Was genau sind nochmal die Grammys? Das musst du über den wichtigsten Musikpreis der Welt wissen

Noemi Hüsser

29.1.2026

Billie Eilish und Bruder Finneas O'Conell gewannen im Jahr 2020 zusammen gleich mehrere Grammys in den Hauptkategorien.
Billie Eilish und Bruder Finneas O'Conell gewannen im Jahr 2020 zusammen gleich mehrere Grammys in den Hauptkategorien.
imago images/UPI Photo

Am Sonntag blickt die Musikwelt nach Los Angeles – und die Schweiz fiebert mit: Eine Schweizer Künstlerin ist in einer der vier wichtigsten Grammy-Kategorien nominiert. Wer sonst noch Chancen hat und wie die Preisverleihung funktioniert.

Noemi Hüsser

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Grammy Awards sind die renommiertesten Musikpreise der USA und werden jährlich von der Recording Academy an Künstler*innen, Produzent*innen und Songwriter*innen vergeben.
  • Dieses Jahr führt Kendrick Lamar mit neun Nominierungen, während in den Hauptkategorien unter anderem Bad Bunny, Lady Gaga und das K-Pop-Trio Huntr/x zu den Favoriten zählen.
  • Die Grammys stehen trotz ihrer Bedeutung regelmässig in der Kritik – etwa wegen mangelnder Diversität und der Bevorzugung kommerziell erfolgreicher Acts.

Was sind die Grammys eigentlich?

Die Grammy Awards sind die wichtigsten Musikauszeichnungen für Musikschaffende. Sie finden dieses Jahr zum 68. Mal statt und werden am Sonntagabend in Los Angeles (in der Schweiz in der Nacht auf Montag um 2 Uhr) vergeben. Moderiert wird der Event von Late-Night-Host Trever Noah.

Auf blue News kannst du die Preisverleihung live mitverfolgen.

68. Grammy Awards live auf blue News
© Paramount+

Zum ersten Mal in der Geschichte der Awards war mit Manon von KATSEYE eine Schweizerin in einer der vier Hauptkategorien nominiert. blue News zeigte die Show in der Nacht auf Montag, 2. Februar 2026 live mitverfolgen. Hast du sie verpasst? Hier kannst du sie nachschauen.

blue Zoom zeigt die komplette Preisverleihung am Montag, 2. Februar 2026, ab 20.30 Uhr im Zweikanalton. Kommentiert wird die Show von Comedian Frank Richter und blue-News-Redaktor Roman Müller.

Wer entscheidet, wer nominiert ist und wer gewinnt?

Die Awards werden von der Recording Academy der USA vergeben. Sie setzt sich aus mehreren Tausend Mitgliedern zusammen – darunter Sänger*innen, Produzent*innen, Songwriter*innen, Techniker*innen und weitere Fachleute aus der Branche.

Zunächst reichen Labels, Künstler*innen oder deren Vertreter Songs und Alben zur Berücksichtigung ein. Eingereicht werden können Songs oder Alben, die zwischen dem 31. August 2024 und dem 30. August 2025 veröffentlicht wurden.

In mehreren Abstimmungsrunden entscheiden die Mitglieder der Recording Academy anschliessend über die Nominierungen und später über die Gewinner*innen der einzelnen Kategorien. In den wichtigsten Kategorien stimmen alle stimmberechtigten Mitglieder ab, in Fachkategorien nur Expert*innen aus den jeweiligen Bereichen.

Wie viele Kategorien gibt es und welche?

Insgesamt gibt es 95 Grammy-Kategorien, in denen Musikschaffende nominiert werden können. Sie reichen von Genre-Awards wie «Best Pop Solo Performance» oder «Best Orchestral Performance» bis hin zu eher ungewöhnlichen Kategorien wie «Best Album Notes», das den Begleittext eines Albums auszeichnet.

In diesem Jahr werden erstmals Grammys in den Kategorien «Traditional Country Album» und «Best Album Cover» vergeben.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen vor allem die vier Hauptkategorien: «Album of the Year», «Song of the Year», «Record of the Year» und «Best New Artist».

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«Song of the Year» und «Record of the Year» klingen zwar ähnlich – und oft überschneiden sich auch die Nominierten. Der Unterschied liegt jedoch darin, wer ausgezeichnet wird: Während der «Song of the Year» die Songwriter*innen ehrt, geht der «Record of the Year» an die Künstler*innen und Produzent*innen.

Wer ist dieses Jahr nominiert?

Rapper Kendrick Lamar ist in gleich neun Kategorien nominiert und führt damit die Liste der meisten Nominierungen an. Popkönigin Lady Gaga und Produzent Jack Antonoff sind siebenmal nominiert. Halftimeshow-Act des Superbowls Bad Bunny und Popsternchen Sabrina Carpenter haben je sechs Nominierungen.

Das «Album of the Year» wird sich wohl vor allem zwischen Bad Bunny («Debí Tirar Más Fotos»), Kendrick Lamar («GNX») und Lady Gaga («Mayhem») entscheiden. Sie alle waren in der Kategorie schon mehrmals nominiert, haben sie aber noch nie gewonnen. 

