Italo-Star kommt in die Schweiz«Laura non c'è»-Nek über seinen Hit: «Laura gibt es, aber …»
Carlotta Henggeler
9.11.2025
Nek: «Wir Italiener tragen ein grosses musikalisches Erbe mit uns. Luciano Pavarotti war das Symbol Italiens. Heute sind es Bands wie Måneskin, die Italien mit einem ganz anderen Stil international vertreten.»
zVG
Italo-Star Nek kommt in die Schweiz – und spricht über seinen Welthit «Laura non c’è»: Der Sänger steht im April 2026 in Zürich und Bern auf der Bühne – mit jeder Menge Energie, Emotionen und alten wie neuen Hits. Im Interview verrät er, dass «Laura» existiert – aber anders, als viele denken.
Italo-Popstar Nek kommt für zwei Konzerte in die Schweiz. Der Hitschreiber tritt am 11. April 2026 im X-TRA Musicclub in Zürich auf und am Sonntag, 12. April 2026 im Bierhübeli in Bern.
Nek über seinen grössten Hit und warum italienische Musik weltweit beliebt ist.
Der Sänger aus Reggio Emilia verrät, warum er Trapmusik nicht mag.
Was erwartet deine Fans bei deinen Konzerten in der Schweiz?
Viel Energie, viel Power! Ich werde all meine Hits spielen – also Songs, die die Leute kennen und mit mir zusammen singen können. Das ist mein Ziel: zwei Konzerte voller Kraft und Emotionen. Ich hoffe, dass ich dieselbe Energie vom Publikum zurückbekomme.
Spürst du Unterschiede, je nachdem, in welchem Land du auftrittst?
Mein Ziel ist es, überall das gleiche Gefühl zu erzeugen – ein vereintes Publikum. Egal ob in der Schweiz, in Schweden oder in Südamerika: Ich wünsche mir dieselbe Wärme. Bis heute war das auch so. Nur im Norden Europas sind die Menschen etwas zurückhaltender – mein Job ist es dann, sie ein bisschen «frecher» zu machen.
Dein Bestseller-Hit «Laura non c’è» erschien 1997. Was hat sich seither in der Musikwelt am meisten verändert?
Heute gibt es weniger Platz für Melodien – sie existieren noch, aber der Fokus hat sich verschoben. Meine 15-jährige Tochter hört zum Beispiel Trap. Diese Musik ist strukturell viel komplexer als die Lieder, die ich schreibe – sie lebt mehr von Rhythmus und Wortfluss. Trap arbeitet mit «Bars» und synkopierten Beats, um Emotionen zu transportieren. Ich glaube aber, dass Pop die Wurzel aller Musikrichtungen ist – auch von Rap und Trap. Der grösste Unterschied heute: weniger Melodie, mehr Rhythmus und oft provokativere Texte, um ohne Filter Dinge anzusprechen. Das ist ein grosser Unterschied zu der Musik, mit der ich aufgewachsen bin.
Gefällt dir die Trapmusik, die deine Tochter hört?
Gefällt ist vielleicht zu viel gesagt. Ich bin Musiker, ich höre alles – auch Trap. Aber es ist nicht mein bevorzugter Stil. Ich bin ein Nostalgiker, geprägt von einer anderen musikalischen Erziehung. Trotzdem finde ich, dass man alles hören sollte – das gehört dazu, wenn man Musik macht.
Warum ist italienische Musik weltweit so beliebt?
Weil die Musikkultur in Italien entstanden ist! Das «Belcanto» kommt aus Italien – und wird auf der ganzen Welt geschätzt. Wir Italiener tragen ein grosses musikalisches Erbe mit uns. Luciano Pavarotti war das Symbol Italiens. Heute sind es Bands wie Måneskin, die Italien mit einem ganz anderen Stil international vertreten. Und natürlich Künstler wie Eros Ramazzotti, Umberto Tozzi oder Laura Pausini. Es ist schön zu wissen, dass Italien nicht nur für gutes Essen und Mode bekannt ist – sondern auch wegen seiner Musik.
Touren ist körperlich und mental sehr anstrengend. Wie hältst du dich fit?
Ich halte mich in Form, mache viel Sport. Der Geist muss wissen, dass er gerade einen Traum verwirklicht – das spart die Hälfte der Anstrengung. Zu wissen, dass Menschen in Belgien, Frankreich, Deutschland oder der Schweiz meine Musik hören wollen, ist ein riesiges Privileg. Es erfüllt mich. Natürlich muss man körperlich fit bleiben – man reist viel, steht zwei Stunden auf der Bühne, trifft Fans. Es ist wichtig, auch ausserhalb der Bühne Energie zu haben, um den Moment zu geniessen. Reisen zu dürfen und dabei das zu tun, was man liebt – das ist ein Geschenk.
Wie fühlt es sich an, heute «Laura non c’è» zu singen?
Fast wie damals 1997 – vielleicht sogar mit noch mehr Begeisterung als früher!
Warum?
Weil jetzt auch jene Menschen kommen, die damals Jugendliche waren – und sie bringen ihre Kinder mit. So wird die Begeisterung weitergegeben. Ich sehe heute 14-Jährige, die das Lied mitsingen, als wäre es immer Teil ihres Lebens gewesen. Das zeigt mir, dass die Arbeit Früchte trägt. Das Lied hat die Menschen wirklich begleitet.
Hast du ein Ritual vor dem Auftritt?
Ich bekreuzige mich. Das hilft mir, meine guten Absichten nach oben zu schicken. Wenn man auf die Bühne geht, weiss man nie, was passieren wird – das ist immer ein Sprung ins Unbekannte. Das Publikum reagiert auf das, was du gibst. Vielleicht vergisst du mal einen Text, irgendetwas läuft schief – aber das gehört dazu. Live ist live, und genau das ist das Schöne daran.
Und jetzt die grosse Frage: Gibt es Laura wirklich?
Ja, die Person hat existiert – sie hiess nur nicht Laura. Ich habe diesen Namen gewählt, weil er musikalischer klingt.
Hast du ihren echten Namen weggelassen, um sie zu schützen?
Genau. Es war ein Weg, ihre Privatsphäre zu wahren – und «Laura» passte einfach.
Wie schwierig ist es, auf Tour zu gehen und die Familie zurückzulassen?
Natürlich würde ich meine Familie am liebsten immer dabeihaben. Aber sie wissen, dass ich das tue, was ich liebe – das macht sie glücklich. Ab und zu kommen sie mich besuchen, und wenn wir uns wiedersehen, ist es umso schöner. Meine Tochter geht zur Schule, also kann sie nicht immer mit. Aber das ist okay – wir finden unsere Momente zusammen.
Mehr Videos aus dem Ressort
Lucio Corsi: «Für die Schweizer Konzerte werde ich mir etwas Neues überlegen»
Gute News für Fans von Lucio Corsi: Der italienische ESC-Sänger kommt für zwei Konzerte in die Schweiz. Im Interview mit blue News spricht er über die Angst, im Ausland zu performen und seine Lieblings-Duettpartner.