«Lasst mich frei!»Sarah Connor lässt sich für Orcas und Delfine in Käfig sperren
Bruno Bötschi
22.5.2026
Sängerin und Tierschützerin Sarah Connor macht in einer neuen Kampagne auf Orcas und Delfine aufmerksam, die in Wasserparks gefangen gehalten werden.
Bild:Timon Koch/Peta
Sarah Connor zeigt sich eingesperrt in einem Unterwasserkäfig. Gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation PETA startet die Sängerin eine Kampagne gegen die Gefangenschaft von Orcas und Delfinen.
Sarah Connor setzt sich seit Jahren mit grosser Leidenschaft für den Schutz von Orcas und Delfinen ein.
Nun startet die Sängerin und Tierschützerin gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation PETA eine neue Kampagne gegen die Gefangenschaft von Meeressäugern in Freizeitparks.
Auf einem emotionalen Sujet zeigt sich die 45-Jährige hinter Gittern in einem Unterwasserkäfig und fordert damit ganz konkret das Reiseunternehmen TUI zum Umdenken auf.
«Ich habe mit den Tränen gekämpft. Was die Orcas da zeigen, ist kein natürliches Verhalten. Es sind Kunststücke gegen Futter.»
Sängerin und Tierschützerin Sarah Connor besuchte im November 2025 für ein Interview mit der «Zeit» den Loro Parque auf Teneriffa – Europas letzten Freizeitpark mit Orca-Shows.
Dort sah sie sich eine Vorführung an. Danach sprach sie mit Zoo-Vizepräsident Christoph Kiessling über die Gefangenschaft der Tiere. Connor kritisierte diese Art von Shows scharf und forderte zum wiederholten Mal ein Ende der Gefangenschaft von Walen und Delfinen.
Connor kämpft seit Jahren für die Freiheit von Orcas
Sarah Connor kämpft seit Jahren für die Freiheit von Orcas. 2024 gründete sie zusammen mit Janek Andre die Iberian Orca Guardians Foundation (IOGF). Die Stiftung widmet sich dem Schutz und Erhalt der stark vom Aussterben bedrohten Iberischen Schwertwale.
Ziel der Organisation ist es, die Meeressäuger zu schützen, die zwischen April und September in der Strasse von Gibraltar leben. Dort sind sie zahlreichen Gefahren durch menschliche Aktivitäten ausgesetzt.
Jetzt startet die 45-Jährige gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation PETA eine Kampagne, die auf das Leid von Orcas und Delfinen in Gefangenschaft aufmerksam machen soll.
Auf dem Kampagnensujet mit dem Titel «Ozean statt Gefängnis!» ist die Künstlerin unter Wasser hinter Gittern zu sehen – ein Symbol für das Leben vieler Meeressäuger in Marineparks.
Mit der Aktion fordern Connor und PETA den Reiseveranstalter TUI dazu auf, künftig keine Parks mit gefangenen Delfinen und Orcas mehr zu unterstützen.
Bereits im Oktober 2024 setzte die Sängerin und Tierschützerin in Berlin vor einem TUI-Reisebüro ein medienwirksames Zeichen. Damals stieg sie in ein Aquarium und hielt dabei ein Schild mit der Aufschrift: «Lasst mich frei!»
Connor: «Es ist Zeit, damit Schluss zu machen»
Nun verweist Sarah Connor erneut darauf, dass sie im Rahmen ihrer Tierschutzarbeit selbst «mehrfach Zeugin pathologischer, zwanghafter Verhaltensweisen von eingesperrten Orcas und Delfinen» geworden sei.
«Es ist an der Zeit, damit Schluss zu machen. Im Gegensatz zu den Behauptungen von Meeresparks wie SeaWorld oder Loro Parque sind die in den Meeres-Aquarien gefangenen Tiere nicht glücklich», erklärt Connor auf der Website von Peta.
Und weiter: «Ich bitte Sie als Mutter von vier Kindern ... inständig: Fördern Sie stattdessen Projekte, die das Ziel haben, die gefangenen Orcas in betreute Schutzgebiete im Meer zu überführen, wo sie selbstbestimmt und in Semi-Freiheit leben können.»
Connor spürte schon als Kind: Hier stimmt etwas nicht
Weltweit leben schätzungsweise 50'000 Orcas und etwas mehr als 50 davon in Gefangenschaft. Warum sie sich so stark für vergleichsweise wenige Tiere einsetze, beantwortet Sarah Connor im «Zeit»-Interview so:
«Ich kann nicht die ganze Welt retten. Man muss irgendwo anfangen. Und mit Orcas kenne ich mich eben aus.»
Ihre Liebe zu Meeressäugern begann bereits als Kind während eines Besuchs in einem Delfinarium: «Ich war fasziniert. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl: Hier stimmt etwas nicht.»
Am Abend wurde der Zoo leer – und Sarah Connor wurde klar: Der Delfin bleibt allein zurück. Nach diesem Erlebnis fing sie an, Plakate zu malen und zu demonstrieren.
Connor weiter: «Da war ich sieben oder acht. Später wollte ich Meeresbiologin werden, aber dann ist ein bisschen Leben passiert – meine Kinder, meine Karriere. Jetzt habe ich Zeit für meine eigentliche Leidenschaft: den Meeresschutz.»
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