Vom Hinterbänkler zum Geheimfavorit Darum gewinnt der Tokio-Hotel-Drummer die RTL-Show «Let's Dance»

Bruno Bötschi

15.4.2026

Von der Nullnummer zum Geheimfavorit: Darum gewinnt Gustav Schäfer die RTL-Show «Let's dance»

Von der Nullnummer zum Geheimfavorit: Darum gewinnt Gustav Schäfer die RTL-Show «Let's dance»

Vom stillen Taktgeber zum strahlenden Publikumsliebling: Tokio-Hotel-Drummer Gustav Schäfer zeigt in der RTL-Show «Let's Dance» an der Seite von Anastasia Maruster eine überraschende neue Seite – und tanzt sich mit jeder Show näher zum Sieg.

14.04.2026

Vom stillen Taktgeber zum strahlenden Publikumsliebling: Tokio-Hotel-Schlagzeuger Gustav Schäfer zeigt in der RTL-Show «Let's Dance» an der Seite von Anastasia Maruster eine überraschend neue Seite – und tanzt sich mit jeder Show näher zum Sieg.

Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Gustav Schäfer überrascht bei der RTL-Show «Let's Dance» mit seiner Performance – und hat sich mittlerweile als Geheimfavorit etabliert.
  • Der Schlagzeuger von Tokio Hotel, der normalerweise lieber im Hintergrund agiert, zeigt an der Seite von Profitänzerin Anastasia Maruster ganze neue Seiten von sich.
  • Der 37-Jährige blüht auf dem Tanzparkett regelrecht auf und begeistert mit seinen Auftritten nicht nur die TV-Zuschauer*innen, sondern auch die Jury.

Gustav Schäfer steht gern in der zweiten Reihe.

Der Tokio-Hotel-Schlagzeuger überliess in den vergangenen 25 Jahren den Kaulitz-Zwillingen Bill und Tom die grosse Bühne – doch damit ist jetzt Schluss.

Aktuell tanzt sich der 37-Jährige als Kandidat in der 19. Staffel der RTL-Show «Let's Dance» mit Taktgefühl, Schwung und Witz in die Herzen der TV-Zuschauer*innen.

Vergangene Woche performte Gustav Schäfer mit Profitänzerin Anastasia Maruster einen Charleston zu «Morgens bin ich immer müde» von Trude Herr – und begeisterte damit sogar Juror Joachim Llambi.

Der für seine knallharten Urteile bekannte Llambi hatte davor in den ersten vier Live-Shows jeweils nur ein müdes Lächeln für die Tanzvorführungen des Musikers übrig.

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© Emiien Itim

Gustav Schäfer schwänzt «Let's dance»-Generalprobe

Nach dem Auftritt in der fünften Show war auch Joachim Llambi begeistert – umso mehr, da Schäfer die Generalprobe noch geschwänzt hatte, weil sie sich mit einer anderen beruflichen Verpflichtung überschnitt, wie der Schlagzeuger kurz davor auf Instagram verriet.

Tanzten sich mit dem Charleston in die Herzen von Jury und TV-Zuschauer*innen: Gustav Schäfer und Anastasia Maruster.
Tanzten sich mit dem Charleston in die Herzen von Jury und TV-Zuschauer*innen: Gustav Schäfer und Anastasia Maruster.
Bild: IMAGO/Panama Pictures

Ein Blick zurück: Als 12-jähriger Nachwuchsschlagzeuger und Metal-Fan besuchte Gustav 2001 in seiner Heimatstadt Magdeburg in Deutschland einen Auftritt der Kaulitz-Zwillinge.

Bill und Tom traten damals als «Black Questionmark» auf. Wenig später wurde Schäfer gemeinsam mit Bassist Georg Listing Mitglied der Band, die sich danach kurzzeitig «Devilish» nannte, bevor aus dem Quartett Tokio Hotel wurde.

Nach einem geplatzten Vertrag mit Sony BMG landete die Band 2005 bei Universal – und plötzlich war Gustav Schäfer Schlagzeuger einer der erfolgreichsten deutschen Bands und spielte auf den grossen Bühnen Europas.

