«Ich quäle ihn gerade so sehr» «Bares für Rares»-Experte lässt Horst Lichter hörbar leiden

Bruno Bötschi

9.2.2026

Während Horst Lichter in der ZDF-Trödelshow «Bares für Rares» an Herzschmerz litt, übte sich Experte Detlev Kümmel in Schadenfreude.
Während Horst Lichter in der ZDF-Trödelshow «Bares für Rares» an Herzschmerz litt, übte sich Experte Detlev Kümmel in Schadenfreude.
Bild: ZDF

Selten, begehrt und schmerzhaft schön: Beim Anblick der seltenen Carrera-Motorräder litt «Bares für Rares»-Moderator Horst Lichter still vor sich hin. Und Experte Detlev Kümmel? Der lachte vor Schadenfreude.

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  • In der aktuellen Ausgabe der ZDF-Trödelshow «Bares für Rares sorgten zwei Carrera-Motorräder bei Moderator Horst Lichter für Herzschmerz.
  • Vor 25 Jahren entdeckte der Bruder der beiden Verkäuferinnen die Spielzeuge im Sperrmüll. Motorrad-Fan Lichter schien fassungslos: Wie konnte man solche Schätze einfach auf der Strasse finden?
  • Experte Detlev Kümmel genoss den Moment und sagte mit einem Grinsen: «Auch die Kartons sind wunderbar erhalten. Ich quäle Horst gerade so sehr.»

Ein Sperrmüllfund sorgte in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow «Bares für Rares» für ganz viel Herzschmerz bei Horst Lichter: Der leidenschaftliche Motorrad-Fan kannte das seltene Spielzeug nicht und Detlev Kümmel machte sich einen Spass aus Lichters Qualen. Moderator leiden zu sehen: «Ich liebe es.»

Die Carrera-Motorräder waren selbst für Sammler Horst Lichter Neuland. Die Originalmodelle erkannte er aber sofort: eine 750er von Honda und eine BMW RS75/5 mit Vollverkleidung: «Ich werde wahnsinnig», flüsterte er.

Kümmel lachte: «Mir macht am meisten Spass, dass du so kontrolliert redest, aber eigentlich schreien willst: ‹Ar, ar, ar, meins!›.» «Aber ich habe hier ja nichts zu sagen», erklärte Lichter mit hörbarem Bedauern.

Am liebsten würde er sich die Motorräder schnappen und davonlaufen, wusste Kümmel. Lichter bestätigte: «Das ist ein wunderschönes Spielzeug.» Der Experte genoss den Moment sichtlich und kommentierte mit einem schelmischen Grinsen: «Ich liebe das gerade.»

Lichter klagt über «Spitzen» von Experte

Die beiden Verkäuferinnen Sarah und Monika trennten sich von den kleinen Zweirädern – denn zu schade seien sie fürs Kinderzimmer, so Tochter Sarah. Besonders bemerkenswert war jedoch die Geschichte ihres Fundes:

Vor 25 Jahren entdeckte ihr Bruder die Spielzeuge im Sperrmüll am Strassenrand. Lichter blickte ungläubig ... «Jetzt freue ich mich erst recht», lachte der Experte und stichelte gegen Lichter, der wohl noch nie solches Glück beim Sperrmüll hatte.

Lichter schien fassungslos: Wie konnte man solche Schätze einfach auf der Strasse finden? Schliesslich forderte er Kümmel auf, mit der Expertise zu beginnen – «vermutlich nicht ohne ein, zwei Spitzen gegen mich».

Die Motorräder waren für die Carrera-Universal-Bahn gedacht, die von 1963 bis 1984 produziert wurde. In diesem Zeitraum kamen lediglich drei Motorräder heraus – allesamt aus bedeutenden Baureihen. Kümmel erläuterte die Details ausführlich und holte sich immer wieder die Zustimmung von Lichter.

Der reagierte augenzwinkernd: «Das macht er extra.» «Auch die Kartons sind wunderbar erhalten», schwärmte Kümmel weiter – wohl wissend: «Ich quäle ihn gerade so sehr.»

