Schlägereien und Nacktauftritte Das waren die grössten Skandale in der Geschichte des Grammys

Carlotta Henggeler

1.2.2026

Kanye West und Bianca Censori an den Grammy Awards 2025.  
Kanye West und Bianca Censori an den Grammy Awards 2025.  
IMAGO/UPI Photo

Am Wochenende finden die Grammys statt. Ein skandalanfälliger Event, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Bereits 1973 provozierte eine Gewinnerin mit der Aussage, dass Gott eine Frau sei. Die 11 grössten Skandale.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • 2025 sorgte Bianca Censori mit einem fast durchsichtigen Kleid für Aufsehen, was Kanye West millionenschwere Sponsorendeals kostete.
  • 2024 wurde Rapper Killer Mike direkt nach seinem Grammy-Triumph wegen mutmasslicher Körperverletzung festgenommen.
  • In der Geschichte der Grammys gab es immer wieder Skandale – von Nacktauftritten über politische Statements bis hin zu Preisverweigerungen und Playback-Enthüllungen.

2025: Kanye Wests Freundin kommt fast nackt

Mit einem ultra-transparenten Kleid präsentierte sich Bianca Censori, die Partnerin von Rapmogul Kanye West, auf dem roten Teppich der Grammy Awards. Ihr aufsehenerregendes Outfit löste grosse Diskussionen aus.

Die Folge? Mehrere Sponsoren lösten ihre Verträge mit Kanye West auf, darunter ein 20-Millionen-Dollar-Deal mit einer japanischen Firma.

2024: Rapper Killer Mike wird verhaftet

Mehrfach-Gewinner Killer Mike 2024 an den Grammys.  EPA/ALLISON DINNER
Mehrfach-Gewinner Killer Mike 2024 an den Grammys.  EPA/ALLISON DINNER
KEYSTONE
68. Grammy Awards live auf blue News
© Paramount+

Zum ersten Mal in der Geschichte der Awards war mit Manon von KATSEYE eine Schweizerin in einer der vier Hauptkategorien nominiert. blue News zeigte die Show in der Nacht auf Montag, 2. Februar 2026 live mitverfolgen. Hast du sie verpasst? Hier kannst du sie nachschauen.

blue Zoom zeigt die komplette Preisverleihung am Montag, 2. Februar 2026, ab 20.30 Uhr im Zweikanalton. Kommentiert wird die Show von Comedian Frank Richter und blue-News-Redaktor Roman Müller.

Für Wirbel im Jahr 2024 sorgte US-Rapper Killer Mike: Erst gewann er drei Grammys, darunter die Auszeichnung für das beste Rap-Album, dann wurde der 48-Jährige in Handschellen aus der Arena geführt. Der Grund? Er hatte einen Streit mit einem Security-Mann, wurde deshalb kurzzeitig festgenommen, später aber wieder freigelassen. 

Der Rapper sollte sich Ende Februar 2024 vor Gericht verantworten, doch die Staatsanwaltschaft erhob in der Folge keine Anklage. Stattdessen fand lediglich eine Anhörung statt, nach der Killer Mike gemeinnützige Arbeit leistete. 

2017: «Twenty One Pilots» nehmen Preis in Unterhosen entgegen

2017 sorgten die Twenty One Pilots für einen der ungewöhnlichsten und meistdiskutierten Momente der Grammy-Geschichte. Das Duo gewann in der Kategorie «Best Pop Duo/Group Performance» für den Hit «Stressed Out» – und nahm den Preis nur in Unterhosen entgegen. Tyler Joseph und Josh Dun lösten damit ein jahrelanges Versprechen ein: Als sie noch unbekannt waren, hatten sie die Grammy-Verleihung gemeinsam in Boxeshorts vor dem TV verfolgt und sich geschworen, im Falle eines eigenen Grammy-Gewinns den Preis genau so entgegenzunehmen.

Nach der Bekanntgabe ihres Siegs zogen die beiden zur Überraschung des Publikums hinter der Bühne ihre Hosen aus, bevor sie auf die Bühne gingen. Die Aktion war mehr als ein Gag – sie sollte daran erinnern, woher sie kamen, und zeigen, dass auch aus bescheidenen Anfängen und ohne Privilegien eine internationale Musikkarriere möglich ist.

2012: Nicki Minaj kommt in Begleitung eines Papst-Doubles

Sängerin Nicki Minaj sorgte bei den Grammy Awards 2012 für Aufsehen, als sie mit einem Benedikt-Double auftauchte. Später trat sie für eine Performance auf die Bühne, die religiöse Motive und einen «Rap-Exorzismus» beinhaltete. Viele Katholiken reagierten empört auf den Auftritt.

Sie war dreimal nominiert bei der 54. Verleihung (für «Best New Artist», «Best Rap Album» und «Best Rap Performance»), gewann aber – trotz aller Gebete – keinen Grammy.

2011: Lady Gaga schlüpft aus Riesen-Ei, in dem sie sich vorher drei Tage lang befand

Lady Gaga im Ei-Kakon 2011 bei den Grammys.
Lady Gaga im Ei-Kakon 2011 bei den Grammys.
KEYSTONE

Sängerin Lady Gaga liess sich 2011 in einem ei-ähnlichen Kokon über den roten Teppich in die Halle tragen, um auf der Bühne rauszuschlüpfen. Sie wollte damit die «Geburt» ihrer neuen Ära und den Song «Born This Way» symbolisieren. Sie hatte sich vor der Veranstaltung drei Tage lang in dem Ei befunden, um sich in ihre Rolle einzufühlen und die Neugeburt zu verkörpern.

