Der bekannte Liedermacher Konstantin Wecker sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert, die eine heute 30-jährige Frau gegen ihn erhebt. Die Frau, die in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» spricht, beschreibt eine Beziehung, die sie als 15-jährige Schülerin mit Wecker gehabt haben soll.
Der Musiker, der damals 63 Jahre alt war, habe sie bei einem Konzert kennengelernt und bis 2012 fast täglich Kontakt mit ihr gehabt, zunächst telefonisch.
Die Frau, die in dem Artikel als Johanna bezeichnet wird, behauptet, dass Wecker während ihrer Gespräche oft betrunken gewesen sei. Als sie 16 Jahre alt wurde, soll es zu körperlichen Kontakten gekommen sein, darunter viermaliger Sex in Hotelzimmern. Sie gibt an, dass diese «Beziehung» sie traumatisiert habe und sie sich noch heute in Therapie befinde.
Weckers Reaktion
Über seinen Anwalt räumt Konstantin Wecker den Kontakt ein, beschreibt die Beziehung jedoch als einvernehmlich, wenngleich moralisch unangemessen. Er gibt zu, in dieser Zeit viel Alkohol konsumiert zu haben und nicht Herr seiner Sinne gewesen zu sein. Wecker entschuldigt sich bei der Frau sowie bei seinen Fans und Anhängern, dass seine Musik nicht das einzige Thema in seinem Leben sei.
Der Anwalt des Musikers betont, dass Wecker davon ausgehe, keine strafbaren Handlungen begangen zu haben. Dennoch zitiert die «Süddeutsche Zeitung» aus Chatverläufen, die angeblich zwischen Wecker und der Teenagerin stattfanden. In diesen soll er sie aufgefordert haben, alle Nachrichten zu löschen und alles abzustreiten, falls ihre Verbindung bekannt würde.
Die Beweggründe der Frau
Johanna, die heute Mutter einer Tochter ist, beschreibt Wecker als ihre erste «Beziehung». Sie habe mehrfach überlegt, ihn anzuzeigen, und geht nun an die Öffentlichkeit, um für ihr jüngeres Ich einzustehen. Sie erklärt, dass sie als erwachsene Person für die 15-jährige Johanna einstehen möchte, da es damals niemand getan habe.
Die Ehe von Konstantin Wecker mit Annik Wecker, die während der beschriebenen Ereignisse bestand, wurde 2013 geschieden.
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