«Sex and the City»-ErfinderinCandace Bushnell: «Ich habe Mr. Big nicht geheiratet – und das war gut so»
Carlotta Henggeler
21.3.2025
Autorin Candace Bushnell ist die Erfinderin der TV-Hitserie «Sex and the City». Die Amerikanerin kommt mit ihrer Show am 22. März nach Zürich.
Kay Blake/ZUMA Wire/dpa
Candace Bushnell, Schöpferin der US-Hitserie Sex and the City, spricht mit blue News über die Parallelen zwischen ihr und Carrie Bradshaw, Dating-Apps wie Tinder – und bestätigt: Mr. Big gab es wirklich.
«Sex and the City»-Erfinderin Candace Bushnell bestätigt, dass es einen echten «Mr. Big» gab, und betont, dass sie ihre eigene Schuhobsession nicht mit Carrie Bradshaw teilt.
Sie sieht Dating-Apps eher als Unterhaltung denn als echtes Dating und glaubt, dass Carrie Bradshaw sie heute nutzen würde.
In ihrer One-Woman-Show am 22. März in Zürich erzählt Bestseller-Autorin Candace Bushnell die wahre Geschichte hinter« Sex and the City». Ein Muss für Fans der kultigen TV-Serie mit Carrie Brandshaw und ihren Freundinnen im New York der 1990er-Jahren. Alle Infos dazu findest du hier.
Als Sie Ihre Kolumnen für den «Observer» schrieben, haben Sie jemals gedacht, dass «Sex and the City» ein weltweites Phänomen wird?
Candace Bushnell: Nein, überhaupt nicht. Es war für ein sehr spezielles New Yorker Publikum gedacht – Medienleute, kulturell interessierte Leute, die wissen, wer die Promis der «New York Post», der Page Six, sind. Wir dachten, es geht nur um New York, aber dann passierte es überall – sogar in der Schweiz!
Wie viel von Ihnen persönlich steckt wirklich in Carrie Bradshaw?
Das ist die Frage, die mir jeder stellt! Genau deshalb mache ich meine One-Woman-Show «True Tales of Sex, Success and Sex in the City». Ich beantworte dort alles: Gab es den echten Mr. Big? Ja, den habe ich aber nicht geheiratet, das war gut so. Und habe ich drei Freundinnen, genau wie in der TV-Serie? Das erzähle ich auf der Bühne. Dazu verrate ich, ob ich eine Schuhobsession wie Carrie Bradshaw habe.
Carrie Bradshaw aus ihrer Kultserie ist eine Fashionista, liebt Mode und Luxus. Was bedeutet Ihnen Luxus?
Ich mag wenige, aber sehr gute Dinge. Ich besitze Taschen, die ich seit 20 Jahren trage. Und natürlich Manolo Blahniks.
Wie viele an der Zahl?
Sagen wir so: mehr als 20 Paar, aber weniger als Imelda Marcos.
Was ist die wichtigste Dating-Regel aus «Sex and the City», die heute noch gilt?
Wenn du es nicht machst, macht es jemand anderes! Dating hat sich zwar verändert, aber dieser Grundsatz gilt immer noch. Beziehungen standen für Frauen früher an erster Stelle – für Männer oft nur an dritter oder fünfter Stelle.
Wäre Carrie Bradshaw heute auf Tinder?
Definitiv. Alle würden Dating-Apps nutzen.
Würden Sie Carrie und ihre Freundinnen als moderne Feministinnen bezeichnen?
Ja – zumindest für die 90er. Damals war der Druck, mit 30 verheiratet zu sein, enorm. Heute hat sich das verändert, auch ein wenig durch «Sex and the City». Frauen sind unabhängiger, fokussierter auf ihre Karrieren. Es gibt sogar eine Bewegung, Männer in Beziehungen zu dezentrieren.
Sind Sie selbst Feministin?
Ja, absolut.
Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Mehr Geld zu verdienen! In den 80ern dachte ich noch, ich müsste meine Karriere so gestalten, dass sie eine Beziehung nicht gefährdet. Das war ein Fehler. Ich würde definitiv früher starten mit Geld verdienen.
In einem Interview sagten Sie, dass Sie einmal in Gstaad waren und sich in den Ort verliebt haben. Würden Sie dorthin ziehen?
Ich war an der Hochzeit von Ernesto und Kirsty Bertarelli, die war in Gstaad. Ja, ich habe darüber nachgedacht, nach Gstaad zu ziehen. Aber vielleicht ist Zürich für mich besser, weniger ländlich. Besser für eine Single-Frau.
Woran arbeiten Sie gerade?
Ich habe gerade die Rechte am Buch «One Fifth Avenue» verkauft. Das bedeutet, dass daraus eine neue TV-Serie wird. Aber wir stehen noch ganz am Anfang.
Sie kommen am 22. März mit der Show «True Tales of Sex, Success, and Sex and the City» ins Theater 11 nach Zürich. Sie haben am Anfang unseres Gesprächs schon einiges über ihren Auftritt verraten. Was können Ihre Fans sonst noch erwarten?
Die ganze Wahrheit hinter «Sex and the City»: Wie ich die Kolumne schrieb, warum ich Carrie Bradshaw erfand und was danach passierte. Und wir spielen ein Spiel: Echt oder nicht echt? Denn viele Dinge aus der Serie sind tatsächlich passiert – aber manchmal schlimmer, manchmal besser.
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