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Ein WhatsApp-Kettenbrief zum Thema KI verunsichert derzeit Millionen Nutzer.
blue News / imago / Bildmontage
In WhatsApp-Gruppen kursiert derzeit eine alarmierende Nachricht: Meta-KI soll bald Zugriff auf private Chats erhalten. Faktenchecker und Datenschutzexperten geben jedoch Entwarnung. Die zentrale Behauptung des Kettenbriefs ist falsch.
«Ab Samstag wird KI auf WhatsApp verfügbar sein und Zugriff auf alle Unterhaltungen haben.» Mit solchen Formulierungen verbreitet sich derzeit ein Kettenbrief in zahlreichen WhatsApp-Gruppen. Die Nachricht fordert Nutzerinnen und Nutzer dazu auf, umgehend eine Datenschutzeinstellung zu aktivieren, um ihre Chats vor der künstlichen Intelligenz von Meta zu schützen.
Die Warnung klingt dramatisch, entspricht aber nicht den Tatsachen.
Mehrere Faktenchecks, darunter jene der Rechercheplattform Mimikama, kommen zum Schluss: Die zentrale Behauptung des Kettenbriefs ist falsch. Private WhatsApp-Chats werden weiterhin durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt und können weder von Meta noch von einer KI automatisch mitgelesen werden.
Richtig ist, dass Meta den Messenger zunehmend mit KI-Funktionen erweitert. Nutzer können beispielsweise direkt mit der Funktion «Meta AI» interagieren oder sich künftig beim Formulieren von Nachrichten helfen lassen.

Dieser WhatsApp-Kettenbrief macht derzeit die Runde.
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Dabei gilt jedoch ein wichtiger Unterschied: Die KI verarbeitet nur Inhalte, die ihr aktiv zur Verfügung gestellt werden. Das geschieht etwa dann, wenn Nutzerinnen und Nutzer den Chatbot direkt ansprechen oder Inhalte bewusst mit der KI teilen.
Normale private Chats bleiben davon unberührt.
Für Verwirrung sorgt auch die im Kettenbrief erwähnte Funktion «Erweiterter Chat-Datenschutz». Diese existiert tatsächlich und wurde von WhatsApp eingeführt.
Sie dient jedoch nicht dazu, eine angebliche KI-Überwachung zu verhindern. Stattdessen schränkt sie verschiedene Funktionen innerhalb eines Chats ein. So können beispielsweise Chatexporte blockiert, automatische Medienspeicherungen verhindert oder bestimmte KI-Funktionen innerhalb eines Chats deaktiviert werden.
Aktivieren können die Funktion alle Nutzerinnen und Nutzer selbst – nicht nur Gruppenadministratoren, wie im Kettenbrief behauptet wird.
Experten sehen den Erfolg solcher Kettenbriefe vor allem darin, dass sie auf reale Sorgen rund um künstliche Intelligenz und Datenschutz aufbauen.
Tatsächlich sammeln grosse Technologiekonzerne zahlreiche Nutzungsdaten. Die Behauptung eines automatischen Zugriffs auf sämtliche WhatsApp-Nachrichten wird dadurch aber nicht richtiger.
Ähnliche Warnungen kursierten bereits im Sommer 2025. Schon damals kamen Faktenchecker und Fachmedien zum Schluss, dass die angebliche Gefahr nicht existiert.
Datenschutzexperten raten davon ab, den Kettenbrief weiterzuverbreiten. Jede Weiterleitung sorgt lediglich für zusätzliche Verunsicherung.
Wer möchte, kann den «Erweiterten Chat-Datenschutz» trotzdem aktivieren. Die Funktion bietet zusätzliche Kontrolle über einzelne Chats. Sie ersetzt jedoch nicht den gesunden Menschenverstand.
Denn auch mit aktivierten Datenschutzeinstellungen gilt weiterhin: Inhalte, die andere Chatteilnehmer sehen können, lassen sich grundsätzlich auch per Screenshot fotografieren oder manuell weiterleiten.