Oscars 2025 im ÜberblickMikey Madison gewinnt überraschend als beste Hauptdarstellerin
Helene Laube
3.3.2025 - 05:49
«Anora» räumt bei den Oscars ab
Das Werk des Independent-Regisseurs Sean Baker setzte sich in fünf Kategorien durch, darunter «Bester Film» und «Beste Regie». Die erstmals oscarnominierte Hauptdarstellerin Mikey Madison stach unter anderem Demi Moore aus.
03.03.2025
Die Tragikomödie «Anora» erzählt von einer Sexarbeiterin in den USA – bei den Oscars gewinnt der Film gleich fünf Auszeichnungen. Auch ein deutscher Filmschaffender ist erfolgreich.
DPA, Helene Laube
03.03.2025, 05:49
03.03.2025, 08:53
dpa
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Bei den Oscars hat die Tragikomödie «Anora» über eine Sexarbeiterin in den USA gleich fünf Auszeichnungen gewonnen, darunter für den besten Film. Das Werk von Regisseur Sean Baker war sechsmal nominiert gewesen.
Die nominierten Schweizer Filmschaffenden können keinen Oscar nach Hause nehmen.
blue News fasst die wichtigsten Momente der Verleihung zusammen.
Bei den Oscars hat die Tragikomödie «Anora» über eine Sexarbeiterin in den USA gleich fünf Auszeichnungen gewonnen, darunter für den besten Film. Das Werk von Regisseur Sean Baker war sechsmal nominiert gewesen. Die nominierten Schweizer Filmschaffenden können keinen Oscar nach Hause nehmen.
Tragikomödie «Anora» holt die meisten Oscars - Gallery
Sean Bakers Film gewann fünf Oscars.
Bild: Keystone
Mikey Madison nimmt den Preis für die beste Hauptdarstellerin entgegen.
Bild: sda
In Hollywood wurden die Oscars verliehen – mit US-Comedian als Moderator.
Bild: Keystone
Erstmals moderierte US-Comedian Conan O'Brien.
Bild: Keystone
Gewann seinen ersten Oscar: Kieran Culkin.
Bild: Keystone
Hielt eine emotionale Dankesrede: Zoe Saldaña.
Bild: Keystone
Gewann seinen zweiten Oscar: Adrien Brody.
Bild: Keystone
Tragikomödie «Anora» holt die meisten Oscars - Gallery
Sean Bakers Film gewann fünf Oscars.
Bild: Keystone
Mikey Madison nimmt den Preis für die beste Hauptdarstellerin entgegen.
Bild: sda
In Hollywood wurden die Oscars verliehen – mit US-Comedian als Moderator.
Hier ein Überblick der wichtigsten Nacht in Hollywood in fünf Punkten:
Überraschung bei den Schauspielpreisen
«Anora» erzählt von einer Stripperin, die sich in den Sohn eines russischen Oligarchen verliebt. Der Film ist eine Mischung aus Romanze, Gangster-Komödie und Sozialdrama und hatte auch in Cannes gesiegt. Mikey Madison gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin und setzte sich damit unter anderem gegen Favoritin Demi Moore («The Substance») durch.
Drei Oscars gingen an das Drama «Der Brutalist» über einen jüdischen Architekten, der sich nach dem Holocaust ein neues Leben in den USA aufbauen will. Hauptdarsteller Adrien Brody gewann für die Rolle seinen zweiten Oscar – damit ging Timothée Chalamet, der Musiker Bob Dylan in «Like A Complete Unknown» spielte, leer aus.
Vier Gewinner*innen mit ihren Oscars (von links nach rechts): Adrien Brody ist bester Hauptdarsteller («The Brutalist»), Mikey Madison ist beste Hauptdarstellerin («Anora»), Zoë Saldaña ist beste Nebendarstellerin («Emilia Perez») und Kieran Culkin bester Nebendarsteller («A Real Pain»).
Bild:Keystone/Photo by Jordan Strauss/Invision/AP
Der Oscar für den besten Nebendarsteller ging an Kieran Culkin («A Real Pain»). Beste Nebendarstellerin wurde Zoë Saldaña («Emilia Pérez»), die auf der Bühne unter Tränen ihre Mutter erwähnte und daran erinnerte, dass sie selbst Kind von Einwanderern sei. Sie bekomme die Auszeichnung für eine Rolle, in der sie Spanisch singe und spreche. «Das ist für meine Grossmutter.»
Wie die Verleihung lief
Die 97. Oscars wurden in Los Angeles verliehen. Eröffnet wurde die Show mit einer Hommage an die Stadt, in der Anfang des Jahres Brände verheerende Schäden angerichtet hatten.
