Königin der RomComsJane Austen wird 250 Jahre alt – diese 5 Filme musst du gesehen haben
Fabienne Kipfer
16.12.2025
250 Jahre Jane Austen: «Pride and Prejudice» bleibt ihr meistverfilmtes Werk. Ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt.
Imago
Jane Austen hat mit ihren Romanen Generationen weltweit geprägt. Dieses Jahr wäre die Schriftstellerin 250 Jahre alt geworden. Doch was macht die Autorin und ihre Bücher so zeitlos?
Jane Austen gilt als die Wegbereiterin der modernen RomComs. Die Formel ist einfach: Zwei Menschen begegnen sich, durchlaufen Missverständnisse und persönliche Entwicklungen – und finden am Ende zueinander.
Ihre Hauptfiguren sind eigenständige Heldinnen, die sich gegen die gesellschaftlichen Traditionen still auflehnen – und das in einer Epoche, in der Frauen kaum Mitspracherecht hatten. Austen erschuf intelligente, kritische und selbstbewusste Protagonistinnen, die ihre Rolle in der Gesellschaft hinterfragen und Grenzen testen. Austen zeigt auf, wie subtil Macht ausgeübt werden kann. Mit einem ironischen Unterton beschreibt sie gesellschaftliche Absurditäten – wirkt dabei aber nie belehrend.
Sie schreibt über Stolz, Verletzlichkeit, Vorurteile und über den Mut, über sich selbst hinauszuwachsen. Wer Jane Austen liest, entdeckt schnell, dass zwischen den Zeilen oft mehr passiert als in manchen zeitgenössischen Dramen. Diese nuancierte Form von Feminismus wirkt bis heute inspirierend.
Austens Einfluss auf die Popkultur
Die sechs von ihr fertig geschrieben Werke wurden mehrfach verfilmt. So existieren von Historiendramen über Biopics bis hin zur Zombiekomödie verschiedenste Adaptionen.
Die Liste mit den Verfilmungen ist schier endlos. 1938 wurde zum ersten Mal ein Werk von ihr verfilmt. «Stolz und Vorurteil» fand damals auch den Weg auf die grosse Leinwand. Kein anderer Titel wurde so oft neu verfilmt, von der berühmten BBC-Mini-Serie mit Colin Firth als Mr. Darcy bis hin zur modernen Bollywood-Version.
Auch ihr Einfluss auf die Popkultur darf nicht unterschätzt werden. In den 1990er Jahren entstanden Kinoproduktionen, die Austens literarische Werke als Vorlage nutzen. Zahlreiche erfolgreiche RomComs und Serien der Gegenwart folgen diesem Muster: Von «Clueless – Was sonst!» bis zur Netflix-Hitserie «Bridgerton» bauen auf dieser Erzählformel auf. So leben ihre Figuren in modernen Adaptionen weiter und beeinflussen – noch 250 Jahre später – Generationen von jungen Frauen.
blue News sagt dir, warum du diese fünf Adaptionen gesehen haben musst.
«Stolz und Vorurteil» 2005
Unter den besten fünf Austen-Verfilmungen darf diese Version nicht fehlen: Regisseur Joe Wright (später bekannt durch «Abbitte») schuf eine frische, moderne und äussert erfolgreiche Adaption von «Pride and Prejudice».
Keira Knightley erwies sich als die perfekte Besetzung für Elizabeth Bennet. Mit ihrer Mimik und natürlichen Leichtigkeit unterstreicht sie die Schlagfertigkeit und die innere Stärke der Hauptfigur – eine Leistung, die ihr eine Oscar-Nominierung einbrachte. Auch Matthew Macfadyen, der 2024 für seine Rolle in der Erfolgsserie «Succession» mit einem Emmy Award ausgezeichnet wurde, überzeugt als Mr. Darcy. Er verleiht dem zurückhaltenden Gentleman eine ganz eigene, tiefgründige Note.
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Der taiwanische Regisseur Ang Lee («Life of Pi») brachte 1995 mit «Sinn und Sinnlichkeit» eine einfühlsame und zugleich herzerwärmend gespielte Version des Klassikers auf die Leinwand.
Und ganz ehrlich: Eine bessere Besetzung hätte man kaum finden können – Emma Thompson, Kate Winslet, Hugh Grant und Alan Rickman verkörpern ihre Rollen so feinfühlig, als wären sie direkt aus Austens Romanen herausgetreten.
Lust, für zwei Stunden ins 19. Jahrhundert einzutauchen und es sich im Home Cinema gemütlich zu machen? Den Film findest du auf blue Video.
Natürlich darf auch ein Biopic über die Schriftstellerin in der Aufzählung nicht fehlen. Doch anders als ihre Romanheldinnen hat Jane Austen selbst nie ihre grosse Liebe geheiratet – und genau diese biografische Seite beleuchtet der Film von Julian Jarrold («The Crown»).
Wer könnte sie besser verkörpern als Anne Hathaway («Der Teufel trägt Prada»)? Mit einer Mischung aus jugendlicher Energie und Witz zeigt sie die verletzliche Seite der Schriftstellerin. Sie verleiht Jane Austen jene Entschlossenheit und innere Stärke, die sie zu einer der bedeutendsten Autorinnen ihrer Zeit machte. Zusammen mit James McAvoy sorgt sie für eine berührende Leinwandchemie.
«Emma» 1996
«Emma» ist eine komödiantische Adaption des gleichnamigen Romans von 1815. In den Hauptrollen Gwyneth Paltrow, Ewan McGregor, Greta Scacchi und Jeremy Northam.
«Emma» erzählt die Geschichte der privilegierten, klugen Emma Woodhouse, die sich gerne als Heiratsvermittlerin versucht – dabei aber mehr Chaos stiftet. Jane Austen soll über ihre Figur Emma gesagt haben: «Ich werde eine Heldin schaffen, die keiner ausser mir besonders mögen wird.» Gwyneth Paltrow beweist jedoch das Gegenteil und macht Emma überraschend sympathisch.
«Stolz und Vorurteil» 1995
Colin Firth ist ein Ausnahme-Schauspieler – charmant, brillant und aus keiner Jane-Austen-Top-5 wegzudenken. Egal, ob in «Bridget Jones» oder als ikonischer Mr. Darcy in der BBC-Verfilmung von «Stolz und Vorurteil».
Mit seiner bewusst sinnlicher angelegten Adaption von «Stolz und Vorurteil» landete Drehbuchautor Andrew Davies 1995 einen Volltreffer. Die TV-Serie wurde preisgekrönt und machte Colin Firth zum Star – nicht zuletzt dank der berühmten Szene, in der er in nassem Hemd aus dem See steigt. Einen Moment, den Davies eigens für die TV-Adaption erfand und so im Roman nicht vorkommt. Für 1813 wäre das dann doch zu gewagt gewesen.
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