Bötschi fragt SRF-SportkommentatorCalvin Stettler über Kritik – und wie seine Familie ihm Halt gibt
Bruno Bötschi
21.5.2026
«Ich realisierte früh, wo meine Grenzen als Fussballer sind. Ich bin zwar ein Linksfuss – die sind eigentlich gefragt –, aber ich war ein Linksverteidiger alter Schule: nicht besonders offensiv und auch technisch ziemlich limitiert»: Calvin Stettler.
Bild:SRF/Oscar Alessi
Calvin Stettler ist einer der beliebtesten Sportkommentatoren des Schweizer Fernsehens SRF. Ein Gespräch über seinen Umgang mit Kritik, seine Qualitäten als Fussballer und den engen Bezug zu seiner Familie.
Calvin Stettler ist Sportkommentator beim Schweizer Fernsehen SRF. Er kommentiert unter anderem die Spiele der Frauen-Fussballnationalmannschaft zusammen mit Expertin Rachel Rinast.
Trotz Popularität sieht sich Stettler nicht als «Medienliebling», sondern als jemand, der einfach mit Leidenschaft seinen Job macht.
Am meisten faszinieren ihn am Fussball die Emotionen und die verbindende Kraft grosser Turniere – Momente, die Menschen zusammenbringen und ihn selbst manchmal zu Tränen rühren.
«Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch, und Konfrontation ist für mich keine Lösung. Ich kenne kein Beispiel, in dem sie wirklich weitergeholfen hätte», sagt Calvin Stettler im Interview mit blue News.
Calvin Stettler, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle dir in den nächsten 45 Minuten möglichst viele Fragen. Und du antwortest bitte möglichst kurz und schnell. Wenn dir eine Frage nicht passt, kannst du auch einmal «Weiter» sagen.
Okay, das machen wir so.
Bern oder Zürich?
Zürich.
Ich dachte, du würdest mit Fricktal antworten, weil du dort seit einigen Jahren lebst.
Wenn du mir eine Auswahl gibst, beziehe ich mich in der Regel darauf (lacht).
Tag oder Nacht?
Ich mag beides – obwohl ich immer wieder merke, dass ich abends deutlich produktiver bin.
Ich habe nichts gegen Züri West – das ist mir wichtig zu sagen –, aber die Musik von Il Civetto gefällt mir einfach besser.
Dein revolutionärster Gedanke als 12-Jähriger?
Ich war noch nie ein Revoluzzer. Aber ich besass als Teenager einen 50-Kubik-Roller. Immer wieder beschlossen mein bester Freund und ich, dass wir Ausflüge in die Ferne machen. Einmal fuhren wir etwa an einem Tag aus dem Aargau nach Konstanz, tranken dort einen Kaffee und fuhren wieder zurück. Dieses Gefühl von Freiheit genoss ich sehr.
Zum Autor: Bruno Bötschi
Bild: sblue News
blue News-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Er stellt ihnen ganz viele Fragen – immer direkt, oft lustig und manchmal auch tiefsinnig. Dabei bleibt bis zur allerletzten Frage immer offen, wo das rasante Pingpong hinführt.
Ein 50-Kubik-Roller ist doch ein Zweirad, das aussieht wie ein Töff, aber keiner ist.
So ist es. Ich werde von meiner Freundin immer wieder aufgezogen, wenn meine Freunde und ich erzählen, was wir früher alles mit unserem Töff erlebt haben. Sie erinnert uns dann jedes Mal daran, dass das keine Töffs, sondern Roller waren (lacht).
Deine erste Arbeit für Geld?
Meine Mutter arbeitete einige Jahre bei einem Messeorganisator. An diesen Veranstaltungen durfte ich jeweils den Pressecorner betreuen. Ich war dafür verantwortlich, dass die Ablagen stets mit Heftchen und Prospekten aufgefüllt waren.
Wirklich wahr, dass du als Teenager regelmässig Leserbriefe geschrieben hast?
