicher sind die Silberscheiben aber immer weniger populär.
Bild: Apple
Mit dem iPod Radio Remote konnte man das iPod zum UKW-Radio machen. Auch heute in vielen Smartphones noch eine Rarität.
Bild: Apple
Der iPod Touch loop war eine Handschlaufe, die sich mit dem iPod Touch verbinden liess. Der beste Schutz gegen gesprungenes Displayglas.
Bild: Apple
Der Apple Battery Charger war ein schnödes Ladegerät für AA-Batterien, aber natürlich im Apple-Look.
Bild: Apple
Gibt es nur wegen einer EU-Vorschrift: Ein microUSB-zu-Lightning-Adapter.
Bild: Apple
Wer sich in 2011 eine neue Version von (damals noch) Mac OS X nicht übers Internet laden konnte, konnte stattdessen diesen USB-Stick mit dem Betriebssystem kaufen. Hat schon Style, oder?
Bild: Apple
Zu Olympia 2016 gab es Apple Watch-Armbänder in Landesfarben.
Bild: Apple
Das Thunderbolt Display, einen Apple-eigenen externen Monitor, gab es bis 2016. Noch immer einer der schönsten Bildschirme, den man sich aufs Pult stellen kann. Kam allerdings mit einem Apple-Typischen Preisaufschlag: Auch secondhand kosten die 27-Zöller noch bis zu 1000 Franken.
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