Netflix-Serie Meghan macht auf perfekte Hausfrau – aber ist das wirklich sie?

Bruno Bötschi

4.3.2025

In der Netflix-Serie «With Love, Meghan» steht die Herzogin von Sussex in der Küche. Sie ist dabei perfekt gestylt, empfängt Gäste und will klarmachen: Hausarbeit macht Spass. Authentisch wirkt das nicht.

Bruno Bötschi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Seit heute ist bei Netflix die achtteilige Serie «With Love, Meghan» abrufbar.
  • Die Herzogin von Sussex lädt in ihrer neuen TV-Show Gäste ein, kocht mit ihnen und gibt Küchen-, Haushalt- und Gartentipps.
  • «Jeder, der uns besucht, soll sich in unserem Haus wohlfühlen», sagt Meghan.

«Das Wichtigste ist, leise zu sprechen ... mit unserer Bienenstimme.» Das ist der erste Satz, den die Herzogin von Sussex in der allerersten Folge der neuen achtteilige Netflix Serie «With Love, Meghan» äusserst.

Leise sein war bisher keine Stärke von Meghan. 

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, gerne zu kochen, sich einen Schrebergarten anzulegen oder daheim Bienen zu halten, um Honig zu produzieren.

«Manche Leute machen das ganz allein zu Hause», sagt Meghan über die Haltung von Honigbienen. Sie dagegen brauche auch nach mehr als einem Jahr als Bienenzüchterin nach wie vor Hilfe, denn sie habe immer noch Angst vor den fleissigen Insekten, die hin und wieder auch einmal zustechen.

Als Zuschauer*in von «With Love, Meghan» wird einem so nach wenigen Minuten klargemacht: Die Herzogin von Sussex weiss genau, dass es bei der Selbstvermarktung auf die Glaubwürdigkeit und das Timing ankommt.

Nur blöd halt, wenn alles ein bisschen zu perfekt aussieht. Aber dazu später mehr.

Meghan bekommt Besuch von einem langjährigen Freund

Für das Wohlbefinden ihrer Gäste unternimmt die Herzogin von Sussex wirklich alles. Davon überzeugen darf sich in der ersten Folge ihr Gast Daniel Martin.

Der Make-up-Artist ist ein langjähriger Freund von Meghan («Die Kinder nennen ihn Onkel Daniel») und darf deshalb sogar über Nacht bleiben. Und dann ist auch bereits das erste Mal das britische Königshaus Thema – aber ohne, dass es namentlich genannt würde: «Daniel war in meinem Leben davor, währenddessen und ist es auch danach.»

Das mit dem über Nacht bleiben, passt übrigens ganz wunderbar, denn eine von Meghans Lieblingsbeschäftigungen soll das Herrichten des Gästezimmers sein. Zumindest behauptet sie das in der ersten Folge.

Als Erstes fragt sich die 43-Jährige jeweils: Was erwarten meine Gäste neben dem Bett? Antwort: «Ein Morgen- und Abendgruss.»

Und ihre zweite Frage lautet: Was erwarten meine Gäste im Bad? Antwort: «Selbstgemachtes Badesalz.»

«Jeder, der uns besucht», so Meghan weiter, «soll sich in unserem Haus wohlfühlen.» Und wenn wir schon beim Thema «Haus» sind: Die Netflix-Serie «With Love, Meghan» wurde nicht in Meghans und Harrys Villa gedreht. Der Grund: Die Privatsphäre und die Familie sollen geschützt werden.

Das Netflix-Mietobjekt soll sich allerdings ebenso wie das Zuhause der Sussexs im kalifornischen Montecito befinden. Denn Meghan möchte in ihrer neuen Serie vor allem auch eines zeigen: So schön kann das Leben in Kalifornien sein – also wenn der Kontostand stimmt.

Wo bleiben Meghans feministische Ambitionen?

Meghan hantiert in der Küche mit Geschick. Und sie scheint wirklich gerne Gäste zu empfangen. Und gibt sich dabei detailversessen. Das ist natürlich legitim.

Aber dass die ehemalige Schauspielerin mit vorgeblich feministischen Ambitionen, deren grösster Karriereschritt– zumindest behaupten das böse Zungen – die Trauung mit dem Windsor-Reservisten war, nun auf perfekte Hausfrau macht, ist halt doch irgendwie befremdlich.

Und so fragt sich die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» unter dem Titel «Schöner Kochen mit Meghan»:

«Wird die Herzogin gar zum Postergirl der von den USA aus in den sozialen Medien heimisch gewordenen Tradwife-Bewegung, die der Frau im häuslichen Wirkungskreis einzig wahre Selbstverwirklichung verspricht?»

Warum trägt Meghan in der Küche eine weisse Bluse?

Bei den konservativen Tradewifes sieht es immer so aus, als gingen ihnen Haushalt und Kinderbetreuung super leicht von der Hand. Und es handle sich dabei grundsätzlich um Frauenarbeit.

Und nicht zu vergessen: Die bienenfleissigen Tradewifes sind, also während sie den Haushalt mit Verve in Schuss halten, immer perfekt angezogen und adrett zurechtgemacht.

So wundert es nicht, dass Meghan in der ersten Folge ihrer neuen Netflix-Serie ein blütenweisse Bluse trägt, auf der trotz intensiver Kocherei, nie auch nur der kleinste Flecken zu entdecken ist. Solche Unschönheiten sind übrigens auch in der Küche nicht zu sehen. Dort ist alles immer: blitzblank sauber.

Immerhin geht der Herzogin von Sussex in der ersten Folge bei der Küchenarbeit ein Mann zur Hand. Er überschüttet seine langjährige Freundin dabei mit viel Lob.

Und so wird sogar das Abreiben einer Zitrone zum vermeintlichen Spektakel. Meghan zu Daniel: «Du hast sie toll abgerieben.»

Momoll, es gibt auch ein paar lustige Momente: Etwa, wenn Meghan verrät, dass sie nicht alle Snacks selber zubereitet, sondern hin und wieder auch einfach welche im Laden kauft und dann so tut, also hätte sie diese selbstgemacht.

Ach, das Leben könnte doch so einfach sein

Ach, das Leben könnte doch so einfach sein: Perfekt gestylt in der Küche stehen, nette Menschen empfangen, zuckersüsse Desserts essen und keine Konflikte austragen müssen.

Und so scheint die Chance gross, dass die neue royale Koch-Garten-Haushalt-Show trotz allem ein Erfolg wird. Daniel Martin hat der Besuch bei seiner Freundin auf jeden Fall Spass gemacht.

«Und wir haben zusammen etwas gelernt», ergänzt Meghan am Ende der ersten Folge mit einem Lächeln und beweist nochmals: Timing ist alles.

Aber das hatten wir ja schon (siehe oben).


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