«Gesetze greifen nicht» Jetzt fordert Collien Fernandes das grosse Umdenken

SDA

29.3.2026 - 23:54

Collien Fernandes forderte im Gespräch mit Caren Miosga ein härteres Vorgehen bei digitaler Gewalt.
Collien Fernandes forderte im Gespräch mit Caren Miosga ein härteres Vorgehen bei digitaler Gewalt.
NDR

Schauspielerin Collien Fernandes fordert schärfere Gesetze und mehr Sensibilität im Umgang mit digitaler Gewalt. Ihr Fall sorgt für politische Bewegung.

Keystone-SDA, Teleschau

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Collien Fernandes fordert Schulungen für Behörden und mehr Aufklärung zu digitaler Gewalt.
  • Im Fokus stehen Deepfakes und die Verbreitung intimer Inhalte ohne Einwilligung.
  • Die Justizministerin sieht Lücken im Gesetz und kündigt Verbesserungen an.

Was lässt sich gegen sexuelle Gewalt im Internet unternehmen? Das möchte am Sonntagabend Caren Miosga in der ARD von ihren Gästen wissen. Mit dabei: Schauspielerin Collien Fernandes, deren Fall die Debatte angestossen hat.

In der ARD-Talkshow wird Fernandes deutlich. Betroffene müssten den Mut haben, sich zu wehren. «Geht raus! Ansonsten bleiben die Gesetze einfach Papier», sagt sie.

Gleichzeitig fordert sie konkrete Verbesserungen: Behörden müssten besser geschult werden, um Anzeigen von Opfern sensibler zu behandeln. Auch in Schulen brauche es mehr Aufklärung.

Fokus auf Deepfakes und Fake-Profile

Besonders kritisch sieht Fernandes die zunehmende Verbreitung von Deepfakes und manipulierten Inhalten. Diese würden gezielt eingesetzt, um Menschen – insbesondere Frauen – öffentlich zu diskreditieren.

Sie fordert, dass sowohl die Erstellung als auch die Verbreitung solcher Inhalte klar strafbar werden. Aktuell gebe es noch Lücken im Gesetz.

Die Debatte wurde durch persönliche Vorwürfe von Fernandes ausgelöst. So wirft sie ihrem Ex-Partner Christian Ulmen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber intime Inhalte verbreitet zu haben.

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an.

Politik erkennt Handlungsbedarf

Auch Stefanie Hubig sieht dringenden Reformbedarf. In der Sendung spricht sie von klaren Strafbarkeitslücken im Bereich digitaler Gewalt.

Geplant ist ein neues Gesetz, das insbesondere Deepfakes stärker regulieren soll. Dabei soll zwischen unterschiedlichen Formen unterschieden werden – etwa zwischen satirischen Inhalten und strafbaren Darstellungen.

Parallel zur politischen Diskussion wächst auch der öffentliche Druck. Tausende Menschen demonstrierten zuletzt gegen digitale Gewalt und für besseren Schutz von Betroffenen.

Fernandes zeigt sich davon überrascht – und zugleich bestärkt: Die breite Unterstützung könne helfen, das Thema langfristig stärker ins Bewusstsein zu rücken.


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