Der Experte lachte über die stillen Qualen, die Lichter tapfer ertrug. Dabei war Kümmel selbst sichtlich begeistert vom «nahezu neuwertigen Zustand» der Boxen und Motorräder, die er auf Mitte der 1970er-Jahre datierte.

Kümmel: «Nur Händler, eine Sammler»

Der Wunschpreis lag jedenfalls bei 400 bis 450 Euro. Doch dem Wunsch konnte Kümmel leider nicht entsprechen. Er schätzte den Marktwert auf 300 bis 360 Euro. «Denn wir haben nur Händler und keine Sammler», liess er nochmal eine dezente Spitze in Richtung Lichter los.

Der stimmte traurig zu: «Nein, haben wir nicht.» Die Händlerkarte gab es trotzdem. «Habe ich noch nie gesehen», staunten auch die Händlerinnen und Händler über die Motorräder. «Ich kenne nur Autos für die Carrera-Bahn», gestand Susanne Steiger, während die Kollegen zustimmend nickten. «Die sind ganz selten, es gibt insgesamt nur drei Modelle», ergänzte die Verkäuferin. «Sehr schön», freuten sich vor allem die Händler.

«Die Augen funkelten schon bei den Kollegen, ähnlich wie meine bei Diamanten», scherzte Steiger und prompt stöhnte ihr Sitznachbar Jos van Katwijk ein zustimmendes «Boah» und meinte: «Ja, die sind schön.»

Roman Runkel bot als erster 50 Euro und ein schnelles Händler-Duell zwischen ihm und van Katwijk liess die Gebote auf 150 Euro klettern. «Horst war begeistert und hätte die Motorräder gerne selbst gekauft», versuchte die Verkäuferin, das Interesse und die Gebote weiter in die Höhe zu treiben – mit Erfolg.

Die beiden Händler lieferten ein «Kopf-an-Kopf-Rennen» ab, wie Benjamin Leo Leo bemerkte. Am Ende gewann Roman Runkel das Duell und zahlte 250 Euro.

Verkäuferin nimmt Erbstücke wieder mit nach Hause

Als weiteres Objekt der Sendung datierte Wendela Horz ein Tennisarmband aus 750er-Weissgold mit Saphiren (25 Karat) und Diamanten in die 1970er-Jahre. Der Wunschpreis lag bei 4000 Euro. Die Expertin schätzte 2600 bis 3000 Euro. David Suppes zahlte sogar 3300 Euro für das «sehr, sehr schöne Band».

Zwei Keramikfiguren aus der Art-Déco-Zeit (Entwurf von 1925) schätzte Colmar Schulte-Goltz auf 1200 bis 1500 Euro – denn die Figuren zeigen leider auch Verfärbungen auf. Die Verkäuferin aber wünschte sich 2500 Euro für das spanische Tänzer-Paar von Villeroy & Boch. Und so nahm sie ihre Erbstücke lieber wieder mit.

Ein Trödelfund erkannte Colmar Schulte-Goltz als restaurationsbedürftigen Karton von Künstler Hans Wacker-Elsen um 1911. Der Verkäufer wünschte sich 500 Euro für seine «Hochseefischer». Der Experte schätzte nur 140 bis 275 Euro. Händler Roman Runkel zahlte 150 Euro, denn ihm tat das Ölbild leid.

Zwei neuwertige Wandleuchten «Tjuca Wall» von Ingo Maurer – einem Lichtdesigner aus München datierte Kümmel in den Zeitraum zwischen 1990 und 2000. Der Wunschpreis lag bei 1600 Euro. Der Experte schätzte die Objekte aber nur auf 800 bis 1000 Euro. David Suppes zahlte letztlich 1.200 Euro für die «typisch 90er-Jahre-Leuchten».

Eine Brosche aus 750er-Gold mit kleinen Diamanten (0,22 Karat), aber mit grosser Wirkung stammte laut Wendela Horz von 1930. Gewünscht wurden 1000 Euro. Die Expertin taxierte 1200 bis 1500 Euro. Susanne Steiger zahlte am Ende 1350 Euro für das «schöne Highlight, um eine Bluse zu schliessen».


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