Ja, das stimmt. Ich las schon in jungen Jahren jede Woche die «Sport-Bild». Besonders fasziniert hat mich Thomas Müller, der damals beim FC Bayern München in der Offensive spielte. 2012 kam das Gerücht auf, er könnte zu Inter Mailand wechseln. Ich dachte nur: Das kann doch nicht sein. Also schrieb ich der Redaktion der «Sport-Bild» einen Leserbrief. Kurz darauf wurde er als «Kommentar der Woche» veröffentlicht. Das fand ich natürlich cool.
Welche Kindheitserinnerung erklärt heute deine Liebe zum Fussball?
Ich glaube, meine Begeisterung für Fussball kommt daher, dass mich Sport allgemein schon früh fasziniert hat. Ich habe selbst gespielt, und auch meine Mutter hat Fussball gespielt. Wahrscheinlich ist es diese Mischung, die meine Liebe zum Ball geprägt hat.
Stimmt es, dass deine Mutter in der Schweizer Nationalmannschaft gespielt hat?
Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie sich einst im Dunstkreis des Nationalteams bewegte und bei einigen Camps dabei war.
Wie gut sind deine Qualitäten als Fussballer?
Ich realisierte früh, wo meine Grenzen sind. Ich bin zwar ein Linksfuss – die sind eigentlich gefragt –, aber ich war ein Linksverteidiger alter Schule: nicht besonders offensiv und auch technisch ziemlich limitiert.
«Meine Leidenschaft und meine Art zu kommentieren entsprechen ziemlich genau dem, wie ich auch privat bin»: Calvin Stettler.
Bild:SRF/Gian Vaitl
Deinen ersten Fussballmatch hast du – zumindest stand das so im «Blick» – bereits mit neun Jahren kommentiert.
Das stimmt. Ich besuchte mit meinen Eltern die Kindercity im zürcherischen Volketswil. Dort gab es eine Kommentatoren-Station mit Bildschirm, Mikrofon und den Namen und Nummern der Spieler von Grasshoppers Zürich und dem FC Basel. Ich weiss noch genau, wie ich mich dort hingesetzt und sofort angefangen habe zu kommentieren. Irgendwann mussten mich meine Eltern wegziehen, weil auch andere Kinder kommentieren wollten.
War danach für dich klar, dass Sportmoderator dein Traumjob ist?
Wegen meines Gerechtigkeitssinns träumte ich zuerst davon, Anwalt zu werden. Später merkte ich, dass der Beruf Sportkommentator noch besser zu meiner Leidenschaft passt. Wenn ich PlayStation spielte, stellte ich meist den Ton ab und kommentierte selbst.
Fanden das alle lustig?
Nein. Eine meiner beiden Schwestern hat mir sogar zwei-, dreimal den Stecker gezogen, weil sie von meinem Geplapper genervt war. Im Nachhinein könnte man aber sagen: Das Üben an der PlayStation hat sich gelohnt (lacht).
Du redest nicht nur gut, sondern auch gern.
Ich rede gerne, das stimmt.
Im Schweizer Fernsehen SRF erzählst du heute populär über Fussball. Wann hast du gemerkt, dass du Fussball gut erklären kannst?
Das sollen andere beurteilen, ob ich das gut kann – und darum: weiter bitte.
Der Sportjournalismus lebt Emotionen. Wann hast du zuletzt während einer Übertragung etwas gespielt, das du in Wirklichkeit gar nicht empfunden hast?
Ich behaupte, das ist mir noch nie passiert. Meine Leidenschaft und meine Art zu kommentieren entsprechen ziemlich genau dem, wie ich auch privat bin. Ich sage meinen engsten Leuten deshalb auch immer: Bitte sagt mir, wenn ihr mich während des Kommentierens nicht mehr wiedererkennen solltet.
Wer gehört alles zu deinen engsten Leuten?
Meine Freundin, meine beiden Schwestern, meine Eltern und zwei, drei Freunde. Meine Eltern haben mir nach TV-Übertragungen auch schon gesagt: «Irgendetwas war heute anders – wir haben gespürt, dass du dich nicht richtig wohlgefühlt hast.» Ich bin froh, dass die Menschen in meinem Umfeld mir so ehrliches Feedback geben.
Beim Fussball glauben viele Menschen, mitreden zu können. Wie machst du dich als Kommentator davon frei?
Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass Kritik nichts mit mir macht – das wäre nicht ehrlich. Am Ende gehst du immer mit voller Leidenschaft an die Sache heran, und entsprechend trifft dich das Feedback auch. Es kann passieren, dass der erste Kommentar, den ich auf Instagram lese, lautet: «Calvin, du hast keine Ahnung.» Ich gebe zu, das ist hart. Gleichzeitig ist mir immer bewusst: Fussball ist eine emotionale Sportart – entsprechend emotional ist oft auch das Feedback der Fans.
Deine Popularität als Sportkommentator – wie hat sie dich verändert?
Ich glaube nicht, dass sie mich verändert hat. Erst kürzlich sprach ich mit meiner Tante darüber, und sie meinte, sie habe das Gefühl, ich sei immer noch derselbe Calvin.
Kaum warst du beim Schweizer Fernsehen SRF als Fussballkommentar tätig, wurdest du bereits als potenzieller Nachfolger von Sascha Ruefer, dem Kommentator der Männer-Nati, angesehen. Was machte das mit dir?
Ich war bereits vor meiner Zeit beim SRF als Medienschaffender tätig, deshalb waren mir solche Spekulationen nicht fremd. Natürlich ist das aber vor allem ein grosses Kompliment, weil ich finde, dass Sascha Ruefer einen super Job macht. Gleichzeitig war mir aber immer bewusst: Ich gehe meinen Weg – und er seinen.
Bist du gerne Medienliebling?
Medienliebling, siehst du mich so, Bruno?
Durchaus. Ja.
Ich sehe mich nicht so. Ich versuche einfach, meinen Job mit Leidenschaft zu machen. Wenn die Menschen meinen Einsatz schätzen, freut mich das sehr – und wenn nicht, muss ich das auch akzeptieren.
«Wir nehmen solche Kritik ernst und sprechen auch darüber»: Rachel Rinast und Calvin Stettler kommentieren zusammen die Spiele der Fussball-Nati der Frauen.
Bild:SRF/Oscar Alessio
Deine Karriere beim Schweizer Fernsehen SRF hast du 2018 als Praktikant in der Sportabteilung gestartet. Schon in der dritten Woche kam es zu einer besonderen Situation: Du musstest kurzfristig zur Herren-Abfahrt in Kvitfjell reisen, weil Beat Feuz noch die Chance auf den Gewinn der Kugel hatte. Gleichzeitig war auf der Redaktion niemand sonst verfügbar, der an diesem Wochenende hätte nach Norwegen reisen können.
Ich war extrem nervös, als ich nach Norwegen geflogen bin, weil mir klar war: Da bietet sich mir eine aussergewöhnliche Chance. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich liefern muss – entsprechend habe ich mich intensiv darauf vorbereitet. Heute weiss ich, dass es von beiden Seiten viel Mut brauchte. Umso dankbarer bin ich, dass ich damals nach Kvitfjell reisen durfte und so einen unvergesslichen Auftakt meiner Karriere als Sportreporter erleben durfte.
Wie zufrieden waren die Verantwortlichen vom SRF mit deiner Leistung?
Ich habe solide Arbeit abgeliefert und mir so meine ersten Sporen abverdient – zumindest habe ich nie etwas anderes gehört.
Die schlimmste Nachricht, die du bisher in einer TV-Sendung überbringen musstest?
Ein schwieriger Moment war, als bekannt wurde, dass der Vater von Rafel Navarro gestorben ist – ausgerechnet an dem Tag, als der Nationaltrainer beim Spiel gegen Belgien das Schweizer Frauenteam erstmals betreut hat. Als ich das erfahren habe, hat mich das doch bewegt – nicht zuletzt, weil ich selbst einen sehr engen Bezug zu meinen Eltern habe.
Wie viel deiner Wortspiele während eines Fussballspiels sind vorbereitet – und wie viel entsteht spontan?
Keins davon ist vorbereitet. Ich glaube, das merkt man auch daran, dass ich dafür hin und wieder kritisiert werde. Aber es wäre auch verrückt, wenn jeder Spruch sitzen würde. Ich bin übrigens auch privat so – und da funktioniert auch nicht jedes Wortspiel (lacht).
