Diddy nennt sie «Rufmord» Das musst du zur neuen Netflix-Doku über Sean «Diddy» Combs wissen

Noemi Hüsser

3.12.2025

Eine neue Netflix-Dokumentation beleuchtet die dunklen Seiten der Karriere von Musikmogul Sean ‹Diddy› Combs.
Eine neue Netflix-Dokumentation beleuchtet die dunklen Seiten der Karriere von Musikmogul Sean ‹Diddy› Combs.
Keystone/Photo by Richard Shotwell/Invision/AP

Sean «Diddy» Combs wurde Anfang Oktober in Zusammenhang mit Prostitution verurteilt. Nun liefert eine vierteilige Netflix-Dokumentation Hintergründe – produziert von Combs langjährigem Rivalen 50 Cent.

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Keystone-SDA, Noemi Hüsser

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  • Die Netflix-Doku «Sean Combs: The Reckoning» beleuchtet das Leben des Musikers und schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe, die zu seiner Verurteilung führten.
  • Combs-Erzfeind 50 Cent produzierte die Serie. Er ist langjähriger Kritiker von Combs.
  • Combs bezeichnet die Doku als «Rufmord» und wirft Netflix die unerlaubte Nutzung von Material vor – der Streamingdienst weist dies zurück.

Ab dieser Woche ist bei Netflix eine vierteilige Dokumentation über Sean «Diddy» Combs zu sehen. Auch der gefallene Hip-Hop-Star meldete sich kurz vor der Veröffentlichung selbst zu Wort.

Das musst du zur Doku wissen.

Um was geht es?

Die vierteilige Dokumentation «Sean Combs: The Reckoning» (deutsch etwa: «Die Abrechnung») soll die Geschichte von Sean «Diddy» Combs und seines Imperiums erzählen – sowie die Schattenwelt, die sich direkt darunter verbarg, heisst es in einer Mitteilung. Zu sehen ist eine Mischung aus Archivmaterial und Interviews mit ehemaligen Mitarbeitenden, mutmasslichen Opfern und Mitgliedern der Gerichtsjury.

Der Musiker wurde Anfang Oktober im Zusammenhang mit Prostitution zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zwei Monaten sowie einer Geldstrafe verurteilt. Eine Jury hatte ihn im Juli für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft hatte Combs vorgeworfen, über Jahre hinweg Frauen missbraucht, bedroht und genötigt zu haben, seine sexuellen Wünsche zu erfüllen. Combs hatte auf nicht schuldig plädiert.

Wer steckt dahinter?

Produziert hat die Doku-Serie Rapper 50 Cent, mit bürgerlichem Namen Curtis Jackson. Er ist sozusagen der «Erzfeind» von Combs und übt schon länger scharfe Kritik an ihm – seit bald zwei Jahrzehnten. 50 Cent beschuldigte Sean Combs 2006 in einem Diss-Track, etwas mit dem Mord an Notorious B.I.G. im Jahr 1997 zu tun gehabt zu haben. Seither haben die beiden sich immer wieder öffentlich gestritten.

Mit der Doku-Serie will 50 Cent nun die «verstörenden» Vorwürfe gegen seinen Kollegen beleuchten, teilte er zusammen mit Regisseurin Alexandria Stapleton im vergangenen Jahr mit.

Was sagen die Opfer?

In der Dokumentation äussern sich mehrere mutmassliche Opfer von Combs. Sie sagen, er habe sie unter Drogen gesetzt und sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt. Ausserdem soll Combs teilweise Videoaufnahmen davon gemacht haben, um diese später an Partys zu zeigen.

Nicht in der Doku zu sehen ist Cassandra «Cassie» Ventura, eine Ex-Freundin von Combs und wichtige Zeugin im Prozess. Sie sagte vor Gericht aus, dass Combs sie während ihrer Beziehung körperlich misshandelt, genötigt und erpresst habe, um sie zur Teilnahme an sexuellen Begegnungen zu zwingen. Vor Gericht wurde zudem ein Überwachungsvideo gezeigt, das dokumentiert, wie Combs sie schlägt. Für die Dokumentation wurde Ventura zwar angefragt, sie lehnte jedoch ab. Gründe für ihre Entscheidung sind nicht bekannt.

Was sagt Sean «Diddy» Combs?

Der verurteilte Combs erhebt laut Medienberichten schwere Vorwürfe gegen die Netflix-Dokumentation. «Die sogenannte ‹Dokumentation› von Netflix ist ein schändlicher Rufmord», hiess es in einem Statement, das der 56-Jährige über eine Sprecherin verbreiten liess und über das mehrere US-Medien berichteten.

Demnach habe der Streaminganbieter gestohlenes Material verwendet, dessen Veröffentlichung niemals genehmigt worden sei. Netflix sei bemüht, jede Minute aus seinem Leben zu skandalisieren – ohne Rücksicht auf die Wahrheit, hiess es weiter. Zudem habe Combs im Wissen von Netflix selbst Filmmaterial gesammelt, um seine Geschichte selbst zu erzählen.

Wie antwortet Netflix auf diese Kritik?

Netflix reagierte laut den Berichten mit einem Statement der Regisseurin Alexandria Stapleton: «Das Material ist an uns herangetragen worden, wir haben es legal erworben und besitzen die erforderlichen Rechte.»

Auch sei Combs mehrfach um ein Interview oder eine Stellungnahme gebeten worden – ohne Reaktion.


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