Interview mit «Anora»-Hauptdarstellerin Mikey Madison
Stunts, Sexszenen und wilde Tanzeinlagen: Im Gespräch mit blue News-Redaktor Gianluca Izzo verrät Mikey Madison, welche Herausforderungen es beim Dreh von «Anora» gab und was ihr an ihrer Rolle als Ani besonders wichtig war.
23.10.2024
Erstmals moderierte US-Comedian Conan O'Brien (61). In seiner Eröffnungsrede teilte er unter anderem gegen Schauspielerin Karla Sofía Gascón aus. Die Hauptdarstellerin des Films «Emilia Pérez» hatte sich in alten, inzwischen gelöschten Posts auf dem Portal X islamfeindlich und rassistisch geäussert. Der Musical-Thriller war mit 13 Nominierungen ins Rennen gegangen und gewann letztlich lediglich in zwei Kategorien.
Wie Schweizer abschneiden
Zwei Schweizer waren dieses Jahr nominiert: Der Basler Tim Fehlbaum für das Drehbuch zu «September 5», das er mit Moritz Binder und Tim und Alex David schrieb. Die deutsche Produktion über das Olympia-Attentat 1972 in München, die für das beste Originaldrehbuch nominiert war, verpasste die Auszeichnung.
Der österreichisch-schweizerische Regisseur Edward Berger durfte mit dem Vatikanthriller «Conclave» in der Kategorie «Bester Film» sogar auf den prestigeträchtigsten Preis überhaupt an den Oscars hoffen. Aber auch er setzte sich nicht durch. Sein Film gewann allerdings eine Auszeichnung für das beste adaptierte Drehbuch.
Besondere Momente
Während der Verleihung kamen mehrere Feuerwehrleute auf die Bühne, die nach den Waldbränden von O'Brien als Helden gewürdigt wurden. Hollywoodstar Morgan Freeman erinnerte an Schauspieler Gene Hackman, der mit seiner Ehefrau Betsy tot in seinem Anwesen in Santa Fe aufgefunden worden war.
Während der Show gab es eine Hommage an die «James Bond»-Filme. Die langjährigen Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson gaben zuletzt die kreative Kontrolle über das Franchise an Amazon ab.
Auf dem roten Teppich revanchierte sich Hollywoodstar Halle Berry auf überraschende Weise mehr als 20 Jahre nach einem stürmischen Kuss von Brody und küsste ihn auf den Mund.
In mehreren Momenten wurde es politisch – allerdings war angesichts der inneramerikanischen und geopolitischen Verwerfungen mehr erwartet worden. Ein Oscar ging an den Dokumentarfilm «No Other Land» eines palästinensisch-israelischen Teams, der von der Räumung palästinensischer Dörfer im Westjordanland erzählt. Der Film war auch bei der Berlinale 2024 ausgezeichnet worden. Den Filmemachern wurde damals nach der Verleihung eine einseitige Positionierung im Nahost-Konflikt und teils auch Antisemitismus vorgeworfen.
Die Regisseure nutzten die Bühne in Los Angeles, um auf die Situation in ihrer Region hinzuweisen. «No Other Land» spiegelt die harte Realität wider, die wir seit Jahrzehnten ertragen und gegen die wir uns immer noch wehren», sagte der palästinensische Filmemacher Basel Adra, «während wir die Welt auffordern, ernsthafte Massnahmen zu ergreifen, um die Ungerechtigkeit zu beenden und die ethnische Säuberung des palästinensischen Volkes zu stoppen.»
Schauspielerin Daryl Hannah erinnerte auf der Bühne an die Ukraine, die sich seit drei Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands verteidigt. Zuletzt hatte es im Weissen Haus einen beispiellosen Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegeben.
Und Moderator O'Brien teilte dann doch noch gegen Trump und Putin aus: «‹Anora› schlägt sich heute Abend gut – das ist eine gute Nachricht. Schon zwei Oscars. Ich denke, die Amerikaner sind begeistert, dass endlich jemand einem mächtigen Russen die Stirn bietet!»
Conan O’Brien just perfectly called out Trump at the Oscars “Anora is having a good night. That's great news. Two wins already. I guess Americans are excited to see somebody finally stand up to a powerful Russian!” Boom. pic.twitter.com/6LLX0THztk
Interview mit «Anora»-Hauptdarstellerin Mikey Madison
Stunts, Sexszenen und wilde Tanzeinlagen: Im Gespräch mit blue News-Redaktor Gianluca Izzo verrät Mikey Madison, welche Herausforderungen es beim Dreh von «Anora» gab und was ihr an ihrer Rolle als Ani besonders wichtig war.