Zu teuer, schlechte Sicht, zu wenig ShowHarry Styles' holpriger Tourstart enttäuscht Fans
Noemi Hüsser
19.5.2026
Fans vor einem Porträt des Popstars vor der Johan Cruijff Arena in Amsterdam.
Bild.Keystone
Eigentlich schien alles angerichtet für das nächste Kapitel einer Pop-Erfolgsgeschichte. Doch nach den ersten Konzerten seiner neuen «Together, Together»-Tour muss Harry Styles viel Kritik einstecken.
Harry Styles’ neue «Together, Together»-Tour startete in Amsterdam mit Kritik: Hohe Ticketpreise, Reise- und Unterkunftskosten sowie nicht ausverkaufte Shows sorgen für Unmut.
Auch das Bühnendesign polarisiert. Die langen Catwalks führen dazu, dass manche Fans Styles trotz teurer Plätze nur selten aus der Nähe sehen.
In sozialen Medien wird zudem seine Performance kritisiert, etwa Sound, Outfits und wenig Interaktion. Es gibt aber auch Lob für neue Songs, Band und Bühnenpräsenz.
Eigentlich wäre alles da für eine erfolgreiche Tour: Ein neues Album, treue Fans – und mit «Love On Tour» eine der erfolgreichsten Touren der Musikgeschichte im Rücken. Am Wochenende ist Harry Styles' «Together, Together»-Tour gestartet. 67 Konzerte spielt der Popstar bis Ende Jahr mit seinem neuen Album «Kiss All the Time. Disco, Occasionally.»
Doch nach den ersten zwei Konzerten in Amsterdam ist die Stimmung im Netz eher verhalten.
Hohe Kosten, schlechte Sicht und kaum Performance
Ein Grund dafür sind die Kosten, die Fans auf sich nehmen müssen, um ein Konzert zu sehen. Zehn Shows in Amsterdam, acht in London, dreissig in New York City. «Together, Together» ist weniger Tour als Residency:
Styles bleibt lange in einer Stadt, die Fans müssen zu ihm reisen. Zu den Ticketpreisen kommen also oft noch Reise und Unterkunft dazu – und das summiert sich schnell, gerade wenn die Tickets schon an sich nicht günstig sind. Bis zu 500 Euro kosteten sie im Vorverkauf.
Vielen scheint das zu viel gewesen zu sein: Die Konzerte in Amsterdam waren nicht ausverkauft, und auch für die restlichen Shows in Amsterdam und London gibt es noch Tickets. Auf Ticketmaster werden zudem viele Tickets weiterverkauft – teils deutlich günstiger als im regulären Vorverkauf.
Vor den Konzerten zirkulierten auf TikTok Videos von Fans, deren Plätze von hinten nach vorne verlegt worden waren – damit die Arena vorne voller wirke, so die Vermutung. Geholfen hat es wenig: Zwischen der Menge klafften am Wochenende immer wieder leere Sitze.
Styles' Marathontrainings lohnten sich
Styles Bühne sind drei Catwalks, die durch die Menge führen. Für viele war damit klar, wieso der Sänger in letzter Zeit so viele Marathons lief:Er trainierte offenbar für diese gigantische Bühne. Styles rannte gemäss Konzertberichten nämlich den ganzen Abend von der einen Seite zur anderen und wieder zurück.
Das kam nicht bei allen gut an. Wer auf der falschen Seite stand, sah ihn schlicht kaum – auch wenn man für ein Stehticket direkt an der Bühne bezahlt hatte.
Damit aber nicht genug der Kritik: Der Sound sei schlecht gewesen, die Outfits sowieso, Styles habe kaum eine Show gemacht, sei die ganze Zeit nur rumgerannt, habe demotiviert gewirkt, kaum mit dem Publikum interagiert – und sich zum Schluss nicht einmal richtig verabschiedet, heisst es in sozialen Medien weiter.
Einzelne Stimmen sprechen von «triumphalem Comeback»
Dabei gab es durchaus auch begeisterte Stimmen: Die neuen Songs kämen live viel besser an als auf der Aufnahme, die Live-Band mit Streichern und Bläsern sei stark, und Styles schaffe es trotz riesiger Bühne, sie zu füllen. Das Musikmagazin «Rolling Stone» sprach gar von einem «triumphalen Comeback».
Die öffentliche Debatte dominieren diese Stimmen aber nicht. Noch hat Styles aber Zeit, ihnen Recht zu geben und die Tour zu retten. New York wartet. Dort sind die Konzerte ausverkauft – und der Situationsplan auf Ticketmaster verspricht zumindest ein anderes, deutlich kleineres Bühnendesign.
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