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Siri wird in Zukunft auf allen Geräten mit eindrücklichen Upgrades ausgerüstet sein.
Gemini @blueNews
Apple stellt nächste Woche eine komplett neue Siri vor. Sie soll endlich das können, was andere Chatbots längst beherrschen. Der Preis dafür ist eine ungewöhnliche Allianz und ein Eingeständnis.
Wer in den letzten Jahren von Siri mehr erwartet hat als einen Wecker, eine Wegbeschreibung oder das Wetter von morgen, kennt das vertraute Gefühl der Resignation. Man fragt etwas Komplizierteres, und die Antwort lautet sinngemäss: «Das habe ich im Web gefunden.» Während ChatGPT, Google Gemini und sogar Samsungs Assistent ganze Gespräche führen, blieb Apples Sprachassistentin auf dem Stand eines besseren Sprachbefehls stehen. Das soll sich nun ändern, und zwar grundlegend.
Am 8. Juni eröffnet Apple seine Entwicklerkonferenz WWDC, und im Zentrum steht laut Bloomberg-Journalist Mark Gurman der grösste Umbau von Siri seit ihrer Einführung 2011. Die neue Version, die mit dem Betriebssystem iOS 27 kommt, ist kein Facelift. Sie ist der Versuch, einen der grössten KI-Fehltritte der jüngeren Apple-Geschichte zu korrigieren. Denn genau diese intelligente Siri hatte der Konzern schon einmal versprochen.
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Optisch verschwindet zuerst das vertraute Leuchten am Bildschirmrand, mit dem Siri sich bisher meldete. Stattdessen soll die Assistentin in die «Dynamic Island» einziehen, jene schwarze Pille am oberen Rand aller aktuellen iPhones ausser dem günstigen 17e. Mit einer Geste vom oberen Bildschirmrand öffnet sich künftig eine Eingabezeile mit der Aufforderung «Suchen oder Fragen», begleitet von einem blinkenden Cursor. In diesem Feld verschmelzen Sprachassistent und Systemsuche zu einem einzigen Werkzeug.
Antworten erscheinen neu als übersichtliche Textkarten. Wischt man sie nach unten, landet man in einer eigenständigen Siri-App, die sich wie ein klassischer Chatbot bedienen lässt, samt Verlauf, Rückfragen und gespeicherten Unterhaltungen. Genau diese App hat Apple jahrelang nicht geliefert. Auch die «visuelle Intelligenz», mit der das iPhone bisher Objekte in der Umgebung erkennt, wandert laut Bericht direkt in die Kamera-App, als eigener Modus neben Foto, Video und Porträt.
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Wichtiger als das neue Gewand ist, was die Assistentin künftig leisten soll. Erstmals kann Siri aktuelle Inhalte im Internet finden und zusammenfassen, eine Selbstverständlichkeit für jeden anderen Chatbot. Sie soll persönliche Daten und Bildschirminhalte verstehen und Aufgaben quer über mehrere Apps hinweg ausführen. Man könnte sie etwa bitten, im Kalender nach freien Terminen zu suchen oder sich überschneidende Einträge zu finden.
Das klingt vertraut, und das ist der Punkt. Fast alle diese Fähigkeiten hatte Apple bereits 2024 angekündigt, als Herzstück der hauseigenen KI-Initiative «Apple Intelligence». Geliefert wurden sie nie. Die personalisierte Siri verschob sich von Frühling 2025 auf unbestimmt, dann auf 2026.
Dass es jetzt klappen soll, hat einen Grund, der bei Apple lange undenkbar gewesen wäre. Die neue Siri läuft im Kern nicht auf einem Apple-Modell, sondern auf einer angepassten Version von Google Gemini. Rund eine Milliarde Dollar pro Jahr zahlt Apple gemäss Gurman an den Erzrivalen, allein für die Lizenz des KI-Gehirns. Ein Konzern, der seine Identität auf «alles aus einer Hand» aufgebaut hat, mietet damit ausgerechnet bei der Konkurrenz die wichtigste Technologie zu.
Wie schmerzhaft die Verzögerung war, zeigt eine Zahl aus den USA. Im Mai einigte sich Apple auf einen Vergleich über 250 Millionen Dollar, um eine Sammelklage beizulegen. Der Vorwurf lautete, der Konzern habe das iPhone 16 mit Siri-Funktionen beworben, die es zum Verkaufsstart gar nicht gab. Immerhin öffnet sich Apple künftig auch nach aussen und will neben ChatGPT weitere KI-Dienste wie Gemini oder Claude zur Auswahl stellen, zwischen denen sich per Knopfdruck wechseln lässt.