Brief an den BundesratWie sich Brigitte Bardot für die Schweizer Wölfe engagierte
SDA
28.12.2025 - 16:20
Brigitte Bardots Weg führte sie immer wieder in die Schweiz.
Bild: Keystone
Brigitte Bardot drehte in Genf, liebte einen Schweizer Milliardär, und kämpfte bis zuletzt für den Wolf. Ihr Verhältnis zur Schweiz war persönlich, politisch – und oft auch unbequem.
Brigitte Bardot ist im Alter von 91 Jahren gestorben und hatte enge Verbindungen zur Schweiz, insbesondere durch ihren Tierschutzaktivismus und ihre Ehe mit Günther Sachs.
Gemeinsam mit dem Schweizer Umweltschützer Franz Weber kämpfte sie gegen die Robbenjagd und kritisierte zuletzt 2023 die Schweizer Wolfspolitik scharf.
Bardot drehte mehrere Filme in der Schweiz und wurde früh zur Ikone stilisiert.
Ob für den Tierschutz, die Liebe oder den Film: Ihr Weg führte Brigitte Bardot immer wieder in die Schweiz. Die Schauspielerin und Filmikone ist heute im Alter von 91 Jahren verstorben.
Mit der Schweiz verband sie vor allem ihre langjährige Tierschutzarbeit. So engagierte sie sich gemeinsam mit dem Schweizer Umweltschützer Franz Weber gegen die Jagd auf Robbenbabys und später für den Schutz des Wolfes.
Im Jahr 2023 kritisierte Bardot die Schweizer Wolfspolitik und bezeichnete sie als Schande. In einem am 18. Oktober 2023 auf der Plattform X veröffentlichten Brief wandte sie sich an Bundesrat Albert Rösti und prangerte dessen «mörderischen Wahnsinn» an. Man könne nicht in den Krieg gegen dieses Tier ziehen, das für die Artenvielfalt wertvoll sei, auch wenn seine Anwesenheit einen besseren Schutz der Herden erfordere, schrieb sie.
En Suisse, alors que les attaques diminuent et ne concernent que les troupeaux non protégés, le conseiller fédéral #AlbertRösti signe l'arrêt de mort du #loup. Je dénonce une folie meurtrière, une honte, j'apporte mon soutien total aux défenseurs de la nature et des animaux ! pic.twitter.com/HJHXIpIsiq
In der Zeitung «Le Temps» setzte Bardot dann nach: «Ich bin wirklich empört darüber, dass die Schweiz, die in Europa eine Sonderstellung einnimmt, nicht die Gelegenheit nutzt, ein Zeichen zu setzen, während die Staaten der Europäischen Union, darunter auch Frankreich, versuchen, den Schutz des Wolfes zu schwächen», sagte sie.
Das Umweltdepartement äusserte sich zu Bardots Appell nie. «Auf offene Briefe antworten wir aus grundsätzlichen Überlegungen nie», sagte ein Sprecher damals.
Ehe mit deutsch-schweizerischem Milliardär Günther Sachs
Weitere Verbindungen zur Schweiz bestanden durch ihre Ehe mit dem deutsch-schweizerischen Milliardär Günther Sachs, der in Pully VD lebte. Zudem drehte Bardot 1961 den Film «Vie privée» in Genf und arbeitete mit dem französisch-schweizerischen Regisseur Jean-Luc Godard für den Film «Le Mépris» (1963) zusammen.
«Ich behalte von Brigitte Bardot das Bild einer Ikone und eines Mythos», sagte Frédéric Maire, der ehemalige Direktor des Schweizer Filmarchivs Cinémathèque suisse, gegenüber dem Westschweizer Radio RTS.
Man habe sie sehr früh zu einer Ikone gemacht, was wahrscheinlich dazu geführt habe, dass sie sich zurückziehen musste, so Maire weiter. Sie habe nicht dem Bild einer zum Objekt gemachten Frau entsprochen, das Kino und Medien von ihr gezeichnet hätten.