Fehler gefunden?
Jetzt melden
«The Adventures of Elliot» besticht nicht nur mit seiner niedlichen Pixel-Grafik.
Square Enix
Die Macher von «Octopath Traveler» wagen sich erstmals an ein Action-Adventure und liefern eines der charmantesten Spiele des Jahres ab. Warum sich die Zeitreise nach Philabieldia lohnt.
Keine zehn Minuten bin ich in Philabieldia unterwegs, da erwische ich mich schon beim ältesten Reflex der Videospielgeschichte. Ich zertrümmere fremde Töpfe und mähe Gras nieder, um ein paar Münzen einzusacken. Kurz darauf rettet mich eine kleine Fee vor einem wütenden Biestling, ein Portal in die Vergangenheit öffnet sich und ich weiss: Die nächsten 30 Stunden gehören diesem Spiel.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
«The Adventures of Elliot: The Millennium Tales» ist das neue Action-Rollenspiel von Square Enix, entwickelt vom Team hinter «Octopath Traveler» und «Bravely Default». Erstmals verzichtet das Studio dabei auf rundenbasierte Kämpfe und setzt auf Echtzeit-Action im Stil klassischer «Zelda»-Abenteuer. Als Abenteurer Elliot erkundest du zusammen mit der Fee Faie den Kontinent Philabieldia und zwar gleich in vier verschiedenen Zeitaltern, um einen Fluch zu brechen, der auf Prinzessin Heuria lastet.
Das Spiel ist seit dem 18. Juni für Nintendo Switch 2, Playstation 5, Xbox Series X/S und PC erhältlich. Ein normaler Durchgang dauert rund 30 Stunden, wer alles sehen will, ist etwa 50 Stunden beschäftigt.

Square Enix
Das Erste, was einen packt, ist die Optik. Die sogenannte HD-2D-Grafik – detailreiche Pixelkunst, kombiniert mit modernen Licht- und Wassereffekten sieht aus wie ein zum Leben erwecktes Bilderbuch. Wenn die Abendsonne über ein Weizenfeld streicht oder Nebel durch eine Ruine wabert, halte ich immer wieder einfach inne und schaue zu.
Auch spielerisch sitzt fast alles. Elliot kann sieben Waffentypen führen, vom Schwert über den Bogen bis zur Sichelkette, die Gegner zu dir heranzieht. Kombiniert werden die Waffen mit sogenannten Magiciten. Das sind Edelsteine, die neue Effekte freischalten und zum Experimentieren einladen. Dazu kommt Faie, die du mit dem rechten Stick steuerst. Sie kämpft mit, löst Rätsel und kann Elliot sogar über Abgründe teleportieren. Das fühlt sich frisch an und gibt den durchwegs starken Dungeons und Bosskämpfen eine eigene Note.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Der grosse Kniff des Spiels ist die Zeitreise. Du besuchst denselben Kontinent in vier Epochen – vom Aufbruch der Menschheit bis zu Elliots Gegenwart. Dabei siehst du, wie sich Dörfer, Landschaften und Schicksale über tausend Jahre verändern. Was in der Vergangenheit geschieht, hat Folgen für die Zukunft. Gerade die Geschichte, die anfangs wie ein simples Märchen daherkommt, gewinnt mit jeder Stunde an Tiefe und mündet in ein Finale, das mich ehrlich berührt hat.
Ganz ohne Schönheitsfehler kommt das Abenteuer aber nicht davon. Weil sich die vier Zeitalter dieselbe Grundkarte teilen, läufst du manche Wege schlicht mehrfach ab, und auch die Gegnervielfalt könnte grösser sein. Und Faie, so herzig sie ist, redet gerne mal zu viel. Wer gerne selbst entdeckt, wird sich gelegentlich einen Stummschalter für die Fee wünschen. Störend, aber verschmerzbar.
Ganz klar für alle, die mit «A Link to the Past» oder «Secret of Mana» aufgewachsen sind und dieses Gefühl vermissen. Aber auch für Einsteigerinnen und Einsteiger ist «Elliot» ideal, weil das Spiel nie überfordert, fair bleibt und sich wunderbar in kurzen Sessions am Feierabend spielen lässt. Wer dagegen düstere Epen wie «Elden Ring» erwartet oder Pixelgrafik grundsätzlich nichts abgewinnen kann, sollte die Finger davon lassen.
Am Ende meiner Reise durch Philabieldia bleibt vor allem ein Gedanke hängen. Square Enix hat hier nicht einfach «Zelda» kopiert, sondern sich mit viel Handwerk und Herzblut ein eigenes Sommermärchen erschaffen. Und wenn Elliot dereinst zu einem zweiten Abenteuer aufbricht, bin ich am ersten Tag wieder dabei.