Tom Kaulitz: «Gustav ist in anderen Sphären»

Abseits des Trubels um die Kaulitz-Zwillinge – sie flohen 2010 vor den teilweise übergriffigen Fans nach Los Angeles – lebte Gustav Schäfer trotz musikalischer Grosserfolge in seiner Heimatstadt Magdeburg ein zurückgezogenes Leben.

Umso mehr gilt sein Auftritt jetzt bei «Let’s Dance» unter den Fans von Tokio Hotel als Sensation.

In der RTL-Show zeigt Gustav Schäfer eine neue – und durchaus sympathische – Seite seines Charakters. Er beweist auch ein Gefühl für Rhythmus und dass er sich um keinen Witz zu schade ist.

Starallüren? – Fehlanzeige.

Im «Let's Dance»-Podcastverriet Gustav Schäfer, dass nach einer Tournee von Tokio Hotel daheim erst einmal der Abfallsack vor der Haustür auf ihn warte und danach Putzen und Einkaufen anstünden. Ach ja – und er liebt Grillieren über alles.

Kein Wunder, dass Bill Kaulitz seinen Bandkollegen in seiner Autobiografie «Career Suicide» als «in sich ruhend und gefestigt» beschreibt.

Bill Kaulitz: «‹Let's dance› ist langweilig»

Seine Familie bezeichnet Gustav Schäfer im Podcast als «Anker». Seit 2014 ist der Musiker mit seiner Frau Linda verheiratet, zwei Jahre später wurde die gemeinsame Tochter geboren. Die Familie lebt weiterhin in Magdeburg.

Und wie gut kommt Schäfers «Let's dance»-Auftritt bei den medial omnipräsenten Kaulitz-Zwillingen an? Bill stänkerte im Podcast «Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood», die TV-Show «Let's Dance» sei «scheisse langweilig».

Machen seit 25 Jahren zusammen unter dem Namen Tokio Hotel Musik: Gustav Schäfer, Bill und Tom Kaulitz und Georg Listing.
Machen seit 25 Jahren zusammen unter dem Namen Tokio Hotel Musik: Gustav Schäfer, Bill und Tom Kaulitz und Georg Listing.
Bild: Peter Kneffel/dpa

Trotz über 9200 Kilometer Entfernung verfolgen die Zwillinge die Auftritte ihres Bandkollegen – und drücken ihm scheinbar auch die Daumen.

Dass Gustav Schäfer nach fünf Shows bei «Let's dance» immer noch dabei ist, erstaunt Bill und Tom allerdings. «Wir kennen den ja schon lange und er kann nicht tanzen», witzelt Bill im Podcast – fügt aber sofort an, dass das «nicht böse» gemeint sei.

Schäfer macht lieber Musik, als darüber zu reden

Nun denn, wer Gustav Schäfer in Interviews erlebt, merkt schnell: Der Mann macht lieber Musik, als darüber zu reden.

Deutlich wurde das im Gespräch mit der «Berliner Zeitung» vor drei Jahren. Auf die Frage, ob er das Gefüge innerhalb von Tokio Hotel genauso empfinde wie seine Kollegen, antwortete Schäfer knapp: «Joa, schon.»

Tom Kaulitz kommentierte darauf trocken: «Antwort erledigt, danke! Gustav antwortet gerne mit Ja oder Nein.»

Dass Gustav Schäfer mehr draufhat, hat der Musiker in den ersten fünf Shows von «Let's dance» längst bewiesen.

Für den langsamen Walzer in der ersten Show gab es für Schäfer/Maruster zwar nur 18 Punkte. Seither hat sich das Paar ständig gesteigert – und so gab es für den Charleston vergangene Woche sage und schreibe 27 Punkte (von 30 möglichen) von den drei Juroren Motsi Mabuse, Jorge González und Joachim Llambi. 

Gut möglich, dass es am Ende für Gustav Schäfer sogar für den Sieg reichen wird.



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