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OpenAI @ blueNews
Der Dreame MF10 verspricht Kühlung fürs ganze Zimmer statt Wind ins Gesicht. Ich habe ihn durch die heissesten Tage dieses Sommers im Homeoffice getestet. Überzeugt hat er mich, mit einer hörbaren Ausnahme.
Es waren diese Tage, an denen das Thermometer auch im Schatten über 30 Grad kletterte und in Zürich ein neuer Allzeit-Rekord verzeichnet wurde. Mein Homeoffice fühlte sich an wie ein parkiertes Auto in der Mittagssonne. Genau in dieser Woche stand der Dreame MF10 neben meinem Schreibtisch und tat das, was ein Ventilator tun soll: Er machte die Hitze erträglich, ohne dass ich es gross merkte. Und das ist das grösste Kompliment, das ich einem solchen Gerät machen kann.
Wer den MF10 zum ersten Mal sieht, erkennt nicht sofort einen Ventilator. Statt des klassischen Drahtkäfigs mit Rotorblättern stehen zwei offene Halbringe auf einem schweren Sockel, durch die unsichtbar die Luft strömt. Das Prinzip kennt man von Dyson. Die eigentlichen Flügel sitzen versteckt im Fuss, saugen Luft an und beschleunigen sie durch die Ringe. Das sieht weniger nach Haushaltsgerät aus und mehr nach einem Designobjekt, das zufällig auch kühlt.

Dreame
Das Schönste am MF10 ist, wie er die Luft verteilt. Die beiden Ringe lassen sich unabhängig voneinander nach oben und unten schwenken, horizontal dreht das ganze Gerät bis zu 180 Grad. So bläst dir die Luft nicht stur ins Gesicht, sondern verteilt sich im Raum, was nach ein paar Stunden tatsächlich angenehmer ist als der punktuelle Sturm eines billigen Standventilators.
Ganz so leise, wie es die Werbung verspricht, ist er allerdings nicht. Auf den unteren Stufen rauscht er dezent im Hintergrund, da kann ich problemlos telefonieren oder schreiben. Dreht man ihn aber höher, wird er hörbar, und im direkten Vergleich gibt sich ein Dyson da eine Spur kultivierter. Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber wer absolute Ruhe sucht, sollte den MF10 lieber im unteren Drittel laufen lassen.
Mit zehn Stufen findet sich für jede Situation die passende Stärke, von der kaum spürbaren Nachtbrise bis zum kräftigen Luftstrom, der laut Dreame einen 40-Quadratmeter-Raum in vier Minuten umwälzt. Praktisch ist der eingebaute Temperatursensor. Wird es wärmer, dreht das Gerät auf Wunsch von selbst auf. Bedienen kannst du den MF10 per Touch-Display, magnetischer Fernbedienung, App oder Sprachbefehl über Alexa und Google Home.
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Eine Wahrheit muss ich dir an dieser Stelle aber zumuten und sie betrifft nicht nur den MF10, sondern jeden Ventilator dieser Welt. Kühlen kann er nicht. Ein Ventilator verschiebt Luft, er klimatisiert sie nicht, und bei 30 Grad im Raum bläst dir auch das edelste Designobjekt im Kern nur warme Luft entgegen. Das fühlt sich an wie ein Föhn auf der sanftesten Stufe, der dir freundlich versichert, dass alles halb so schlimm sei.
Der angenehme Effekt entsteht nur, weil der Luftzug den Schweiss auf der Haut schneller verdunsten lässt. Klettert das Thermometer über die eigene Körpertemperatur, kippt selbst dieser Trick, und du sitzt trotz teurem Gerät ziemlich gnadenlos in deiner persönlichen Sauna. Der MF10 macht die Hitze also erträglicher, aber er besiegt sie nicht. Für echte Abkühlung bräuchte es eine Klimaanlage und die kostet ein paar Markennamen mehr.
Und damit zum Punkt, an dem ich schmunzeln musste. Dieser Ventilator trägt mehr eingetragene Markennamen als so manches Auto: GyroWing, AirBoost, TempSync, SceneMaster, HarmonyRing. Hinter dem ganzen Begriffs-Feuerwerk steckt im Kern schlicht ein guter Ventilator mit ein paar cleveren Funktionen. Man muss nur den Marketing-Nebel wegpusten, wozu sich das Gerät ja bestens eignet.
Auch sonst ist nicht alles perfekt. Wer die smarten Funktionen wirklich nutzen will, kommt um ein Konto in der Dreamehome-App nicht herum, und ehrlich gesagt habe ich für einen Ventilator noch nie eine App gebraucht. Mit 6,3 Kilo ist er zudem kein Leichtgewicht. Das macht ihn angenehm standfest, aber das Tragen von Zimmer zu Zimmer erledigst du nicht beiläufig mit einer Hand.
Rund 220 bis 260 Franken kostet der MF10 in der Schweiz, je nach Händler und Aktion. Das ist deutlich mehr als ein einfaches Modell vom Jumbo, aber spürbar weniger als das, was Dyson für seine flügellosen Modelle verlangt. Für diesen Preis bekommst du ein leises, sauber verarbeitetes Gerät, das im Wohn- oder Schlafzimmer nicht nur funktioniert, sondern auch gut aussieht.
Empfehlen würde ich ihn vor allem zwei Gruppen. Erstens jenen, die einen Ventilator den ganzen Tag laufen lassen und dabei nicht gestört werden wollen. Und zweitens Familien mit Kindern oder Haustieren, bei denen die fehlenden Rotorblätter ein echtes Sicherheitsplus sind. Wer dagegen nur ab und zu für ein paar Minuten Abkühlung sucht, ist mit einem einfachen Modell für dreissig Franken besser bedient.
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