In Wohnung gefunden Rosenstolz-Sängerin AnNa R. verstirbt unerwartet mit 55 Jahren

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17.3.2025 - 16:02

Rosenstolz-Sängerin AnNa R. starb im Alter von 55 Jahren. (Archivbild)
Rosenstolz-Sängerin AnNa R. starb im Alter von 55 Jahren. (Archivbild)
Patrick Pleul/dpa

Die Musikwelt trauert um AnNa R., die mit 55 Jahren in Berlin verstorben ist. Ihr plötzlicher Tod hinterlässt eine grosse Lücke und wirft viele Fragen auf.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • AnNa R., Sängerin des erfolgreichen deutschen Pop-Duos Rosenstolz, ist im Alter von 55 Jahren «plötzlich und unerwartet» verstorben.
  • Rosenstolz feierte grosse Erfolge mit melancholischen Songs wie «Liebe ist alles» und brachte zwischen 1991 und 2012 zwölf Alben heraus.
  • Ihr erfolgreichstes Album «Das grosse Leben» (2006) erreichte Platz eins der Charts und hielt sich über zwei Jahre in den Hitlisten.

Rosenstolz-Sängerin AnNa R. ist tot. Die als Andrea Rosenbaum geborene deutsche Sängerin starb «plötzlich und unerwartet» im Alter von 55 Jahren, wie auf ihrem Instagram-Profil mitgeteilt wurde.

Ihr Management bestätigte den Tod der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Tod «schockiert und verwirrt uns zutiefst», hiess es in dem Instagram-Post, der unter anderem vom Schlagzeuger der Sängerin, Manne Uhlig, unterzeichnet wurde.

«Mit ihrer einzigartigen Stimme, ihrer Präsenz und ihren Liedern blieb sie seit der Gründung von Rosenstolz eine konstante Lebensbegleiterin für unzählige Menschen. Sie hatte noch viele Musikpläne, als sie im Alter von 55 Jahren in Berlin verstarb.» Nach Berichten von «Bild» soll die Sängerin in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden sein. 

Erfolgreiches Pop-Duo mit melancholischen Songs

Das Duo Rosenstolz war eine der in Deutschland erfolgreichsten Pop-Gruppen der vergangenen Jahrzehnte. Die Berliner Band wurde mit melancholischen Songs wie «Liebe ist alles» und «Lass es Liebe sein» berühmt.

Ich werde dich jede Sekunde vermissen», teilte Plate mit. «Erst vor zwei Wochen habe ich dir geschrieben, dir zu deinem neuen Job als Poetikdozentin gratuliert – und mich von Herzen mit dir gefreut. Das hättest du grossartig gemacht! Überhaupt warst du voller Vorfreude auf alles, was kommen sollte. Vielleicht ist das ein kleiner Trost.»

Erfolge mit Rosenstolz

Die beiden waren erst Lieblinge der Subkultur, später eroberten sie den Massenmarkt, gewannen Echos, Gold und Platin. Popschlager-Hymnen wie «Gib mir Sonne» und «Ich bin ich (Wir sind wir)» prägten den Sound der Nuller Jahre.

Viele denken bei Rosenstolz auch an den melancholischen Hit «Liebe ist alles» aus dem Jahr 2004. Bei den Konzerten sangen Fans vom ersten bis zum letzten Lied mit. Im Publikum tummelte sich der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Plate: War hingerissen von deiner Art, zu singen

Anna R. wurde 1969 in Ost-Berlin geboren und machte einst eine Ausbildung als Chemielaborantin. Die Geschichte der Band Rosenstolz begann Anfang der 90er Jahre.

Plate schrieb nun: «Ich werde unseren ersten gemeinsamen Abend niemals vergessen. Wir tranken Schaumwein, du erzähltest mir, du wolltest Jazzsängerin werden, und ich wollte Popmusik machen. Noch in derselben Nacht gingen wir zu mir und nahmen einen Song auf – ich war hingerissen von deiner Stimme, von deiner Art zu singen, von deiner Gabe, jedes unserer Lieder in die schönsten Farben zu hüllen.»

Zwischen 1991 und dem als «Pause» bezeichneten vorläufigen Ende der Zusammenarbeit 2012 spielten Anna R. und der Songwriter Plate zwölf Alben ein. Ihr erfolgreichstes Album «Das grosse Leben» kam 2006 heraus.

Nach ihrer Zeit bei Rosenstolz war die Sängerin bei den Bands Gleis 8 und Silly aktiv. 2023 veröffentlichte sie das Solo-Album «König:in». Noch vor einigen Wochen hatte sie bei Instagram für ihre «Mut zur Liebe»-Tournee geworben, die in diesem Oktober starten sollte.

Bekannt auch für politisches Engagement

In ihren Liedern ging es oft um Liebe, aber Anna R. war auch politisch aktiv. 2011 bekam sie gemeinsam mit ihrem Band-Kollegen Plate für ihr Engagement gegen Aids das Bundesverdienstkreuz. Auf ihrem Solo-Album singt sie im Track «Meer voller Seelen» über Migranten, die in Booten flüchten.

In einem Interview sagte sie 2023 dazu: «Ich finde wirklich, dass wir uns alle schämen sollten. Dass es Diskussionen darüber gibt, ob man flüchtenden Menschen auf Booten hilft, sie an Land aufnimmt oder nicht. Dass man sie in überfüllte Lager bringt. Diese Leute sind geflohen, weil sie nicht im Krieg leben wollten. Unglaublich, dass gnadenlos darüber hinweggeblickt wird.»

In dem Interview des Magazins «Coolibri» wurde die Musikerin auch gefragt, ob ihr Vermächtnis als Rosenstolz-Sängerin Druck bei ihr auslöse. «Jein», antwortete sie. «Es waren ja 30 Jahre meines Lebens, davon 20 aktive. Immer mal wieder kommt ein Rosenstolz-Thema vor. Grösstenteils waren es auch gute Jahre. Es nervt nur, darauf reduziert zu werden. Ich habe ausser Rosenstolz ja schon einiges anderes gemacht.»

«Es gibt Stimmen, die brennen sich ins Gedächtnis»

Anna R. prägte nicht nur den Sound von Rosenstolz mit ihrem unverkennbaren Gesang. «Es gibt Stimmen, die hört man, und die brennen sich ins Gedächtnis, ob man will oder nicht. Anna R. hat eine solche Stimme. Hell, kraftvoll, melancholisch», schrieb das «Süddeutsche Zeitung Magazin» einmal über sie.

«Das plötzliche, unerwartete Lebensende unserer Freundin und «König:in» schockiert und verwirrt uns zutiefst», hiess es in dem Post auf der Instagram-Seite der Musikerin.«Mit ihrer einzigartigen Stimme, ihrer Präsenz und ihren Liedern blieb sie seit der Gründung von Rosenstolz eine konstante Lebensbegleiterin für unzählige Menschen. Sie hatte noch viele Musikpläne, als sie im Alter von 55 Jahren in Berlin verstarb. Möge ihre Botschaft der Empathie und klassenlosen Menschenliebe weite Kreise ziehen.»

Mit Agenturmaterial