Video entlarvt Falschaussage «Das ist Quatsch» – Lanz führt AfD-Frau von Storch vor

Sven Ziegler

16.1.2026

In der ZDF-Sendung «Markus Lanz» ist es zu einem offenen Schlagabtausch gekommen: Moderator Markus Lanz wies Vorwürfe von Beatrix von Storch scharf zurück. Die AfD-Politikerin hatte behauptet, Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther habe ein Medienverbot gefordert.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Beatrix von Storch warf Daniel Günther in der ZDF-Sendung «Markus Lanz» vor, ein Verbot des Portals «Nius» gefordert zu haben.
  • Moderator Markus Lanz widersprach deutlich und sprach von «Fake News».
  • Ein Videoausschnitt zeigte später: Die Aussagen Günthers wurden verkürzt und missverständlich verbreitet.

In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz ist eine Debatte um Meinungsfreiheit eskaliert. Auslöser war der Vorwurf von Beatrix von Storch, Daniel Günther habe sich für ein Verbot des Onlineportals «Nius» ausgesprochen.

Bei der Plattform handelt es sich um ein vor wenigen Jahren gegründetes Onlinemedium, es wird als rechtspopulistisch und rechtskonservativ im Stil von Fox News eingeordnet. 

«Wo haben Sie das gesehen?», fragte der Moderator Lanz bei der Politikerin von Storch mehrfach nach. Ob in der ZDF-Mediathek oder bei «Nius» selbst?

Von Storch konnte es nicht präzisieren, wies jedoch immer wieder darauf hin, dass Günther ein solches Verbot gefordert habe. Lanz unterbrach sie schliesslich: «Nein, das ist falsch. Das sind Fake News.»

Hintergrund ist ein früherer Auftritt von Daniel Günther in der Sendung von Markus Lanz, der aufgrund verschiedener Zusammenschnitte eine heftige Debatte ausgelöst hatte. In der Sendung sprach der CDU-Politiker über den Einfluss sozialer Medien auf die politische Debatte.

«Nius» schnitt Gespräch zusammen

Lanz fragte in dieser Sendung Günther, ob man manche Medien zensieren oder gar verbieten müsste. «Ja», antwortete dieser und konkretisierte kurze Zeit später: «Social Media darf bis-16-Jährigen nicht mehr zugänglich gemacht werden.»

In der Folge machte Daniel Günther deutlich, dass es ihm ausschliesslich um ein Social-Media-Verbot gehe, wie es beispielsweise in Australien bereits existiert. 

Die Redaktion von «Nius» schnitt das Gespräch später zusammen. Darin wirkte die Aussage ganz anders. Günthers Aussagen wurden hier so zurechtgeschnitten, dass der Eindruck entstand, er wolle «Nius» und andere rechte Medien zensieren und verbieten.

AfD-Politikerin Beatrix von Storch war bei «Markus Lanz» zu Gast.
AfD-Politikerin Beatrix von Storch war bei «Markus Lanz» zu Gast.
Bild: ZDF

Laut Daniel Günther selbst sei dies nie seine Absicht gewesen. In einem späteren Interview stellte er klar, er habe weder ein Verbot noch eine Zensur von Medienportalen verlangt.

In der aktuellen Talk-Sendung liess Moderator Markus Lanz schliesslich sowohl den Originalausschnitt als auch ein später verbreitetes Video von «Nius» zeigen. Dabei wurde deutlich, dass Aussagen Günthers verkürzt zusammengeschnitten wurden.

Beatrix von Storch räumte daraufhin ein, dass der Clip missverständlich gewesen sei – kritisierte jedoch weiterhin Günthers Umgang mit sogenannten «alternativen Medien».

Zum Abschluss schlug Markus Lanz einen grundsätzlichen Ton an: Die Meinungsfreiheit sei kein Instrument, das man je nach politischer Position unterschiedlich auslege. Genau damit habe er «ein grosses Problem».