«Warum liegt denn hier überall Dreck rum?»

7.9.2019 - 14:00, tjb

Umweltschutz ist sicher nicht das erste, das einem zum Thema Pornhub in den Sinn kommt. Und doch wollen die Betreiber nun genau damit punkten: Ein Pornofilm soll helfen, Plastikabfälle von den Stränden zu verbannen.

Ein gutaussehendes Paar fällt am Strand übereinander her – doch hier ist etwas anders: Obwohl es explizit zur Sache geht, fällt der Blick eher auf die Umgebung, in der sich das Paar der Leidenschaft hingibt. Denn an diesem Strand liegt überall Dreck herum, Plastikabfall türmt sich auf dem weissen Sand, und auch im Wasser treiben die unappetitlichen Zivilisationsreste.

Öffentlicher Verkehr gegen Dreck

Der Abfall am an sich malerischen Strand lenkt von der eigentlichen Handlung ab – und genau das ist das Konzept. Denn hinter dem Film steckt das kanadische Luststreifen-Portal Pornhub, das bekannt ist für aufsehenerregende PR. Mit der jüngsten Aktion wollen die Betreiber nach eigenem Bekunden ein Zeichen gegen die Verschmutzung der Meere mit Plastik setzen. 



Während das Darsteller-Paar Leolulu im Hintergrund zur Sache geht, räumen im Vordergrund Menschen in Schutzanzügen, auf denen gut sichtbar das Logo des Pornoportals prangt, den Abfall weg. Der Film ist denn passenderweise auch mit «Dirtiest Porn ever», zu Deutsch in etwa «Der dreckigste Porno aller Zeiten», übertitelt.

Wer im Glashaus sitzt …

«Wir bei Pornhub sind schmutzig, aber unsere Strände müssen es deswegen noch lange nicht sein», lässt sich Pornhub-Vizepräsident Corey Price zitieren. Darum mache man für jedes Mal, das der Film angeschaut werde, eine Spende an die Organisation Ocean Polymers, die die Meere und Strände von Plastikabfall befreien will.

Wie viel Geld dabei fliesst, wurde indes nicht bekannt. Und ohnehin ist Pornhub nicht in der optimalen Position, um Umweltschutz zu predigen: Die Übertragung von Videoinhalten verbraucht wegen der grossen Datenmengen den Löwenanteil des Stroms, den das Internet frisst. Aber immerhin kann man mit einer solchen Aktion von negativen Schlagzeilen ablenken – wie beispielsweise dem Vorwurf, dass Pornhub kaum etwas tue gegen die Belästigung der Darstellerinnen der gezeigten Inhalte.

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