Du kommentierst die Spiele der Frauen-Nati gemeinsam mit Expertin Rachel Rinast. Sie sagt über dich, du seist ein 80-Jähriger im Körper eines 12-Jährigen. Wie kommt sie darauf?
Ich glaube, das kommt daher, dass ich von meinen Eltern gewisse Werte mitbekommen habe, die nicht verhandelbar sind – Freundlichkeit, Pünktlichkeit und einen respektvollen Umgang. Das hat sich bei mir über die Zeit so entwickelt und summiert, sodass ich für Rachel manchmal wie ein älterer Herr mit sehr guten Manieren wirke.
Es gibt Stimmen, die behaupten: Bei Rachel Rinast und Calvin Stettler gibt es zu viel Entertainment und zu wenig Sport. Wie gehst du mit dieser Kritik um?
Wir nehmen solche Kritik ernst und sprechen auch darüber. Natürlich fragen wir uns immer wieder, ob etwas zu viel oder zu wenig war. Wenn man unsere letzten Spiele anschaut, waren wir aus unserer Sicht sehr nah am Sport dran und haben versucht, die richtige Balance zu finden. Genau darum geht es am Ende – dass die Mischung stimmt.
Ich lese dir einen Kommentar vor, der im vergangenen März im Magazin «TV Star» erschienen ist: «Quälende Curling-Übertragungen an der Olympiade mit Kommentator Calvin Stettler (endlos dummes Nachgeplappere, was man selbst sehen konnte). Dieser Reporter war eine Zumutung, er muss zuerst noch einiges lernen, bevor man ihn einsetzt! Die angenehm kompetente Carmen Müller-Schäfer hätte vollauf gereicht. Heidi M. per E-Mail.» Was macht so ein Kommentar mit dir?
Wie bereits gesagt: Ich nehme Kritik ernst. Ich lese solche Kommentare durch und bespreche sie auch mit Vertrauenspersonen. Wenn sie den Eindruck teilen, schaue ich noch genauer hin und versuche, an dem Problem zu arbeiten. Wenn mein Umfeld und meine Vorgesetzten aber sagen, dass ich keinen Fehler begangen habe, zeigt das auch: In der Öffentlichkeit gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen. Damit muss man umgehen können.
Hätte Heidi M. die Mail dir direkt geschickt, hätte sie eine Antwort bekommen?
Ich antworte allen Menschen, die mir schreiben – und ich schreibe übrigens auch allen zurück, die sich mir gegenüber unter der Gürtellinie äussern.
Was dachtest du, als blue News im vergangenen Jahr titelte: «SRF-Sportmoderator Calvin Stettler nervt mit ‹zu viel Klamauk›?»
Natürlich ist es nicht mein Ziel, wenn ich Leute mit meinem Kommentar nerve. Gleichzeitig ist das eine Meinung, und die akzeptiere ich.
Es gibt Menschen, die in solchen Situationen auf Konfrontation gehen. Für dich scheint das keine Lösung zu sein?
Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch, und Konfrontation ist für mich keine Lösung. Ich kenne kein Beispiel, in dem sie wirklich weitergeholfen hätte.
Ich finde beides wichtig. Im Alltag nehmen wir uns viel zu selten Zeit zum Durchatmen. Vor einem Fussballspiel mache ich das oft ganz bewusst: Ich gehe kurz auf den Rasen runter, atme tief ein und werde mir klar, wie viel Glück ich habe, als Fussballkommentator arbeiten zu dürfen.
Ins Meer hinausschwimmen: lieber allein oder zu zweit?
Zu zweit – ich bin ein Angsthase.
Wie bleibt man offen für Neues, wenn man älter wird?
Durch viel Lesen, viel Diskutieren und indem man immer wieder bewusst zuhört.
Was macht einen guten Mann aus?
Ein guter Mann ist ein Mensch, der nicht nur von Gleichberechtigung spricht, sondern sie auch lebt.
«Geld, Gigantismus und Gier beherrschen mittlerweile das Fussballgeschäft und werden zum Gift für den Fussball», schreibt Marcel Reif in seinem Buch «Nachspielzeit», das 2017 erschienen ist. Wie gehst du damit als Kommentator um?