Und der ganze Aufwand lohnte sich denn auch: Lady Gaga zählte zu den grossen Gewinnerinnen des Abends. Sie gewann drei Grammys in den Kategorien «Best Female Pop Vocal Performance», «Best Pop Vocal Album» und «Best Short Form Music Video».

2009: Chris Brown greift seine damalige Partnerin Rihanna körperlich an

Rihanna und Chris Brown performen im Madison Square Garden im Dezember 2008. 
Rihanna und Chris Brown performen im Madison Square Garden im Dezember 2008. 
KEYSTONE

2009 erschütterte ein schwerer Vorfall die Grammy-Welt: Auf einer Vor-Grammy-Party kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Rihanna und ihrem damaligen Freund Chris Brown.

Musik & Swisscom

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Die Sängerin erlitt sichtbare Verletzungen, Paparazzi-Fotos gingen um die Welt. Beide sagten ihre geplanten Auftritte bei den Grammy Awards 2009 ab – nominiert oder ausgezeichnet war an diesem Abend keiner der beiden. Rihanna trennte sich von Brown, der später wegen Körperverletzung zu fünf Jahren Bewährung verurteilt wurde. Für Entsetzen sorgte später, dass das Paar 2012 kurzzeitig wieder zusammenkam.

2001: Eminem und Elton John halten Händchen – und setzen damit ein Statement

Bei den Grammy Awards 2001 performten Rapper Eminem und Sänger Elton John gemeinsam einen Song. Das sorgte für Aufsehen, weil Eminem aufgrund früheren homophoben Texten und Äusserungen in der Kritik stand – und Elton John sich öffentlich als schwuler Aktivist betätigte.

Während ihrer Performance hielten sie Händchen und umarmten sich. Der Auftritt räumte mit Stereotypen auf und markierte den Beginn einer engen, überraschenden Freundschaft zwischen den beiden Musikern.

2000: Jennifer Lopez im Skandal-Kleid

Jennifer Lopez’ Auftritt bei den Grammy Awards 2000 gilt als Mode-Skandal und grosser Popkultur-Moment. J.Lo erschien damals in dem tief ausgeschnittenen, grünen Versace-Kleid, das weltweit für Schlagzeilen sorgte. Das Outfit war so aufsehenerregend, dass es als eines der berühmtesten Kleider der Geschichte gilt – und sogar indirekt zur Entstehung von Google Images beitrug, weil so viele Menschen danach suchten.

Für die einen war es provokant, für die anderen ein Statement für Selbstbewusstsein und Glamour. Ihr damaliger Freund Puff Daddy war an diesem Abend übrigens nicht nominiert – und blieb im Rampenlicht klar im Hintergrund.

1991: Sinéad O’Connor lehnt Preis ab

Die irische Popsängerin Sinead O'Connor ist im Juli 2023 überraschend im Alter von 56 Jahren gestorben. 1991 verweigerte sie den Grammy. 
Die irische Popsängerin Sinead O'Connor ist im Juli 2023 überraschend im Alter von 56 Jahren gestorben. 1991 verweigerte sie den Grammy. 
Sebastian Silva/EFE/epa/dpa

Die Irin Sinéad O’Connor lehnte 1991 den Grammy für das «Best Alternative Music Album» bewusst ab. Sie blieb der Preisverleihung fern und begründete ihren Entscheid damit, dass die Grammys zu kommerziell seien und sich mehr für Verkäufe als für künstlerische Qualität interessierten.

O’Connor kritisierte zudem die Musikindustrie generell und wollte sich nicht als Teil eines Systems feiern lassen, das ihrer Ansicht nach Kunst und Authentizität untergräbt. Ihr Protest gilt bis heute als einer der konsequentesten und mutigsten Akte gegen den Mainstream in der Musikgeschichte.

1990: Milli Vanilli müssen Preis zurückgeben

Milli Vanilli wurden 1990 für den Hit «Girl You Know It’s True» mit dem Grammy als Best New Artist ausgezeichnet.

Doch nur wenige Monate später folgte der grosse Eklat: Das Duo hatte Playback gesungen, die Stimmen stammten von anderen Sängern.

Der Grammy wurde entzogen, der Plattenvertrag aufgelöst und CD-Käufer erhielten Entschädigungen. Die Karriere brach ein – Rob Pilatus starb 1998 an einer Überdosis, Fab Morvan blieb später als TV-Gesicht präsent.

1973: Helen Reddy bedankt sich bei Gott und nennt Gott «eine Frau»

Helen Reddy, eine australisch-amerikanische Sängerin und Ikone der frühen Frauenbewegung, gewann 1973 einen Grammy in der Kategorie «Best Female Pop Vocal Performance» für ihren Song «I Am Woman».

Der Titel wurde zur Hymne des Feminismus und stand für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. In ihrer Dankesrede sorgte Reddy für Aufsehen, als sie sich bei Gott bedankte – «weil sie alles möglich macht» – und dabei bewusst die weibliche Form wählte.

Die Aussage wurde damals kontrovers diskutiert und gilt bis heute als skandalöser feministischer Moment in der Grammy-Geschichte.


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