Sänger der New York Dolls Glam-Punk-Legende David Johansen ist tot

tpfi

1.3.2025 - 18:31

Johansen hatte 1972 mit Punk-Urvater Johnny Thunders die New York Dolls gegründet. 
Johansen hatte 1972 mit Punk-Urvater Johnny Thunders die New York Dolls gegründet. 
Archivbild: Domenech Castello/epa efe/dpa

«Wenn du ein Künstler bist, willst du vor allem Leute inspirieren», sagte Johansen einst. Das ist dem Musiker unbestreitbar gelungen.

DPA, tpfi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • David Johansen ist tot.
  • Der Sänger der Glam-Punk-Band New York Dolls starb am Freitag in seinem Haus in New York mit 75 Jahren.
  • Anfang dieses Jahres war bekannt worden, dass der Sänger an Krebs im vierten Stadium und einem Hirntumor litt.

David Johansen, der Sänger der Glam-Punk-Band New York Dolls, ist tot. Der Mann mit der rauen Stimme, der auch unter dem Pseudonym Buster Poindexter auftrat, starb am Freitag in seinem Haus in New York, wie das Musikmagazin «Rolling Stone» unter Berufung auf einen Sprecher der Familie berichtete. Anfang dieses Jahres war bekannt worden, dass der Sänger an Krebs im vierten Stadium und einem Hirntumor litt. Er wurde 75 Jahre alt.

Mit ihm stirbt das letzte Mitglied der New York Dolls, die Vorreiter des Punk waren und deren Erscheinungsbild – toupierte Haare, Frauenkleider und viel Make-up – die Glam-Bewegung inspirierte, die ein Jahrzehnt später im Heavy Metal mit Bands wie Faster Pussycat und Mötley Crüe Fuss fasste. «Wenn du ein Künstler bist, willst du vor allem Leute inspirieren, und wenn du damit Erfolg hast, ist das ziemlich befriedigend», sagte Johansen im Jahr 2011 der Zeitung «Knoxville News-Sentinel».

«Die mutierten Kinder des Wasserstoffzeitalters»

Der «Rolling Stone» bezeichnete die 1971 gegründeten und 1977 aufgelösten New York Dolls einst als «die mutierten Kinder des Wasserstoffzeitalters». Die «Vogue» nannte sie die «Lieblinge des Downtown-Stils, aufgedonnerte Gauner in Boas und High Heels».

David Johansen bei einem Konzert in Baltimore im Jahr 2005. 
David Johansen bei einem Konzert in Baltimore im Jahr 2005. 
xJasonxMoorex/imago/ZUMA Press

Grossen kommerziellen Erfolg hatte die Band allerdings nie. Und sie wurde von internen Streitereien und Suchtproblemen zerrissen. Im Jahr 2004 überzeugte der frühere Smiths-Frontmann und Dolls-Verehrer Morrissey Johansen und andere zu diesem Zeitpunkt noch lebende Bandmitglieder, sich für das Metdown-Festival in England zu versöhnen – die Folge waren drei weitere Studioalben.

Johansen war im Jahr 2023 auch der Gegenstand einer Dokumentation von Martin Scorsese und David Tedeschi. Der Film «Personality Crisis: One Night Only» mischte Aufnahmen seines zweitägigen Intermezzos im Café Carlyle im Januar 2020 mit Rückblenden auf seine vielsichtige Karriere und intimen Interviews. Johansen hinterlässt seine Ehefrau Mara Hennessey und seine Stieftochter Leah Hennessey.


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