Ich sehe natürlich auch, dass der Fussball ein widersprüchliches Geschäft ist. Umso wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die noch Moral und Anstand haben. Mir gibt das Hoffnung, dass der Fussball sich trotz allem seine positiven Seiten bewahren kann.
Am 11. Juni startet die Fussball-WM der Männer in Kanada, Mexiko und den USA. Was fasziniert dich an so einem sportlichen Grossanlass?
Grossanlässe haben eine verbindende Kraft. Für einige Wochen konzentriert sich alles auf dieses eine Event. Menschen kommen ins Gespräch und feiern miteinander, die sich im Alltag wahrscheinlich nie begegnen würden. Genau diese gemeinsame Fokussierung macht es aus – das klingt vielleicht pathetisch, ist aber so. Das habe ich besonders schön während der Frauen-EM in der Schweiz im Sommer 2025 erleben dürfen.
«Ich sehe natürlich auch, dass der Fussball ein widersprüchliches Geschäft ist. Umso wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die noch Moral und Anstand haben»: Calvin Stettler.
Bild:SRF
In einem Satz: Wie wirbst du für die Schweiz?
Für mich ist die Schweiz ein Land mit unfassbar schöner Natur, viel Ordnung und Verlässlichkeit – und hat gleichzeitig etwas Heimeliges.
Wie warnst du vor der Schweiz?
Ich bin nicht in der Position, vor unserem Land zu warnen. Was ich aber sagen kann: Die Schweizerinnen und Schweizer wirken am Anfang manchmal etwas verschlossen gegenüber neuen Bekanntschaften, sind im Herzen aber sehr herzliche Menschen.
Mal wegen der Schweiz geweint?
Nein.
Schon einmal im Fernsehstudio geweint?
Ich hatte bei TV-Übertragungen schon Tränen in den Augen, wenn es sehr emotional wurde. Zum Beispiel beim EM-Eröffnungsspiel im Sommer 2025 in Basel, als Beatrice Egli die Nationalhymne gesungen hat – dieser Moment war unglaublich schön und hat mich tief berührt.
Wir kommen langsam zum Schluss und damit zum Talenttest: Schätz jetzt bitte dein Talent von null Punkten kein Talent, bis zehn Punkte, Supertalent, ein: als Feminist?
Das müsste man ehrlich gesagt eher die Frauen in meinem Umfeld fragen. Ich habe aber schon das Gefühl, dass mir Gleichberechtigung sehr wichtig ist und dass ich das auch im Alltag entsprechend lebe.
Das heisst, du würdest dir sieben Punkte geben.
Nein, ich würde mir mehr Punkte geben (lacht).
Über dein Talent als Fussballer haben wir bereits am Anfang des Interviews gesprochen. Wie viel Punkte würdest du dir da geben?
Drei Punkte. Am meisten Luft nach oben habe ich, wie erwähnt, bei der Technik und bei der Ruhe am Ball.
Dein Talent als Astronaut?
Wenn ich an meine Noten im Fach Physik zurückdenke, komme ich auf maximal vier Punkte. Ich habe mich da ehrlich gesagt ein bisschen durchgemogelt. Das Weltall war auch nie wirklich ein grosses Thema für mich – weder inhaltlich noch von der Faszination her. Ein Flug auf den Mond steht definitiv nicht auf meiner Bucket-List (lacht).
Statt auf den Mond zu fliegen, würdest du lieber einmal Thomas Müller interviewen?
Unbedingt – ich glaube, das wäre sehr interessant.
Was würdest du den deutschen Fussballer als Erstes fragen?
Ich schätze Thomas Müllers Eloquenz sehr. Deshalb würde ich ihn als Erstes fragen, wann er das letzte Mal sprachlos war.
Wann warst du das letzte Mal sprachlos?
Vor wenigen Wochen auf einem Hügel in einem dänischen Nationalpark. Ich war mit meinen beiden Schwestern in den Ferien und wir machten eine kleine Wanderung. Am Ende wurden wir mit einer Aussicht aufs Meer belohnt, die unfassbar schön war.
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