Mörder aus dem Kinderzimmer «Adolescence» – der tödliche Albtraum einer Familie

Bruno Bötschi

20.3.2025

Teenager ermordet Schulkollegin: Der Netflix-Vierteiler «Adolescence» ist der Serienhype der Stunde.
Teenager ermordet Schulkollegin: Der Netflix-Vierteiler «Adolescence» ist der Serienhype der Stunde.
Bild: Netflix

«Adolescence» bei Netflix gilt als die Serie der Stunde. Das liegt nicht nur an der Erzählweise ohne Schnitt und an Hauptdarsteller Owen Cooper (15). Die Serie ist erzählerisch perfekt und erschüttert emotional.

Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Thriller-Serie «Adolescence» , seit dem 13. März bei Netflix (im Package von blue Binge) abrufbar, ist in aller Munde.
  • Ein Teenager unter Mordverdacht, eine Familie am Abgrund: Das Ende der vierteiligen Serie ist dabei besonders bewegend.
  • Jetzt verriet Regisseur Philip Barantini, wie er es schaffte, den Schluss der Serie, die ohne Schnitt auskommt, derart emotional werden zu lassen.

Es ist kurz nach 6 Uhr am Morgen, als ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Türe eines Reihenhauses in einer nordenglischen Vorstadt zertrümmert und in den ersten Stock stürmt.

Dort liegt Teenager Jamie Miller, grossartig gespielt von Owen Cooper, im Bett und macht sich ob all der Aufregung in die Hosen. Während die Polizisten sein Zimmer stürmen und den 13-Jährigen festnehmen, stehen seine Eltern (Stephen Graham und Christine Tremarco) hilflos daneben.

Der verschüchterte Bub steht unter Mordverdacht. Während der Fahrt auf das Revier wird er von einem Polizisten über seine Rechte belehrt. Auf der Wache muss der Junge sich seiner Kleider entledigen.

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Es werden Blut- und DNA-Proben abgenommen. Ein Anwalt im Anzug erscheint, aber Jamie besteht darauf, nichts Unrechtes getan zu haben.

«Emotional erschütternd und erzählerisch perfekt»

Die am 13. März veröffentlichte vierteilige Thriller-Serie «Adolescence» von Regisseur Philip Barantini ist aktuell in aller Munde – und führt weltweit die Netflix-Charts an.

Der Titel der Serie bezieht sich auf die Phase der sogenannten Adoleszenz, die Übergangszeit von der Kindheit ins Erwachsenenalter.

Kritiker*innen loben die gesellschaftliche Relevanz der Serie. «Ohne Schnitt, nah am Puls der Jugend, emotional erschütternd und erzählerisch perfekt: Die britische Miniserie ist ein Streaming-Ereignis, über das man noch lange sprechen kann», kommentiert «Watson».

In der zweiten Folge erfahren die Zuschauenden mehr über den Verlauf der Ermittlungen, als zwei Polizisten Jamies Schule besuchen und dort Informationen zur Tatwaffe suchen wollen.

Der Vater entschuldigt sich bei einem Teddybären

Die dritte Folge spielt sieben Monate später. Eine Psychologin (gespielt von Erin Doherty) soll eine Beurteilung von Jamie erstellen. Im Interview verrät ihr der Teenager, dass er versucht hatte, Katie um ein Date zu bitten.

Hat Jamie Katie getötet, weil sie seine Gefühle verletzt hat?

In der vierten und letzte Folge der Serie, sie spielt nochmals 13 Monate später, hat Jamies Vater Geburtstag. Während Vater, Mutter und Schwester (Amélie Pease) im Auto sitzen, ruft der inhaftierte Jamie an.

Teeanger Jamie im Gespräch mit seinem Vater.
Teeanger Jamie im Gespräch mit seinem Vater.
Bild: Netflix

Der 13-Jährige wünscht seinem Vater alles Gute zum Geburtstag. Später erklärt er ihm zum ersten Mal, dass er in der bevorstehenden Gerichtsverhandlung auf schuldig plädieren werde.

Gegen Ende der vierten Folge geht der Vater ins Jamies Zimmer und fängt an zu weinen. Am Ende entschuldigt er sich bei einem Teddybären dafür, dass er kein besserer Vater gewesen sei.

«Echt, unverfälscht und unerwartet»

Laut Filmemacher Barantini wurden für diese Szene im Verlaufe der Dreharbeiten private Bilder von Schauspieler Stephen Graham und seiner Familie an die Wand – ohne sein Wissen. 

Daneben habe die Crew einen Zettel an die Wand gepinnt mit der Text: «Wir lieben dich. Wir sind so stolz auf dich.»

Die vierteilige Serie «Adolescence» spielt über 13 Monate und wurde ohne ersichtliche Schnitte gedreht, was die Dramatik noch verstärkt.
Die vierteilige Serie «Adolescence» spielt über 13 Monate und wurde ohne ersichtliche Schnitte gedreht, was die Dramatik noch verstärkt.
Bild: Netflix

Als Graham die Fotos mit der Nachricht gesehen habe, sei er emotional zusammengebrochen. «Die Takes davor waren ganz anders», so Barantini.

Und weiter: «Sie waren alle unglaublich emotional. Aber dieser letzte Take, den wir verwendet haben, war echt, unverfälscht und unerwartet.»

Fazit: «Adolescence» dreht sich weniger um die Frage, wer der Mörder ist. Stattdessen will die vierteilige Netflix-Serie das mögliche Motiv hinter der Tat ergründen. Die Antworten sind erschreckend.


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