«Late Night Switzerland» Boris Becker bei SRF: «Den Teufel in mir habe ich im Gefängnis gelassen»

Carlotta Henggeler

10.11.2025

Boris Becker bei Stefan Büsser: «Den Teufel in mir drin habe ich im Gefängnis verloren.»
Boris Becker bei Stefan Büsser: «Den Teufel in mir drin habe ich im Gefängnis verloren.»
SRF/Screenshot

Tennislegende Boris Becker schlägt in Stefan Büssers SRF-«Late Night»-Sendung auf – und trifft ins Schwarze: Mit Charme und Schlagfertigkeit entscheidet er den Show-Match für sich.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Boris Becker zeigt sich in Stefan Büssers SRF-Show reflektiert und selbstironisch, spricht offen über seine Vergangenheit, seine Autobiografie und seine Zeit im Gefängnis.
  • Er betont die Bedeutung seiner Ehefrau Lilian als stabilisierende Kraft in seinem Leben – das Paar erwartet im Dezember ein gemeinsames Kind.
  • Becker blickt auf frühere Fehlentscheidungen zurück und unterstreicht, dass er heute besser wisse, was ihm guttut – privat wie beruflich.

Tennislegende Boris Becker ist zu Gast in Stefan Büssers SRF-«Late Night»-Show – und liefert sich mit dem Gastgeber einen unterhaltsamen verbalen Schlagabtausch. Mit Charme, Selbstironie und Schlagfertigkeit spielt sich Becker schnell in die Herzen des Publikums und geht am Ende als klarer Sieger vom Platz.

Boris Becker spricht bei Stefan Büsser über seine Höhen und Tiefen – und über seine Autobiografie «Boris Becker Inside – gewinnen, verlieren, neu beginnen». «Jetzt war es an der Zeit, meine Geschichte aus meiner Sicht zu erzählen», sagt Becker.

In seiner Autobiografie blickt der 58-Jährige auf seine grössten Triumphe zurück – und auf seine bittersten Niederlagen. Auch über seine 231 Tage im britischen Gefängnis spricht Becker offen: «Den Teufel, den ich in mir habe, habe ich im Gefängnis verloren.» Dort sei er nicht der Tennis-Champion gewesen, sondern nur eine Nummer.

Becker sagt, er sei im Leben – auf dem Court wie privat – immer wieder an seine Grenzen gegangen, manchmal auch darüber hinaus. «Ich weiss heute, was mir guttut – und was nicht.»

Eine zentrale Stütze in seinem Leben sei seine Frau Lilian de Carvalho Monteiro, mittlerweile Ehefrau Nummer drei. Sie bremse ihn heute manchmal, wenn er wieder über die Stränge schlage.

Nach seiner aktiven Tenniszeit sei er schlecht beraten worden, sagt Becker rückblickend. «Wir Spieler sind gute Sportler – aber ich habe nicht studiert, kein Jura. Für sogenannte schlaue Berater – und ich bin nun mal ein Menschenfreund – war das ein gefundenes Fressen. Viele davon meinten es nicht gut mit mir.»

Bessere Zeiten dank Novak und Lilian Becker

Auch über seine Zeit als Trainer von Novak Djokovic spricht Becker bei Büsser. Er habe eine gute Zeit mit dem serbischen Tennisstar gehabt – und sich sogar als Teil der Djokovic-Familie gefühlt. Boris Becker war von Ende 2013 bis 2016 Trainer von Djokovic. Abseits des Sports verbinde sie vor allem eines: Beide sehen sich als ausgesprochene Familienmenschen.

Und die Becker-Familie wächst weiter: Ehefrau Lilian (35) ist hochschwanger. Im Dezember erwarten die beiden ihr erstes gemeinsames Kind – es ist Beckers fünftes.

Die Risiko-Analystin Lilian lernte auf einer Party von Freunden kennen – ausgerechnet in einer der schwierigsten Phasen seines Lebens. Becker erzählte ihr von seiner gescheiterten zweiten Ehe, seiner Insolvenz und einem kaputten Knie. Doch sie liess sich davon nicht beirren.

«Bei mir funktioniert noch alles»

Über seine Frau Lilian spricht Becker mit viel Respekt – und Humor: «Man muss bei einem jüngeren Partner Fairplay spielen», sagt er. Die Entscheidung fürs gemeinsame Kind habe man bewusst getroffen. Und Becker fügt schmunzelnd hinzu: «Bei mir funktioniert noch alles.»

Eine weitere Erkenntnis verdanke er seiner Frau Lilian, sagt Becker schmunzelnd: «Es hat lange gedauert, bis ich es verstanden habe: ‹Happy Wife, happy Life.›»

Becker lebt in Mailand. Wäre ein Umzug in die Schweiz denkbar? Becker findet klare Worte, momentan nicht, aber er schliesst es für die Zukunft nicht aus. Ihm gefalle Lugano und er möge die Schweiz.

Das Publikum lacht, ist bestens unterhalten. Boris Becker zeigt sich als charismatische Persönlichkeit – auch abseits des Centre-Courts. Einer, der viel erlebt hat. Und noch einiges vorhat.


Mehr Videos aus dem Ressort

Bötschi im Abwärtsstrudel: So macht der Sportpsychologe mich zum Sieger

Bötschi im Abwärtsstrudel: So macht der Sportpsychologe mich zum Sieger

Mentale Stärke heisst das Zauberwort für Spitzensportler. Nützt sie auch einem Hobbysportler? Nachdem ich in letzter Zeit fast nur noch verloren habe beim Badminton spielen, holte ich mir Hilfe beim Sportpsychologen.

13.03.2025