Schweizer Popstar Amaya Gloor «Ich bin wie ein Mango-Tiramisu. Süss, frisch, überraschend»

Carlotta Henggeler

6.12.2025

Mit der EP «Finished» und der Single «Walk Alone» bringt Amaya Gloor frischen Wind in die Schweizer Musikszene. Im Interview spricht sie über die schönste Lüge, die grösste Angst – und lautes Singen in der Tram.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Sängerin Amaya Gloor ist Mitte 20 und hat schon einen Vertrag mit einem grossen Plattenlabel.
  • Die Berner Oberländerin stand am Energy Air im September 2025 auf der grossen Bühne der Stockhorn Arena. 
  • Am 21. November erschien ihre neue EP «Finished», inklusive der aktuellen Single «Walk Alone». 

Amaya Gloor gilt als Pop-Überfliegerin aus der Schweiz: Mitte 20, aus dem Berner Oberland, mit costa-ricanischen und jamaikanischen Wurzeln. Und sie hat bereits einen Plattenvertrag mit einem grossen Label im Sack. Am 21. November erschien ihre neue EP «Finished», die auch die aktuelle Hitsingle «Walk Alone» enthält.

Grammy-Preisträger und Produzenten-Legende Don Was war begeistert von der Sängerin, als er sie im Sommer live hörte. Sein Urteil: Er habe noch nie so eine einzigartige Stimme gehört. 

Wer ist die Berner Oberländerin mit dieser besonderen Gabe? Für blue News hat sie ein Interview der etwas anderen Art gegeben.

Wenn du ein Gericht wärst, welches wärst du?

Mango-Tiramisu. Süss, frisch, ein bisschen überraschend – und viel unkomplizierter, als es aussieht.

Einer deiner grössten Auftritte war beim Energy Air 2025 im September 2025 in der Stockhorn Arena vor 25'000 Menschen. Nervenflattern?

Oh, ja. Die Spots gingen an, ich stand dort – und für ein paar Sekunden dachte ich: «Wow, wie bin ich hier gelandet?» Und dann habe ich losgelassen und einfach den Moment gefühlt.

Was ist deine grösste Angst?

Stehenzubleiben. Dass nichts mehr weitergeht. Ich kann es gut verstecken – aber in meinen Songs hört man’s manchmal.

Und was ist die schönste Lüge, die du dir selbst jemals erzählt hast?

Dass ich immer alles alleine schaffen muss. Manchmal glaube ich es immer noch, bis das Leben mir zeigt: Ich habe Menschen, die mich auffangen.

Wenn du deinem jüngeren Ich etwas sagen könntest, was wäre es?

Du musst nicht immer stark sein. Das hätte ich früher wirklich hören müssen.

Und wenn du für einen Tag völlig anonym wärst?

Ich würde in Bern ins Tram sitzen, Kopfhörer rein – und laut mitsingen. Einen Tag lang komplett ungeniert sein.

Gibt es einen deiner eigenen Songs, den du nicht mehr hören kannst?

Manche fühlen sich an wie alte Tagebucheinträge. Ich schätze sie, aber ich bin nicht mehr genau die Person, die sie geschrieben hat.

Wenn deine Musik eine andere Sprache sprechen könnte, welche wäre es?

Spanisch. Diese Sprache kann weinen, lachen und flirten – genau wie viele meiner Melodien.

Du warst früher eine talentierte Hürdenläuferin der Thuner Leichtathletikvereinigung, hast dich aber für die Musik entschieden. Denkst du manchmal noch an Medaillen?

Weniger, als man denkt. Ich habe Leichtathletik nicht wirklich gemocht. Musik ist der erste Ort, an dem ich mich wirklich zu Hause fühle.

Als dich deine Plattenfirma kontaktiert hat – wie war das?

Ich wurde ganz still. Es fühlte sich an, als würde sich eine riesige Tür öffnen. Und dann musste ich einfach nur lächeln.

Du bist mit drei Kulturen und drei Sprachen aufgewachsen. Welche ist die Sprache deines Herzens?

Die Sprache meiner Familie und meiner frühesten Erinnerungen. Aber manchmal singe ich in keiner Sprache – nur in Emotionen.


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