Polizei ermittelt zur Todesursache Das tragische Leben von Rosenstolz-Sängerin AnNa R.

Carlotta Henggeler

18.3.2025

Der plötzliche Tod von Rosenstolz-Sängerin AnNa R. erschüttert die Musikszene. Die Polizei ermittelt. Sie hatte schwere Schicksalsschläge erlebt und wäre im Herbst in der Schweiz aufgetreten.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die 55-jährige Rosenstolz-Sängerin AnNa R. wurde am 16. März tot in ihrer Berliner Wohnung gefunden.
  • Eine Erkrankung gilt als wahrscheinliche Todesursache.
  • AnNa R., die mit melancholischen Hits wie «Liebe ist alles» berühmt wurde, hatte in ihrem Leben mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen – darunter der Tod ihres Mannes und enger Freunde.
  • 2023 startete sie eine Solokarriere und plante für Herbst 2025 Konzerte in der Schweiz sowie eine neue Stelle als Poetik-Dozentin.

Die 55-Jährige Rosenstolz-Sängerin AnNa R. wurde am späten Sonntagabend in ihrer Attikawohnung in Friedrichshain tot aufgefunden. Nach Informationen der «Berliner Zeitung» trat ihr Tod einige Tage vor dem Auffinden am 16. März ein.

AnNa R., bürgerlich Andrea Neuenhofen, feierte mit Rosenstolz und melancholischen Songs wie «Liebe ist alles» grosse Erfolge und brachte zwischen 1991 und 2012 zwölf Alben heraus. 2007 gewannen AnNa R. und Peter Plate unter anderem den Echo-Award.

Auf der Bühne war sei ein gefeierter Star, doch zuletzt lebte die Sängerin zurückgezogen in Berlin, begleitet von ihrem Hund, schreibt die «Berliner Zeitung» weiter. Ihr Mann, Nilo Neuenhofen, soll laut «Bild.de» zwei Jahre vor ihr an den Folgen einer Leberzirrhose gestorben sein.

Sängerin soll an Erkrankung gestorben sein

Zwar war das Paar zum Zeitpunkt seines Todes bereits getrennt, doch die beiden verband weiterhin eine enge Freundschaft. Der Verlust traf die Musikerin schwer. Menschen aus ihrem Umfeld berichten, dass sie lange mit der Trauer zu kämpfen hatte. Trotz allem hielt sie bis zuletzt an der Hoffnung auf die grosse Liebe fest – eine Sehnsucht, die sie ihr Leben lang begleitete.

In ihrer Wohnung feierte die Sängerin laut Freunden ausschweifende Dinner-Partys.  Ihre wichtigsten Bezugspersonen waren zuletzt ihre Eltern, heisst es im «Bild»-Bericht weiter.

Als Todesursache gilt eine Erkrankung als wahrscheinlich, heisst es aus Ermittlerkreisen. Suizid und ein Fremdverschulden gelten als ausgeschlossen. Auch auf eine Überdosis deute nichts hin. Eine Obduktion am Dienstag soll Aufschluss über die Todesursache geben.

«Ich werde dich jede Sekunde vermissen»

Rosenstolz-Kollege Peter Plate hat auf Instagram einen bewegenden Abschiedspost verfasst. Er schreibt unter anderem:

«AnNa, du wirst mir so fehlen. Mein ganzes Leben, meine Jahre in Berlin – all das war mit dir verbunden. Rosenstolz war eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Rosenstolz, das waren du und ich. Und jetzt bist du nicht mehr da. Ich werde dich jede Sekunde vermissen. Danke für alles. Ich hoffe, du sitzt irgendwo auf einer Berliner Wolke – und es geht dir gut.»

Schon früh wusste AnNa R., dass ihre Zukunft der Musik gehören sollte. Entschlossen versuchte sie sich an der Musikschule Friedrichshain – doch ihre Interpretation eines Whitney-Houston-Songs überzeugte die Prüfer nicht: Sie fiel durch, schreibt «Bunte»

Mit dem Erfolg steigt der Druck

Doch sie liess nicht locker. Stattdessen machte sie eine Ausbildung zur Chemie-Laborantin, blieb aber ihrer Leidenschaft treu. 1991 fand sie in Peter Plate ihren musikalischen Seelenverwandten: Gemeinsam gründeten sie Rosenstolz und schufen ein Stück deutscher Musikgeschichte.

Mit dem Erfolg kamen nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch Belastungen. Tourneen durch ganz Deutschland, kreativer Druck und ständige öffentliche Aufmerksamkeit: Das Musiker-Leben war herausfordernd, besonders für Peter Plate.

Im Januar 2009 dann der Schock: Die laufende Tour musste abrupt beendet werden. Der Grund war ernst: Peter Plate litt an einem schweren Burnout. Der Preis des Erfolgs war hoch, und Rosenstolz wurde plötzlich ausgebremst.

Mehrere Schicksalsschläge

Die Band verkündete 2012 nach 20 Jahren eine Pause. «Jetzt ist der schönste Moment, einander Raum zu geben», erklärten sie damals.

Für AnNa R. war das kein Abschied von der Musik. Mit alten Weggefährten suchte sie nach einem neuen Sound – doch das Glück blieb aus. Dann der Schicksalsschlag: Die Bandkollegen Lorenz und Manne erkrankten an Krebs, Lorenz verlor den Kampf.

Aus Respekt vor Lorenz entschied sich AnNa R., weiterzumachen. 2023 startete sie eine Solo-Karriere. Für den Sommer plante sie ein neues Album und wollte im Herbst auf Tour gehen. Mit zwei Stopps in der Schweiz: im Berner Bierhübeli und im Zürcher Kaufleuten. 

Zudem freute sich AnNa R.auf ihren neuen Job: In zwei Wochen sollte sie nach Koblenz fahren – wegen ihrer neuen Stelle als Poetik-Dozentin an der dortigen Universität. Eine Reise, die sie nie antreten sollte.


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