Der «Song of the Year» könnte an einen K-Pop-Song gehen. «Golden» vom fiktiven K-Pop-Trio Huntr/x aus der Neftlix-Serie «KPop Demon Hunters» hat bereits einen Golden Globe gewonnen und ist auch für einen Oscar nominiert. Der Song konkurriert unter anderem mit «Anxiety» von Doechii, «Wildflower» von Billie Eilish und «Apt.» von Bruno Mars. Sowohl Eilish als auch Mars könnten den Grammy als erste Person überhaupt zum dritten Mal gewinnen.

Die Kategorie «Best New Artist» gehört den Frauen. Neun der zehn letzten Gewinner*innen waren Frauen. Nichtsdestotrotz haben es dieses Jahr auch Männer wie Alex Warren oder Sombr auf die Liste geschafft, ergänzt durch unter anderem Lola Young, Addison Rae unnd Olivia Dean.

Auch eine Schweizerin hat Chancen, sich zukünftig Grammy-Gewinnerin nennen zu dürfen – was sie zur ersten Person aus der Schweiz überhaupt macht, die einen Grammy in einer Hauptkategorie gewinnen könnte. Die 23-jährige Luzernerin Meret Manon Bannerman ist Teil der K-Pop-Band Katseye, die als «Best New Artist» nominiert ist.

In den Hauptkategorien nicht nominiert ist Lordes neues Album «Virgin» und Gracie Abrams «The Secret of Us». Auch Benson Boone, der letztes Jahr auf der Bühne noch Backflips machte, geht dieses Jahr leer aus, ebenso Alex Warrens «Ordinary», das dieses Jahr kaum jemanden vor einem Ohrwurm verschonte.

Haben schon Schweizer*innen gewonnen?

Ja, Schweizer Musikschaffende haben bereits mehrere Grammy Awards gewonnen – allerdings bisher nicht in einer der vier Hauptkategorien.

Zu den bekanntesten Gewinnern zählt der Zürcher Musiker Andreas Vollenweider, der mehrfach nominiert war und 1987 einen Grammy gewann. Sein Album «Down to the Moon» wurde in der Kategorie «Best New Age Album» ausgezeichnet.

Ein weiterer Schweizer Grammy-Gewinner ist der Aargauer Toningenieur Reto Peter, der 2023 in der Kategorie «Best Children’s Music Album» ausgezeichnet wurde.

Zudem gewann die Berner Geigerin Patricia Kopatchinskaja 2018 einen Grammy in der Kategorie «Best Chamber Music/Small Ensemble Performance». Die Waadtländer Sängerin Marina Viotti wurde 2025 in der Kategorie «Best Metal Performance» ausgezeichnet.

Wer sind die Gewinner der letzten Jahre?

In den vergangenen Jahren prägten vor allem einige wenige grosse Namen die Grammy Awards. Besonders erfolgreich war Taylor Swift, die mehrfach in den Hauptkategorien gewann und als erste Künstlerin überhaupt viermal den Grammy für das «Album of the Year» holte.

Ebenfalls regelmässig ausgezeichnet wurden Beyoncé, die inzwischen mit 35 Auszeichnungen die meisten Grammys aller Zeiten gewonnen hat, sowie Billie Eilish, die bereits in jungen Jahren mehrere Hauptkategorien für sich entscheiden konnte.

Zu den prägenden Gewinner*innen der letzten Jahre gehören zudem Künstler wie Adele, Harry Styles, Jon Batiste oder Bruno Mars, die sowohl kommerziell als auch bei der «Recording Academy» grossen Erfolg hatten.

Gibt es auch Kritik?

Trotz ihres Prestiges stehen die Grammy Awards regelmässig in der Kritik. Immer wieder wird der «Recording Academy» mangelnde Vielfalt, eine Bevorzugung kommerziell erfolgreicher Acts oder die Benachteiligung bestimmter Genres vorgeworfen. Gleichzeitig gelten die Grammys weiterhin als wichtigster Branchenpreis – gerade weil nicht das Publikum, sondern Fachleute aus der Musikindustrie entscheiden.

Die Nominierungen in den Hauptkategorien im Überblick

«Record Of The Year»

  • «DtMF» – Bad Bunny
  • «Manchild» – Sabrina Carpenter
  • «Anxiety» – Doechii
  • «WILDFLOWER» – Billie Eilish
  • «Abracadabra» – Lady Gaga
  • «Luther» – Kendrick Lamar und SZA
  • «The Subway» – Chappell Roan
  • «APT» – ROSÉ und Bruno Mars

«Album Of The Year»

  • «DeBÍ TiRAR MáS FOToS» – Bad Bunny
  • «SWAG» – Justin Bieber
  • «Man's Best Friend» – Sabrina Carpenter
  • «Let God Sort Em OutClipse» – Pusha T & Malice
  • «MAYHEM» – Lady Gaga
  • «GNX» – Kendrick Lamar
  • «MUTT» – Leon Thomas
  • «CHROMAKOPIA» – Tyler, The Creator

«Song Of The Year»

  • «Abracadabra» – Lady Gaga
  • «Anxiety» – Doechii
  • «APT» – ROSÉ und Bruno Mars
  • «DtMF» – Bad Bunny
  • «Golden — From KPop Demon Hunters» – HUNTR/X
  • «Luther» – Kendrick Lamar und SZA
  • «Manchild» – Sabrina Carpenter
  • «WILDFLOWER» – Billie Eilish

«Best New Artist»

  • Olivia Dean
  • KATSEYE
  • The Marias
  • Addison Rae
  • sombr
  • Leon Thomas
  • Alex Warren
  • Lola Young

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