In der 19. Staffel der beliebten TV-Show «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» kochten gegeneinander an: Irène Meier, Karin Landolt, Corina Kohler, Milena Knutti, Lorena Röösli (hinten v.l.), Stefanie Hitz-Leuenberger, Rahel Margreth (vorne v.l.).
Irène Meier aus Alosen bei Oberägeri (ZG) begeisterte die Landfrauen mit ihrem fantasievollen Menü und der gemütlichen Atmosphäre im liebevoll dekorierten Wöschhüsli. Die gelernte Lehrerin überzeugte mit Kreativität, Liebe zum Detail und einer besonderen Portion Charme.
In ihrer Freizeit spielt Meier Alphorn und Schwyzerörgeli und ist in einem Alphorn-Trio dabei.
Die vierfache Mutter ist auf einem Hof in der Nähe aufgewachsen und packt auch an. Zudem ist sie vier halbe Tage die Woche Grundschullehrerin in Öberägeri ZG. Meier: «Ich liebe den Umgang mit den Kindern und das Kreative im Job.»
Ihre Koch-Ideen für die SRF-Sendung hat Meier in einem Heft festgehalten.
Auch, damit die Ideen nicht ständig in ihrem Kopf kreisen und ihr keine Ruhe lassen, hat Meier sie zu Papier gebracht – in Form von Zeichnungen. Denn die gelernte Lehrerin lernt visuell und liebt es, kreativ zu gestalten.
blue News hat die «Landfrauen»-Siegerin zu Hause auf dem Hof besucht und mit ihr und ihrer Familie Zmittag gegessen. Am Tisch sitzen Papi Pirmin, Kilian, Elena, Mutter Irène und Lara (v.l.n.r). Der älteste Sohn Patrick (17) fehlt, er absolviert eine Lehre zum Zimmermann und isst oft auswärts.
Landwirtin und Lehrerin Irène Meier kocht unter der Woche schnelle Rezepte für den Mittagstisch, zum Beispiel feine Älplermagronen mit Apfelmus, Salat und Gemüse.
Im Wöschhüsli der Familie bewirtete Irène Meier ihre Landfrauen-Kolleginnen aus der ganzen Schweiz. Das Häuschen wurde früher für den Waschtag benutzt, war aber auch Militärkantine und diente auch schon zum Schlachten, Fleischräuchern und Schnaps brennen.
Familie Meier hat den Raum in der mittleren Etage mit viel Liebe zum Dekor und Details zum herzigen Esszimmer umgestaltet.
Aus der Landfrauen-Stube im Wöschhüsli könnte auch ein kleines Beizenprojekt entstehen, wenn die Zeit es zulassen würde.
Alles wurde mit viel Liebe von Irène Meier dekoriert. Mit einigen antiken Objekten aus dem Hüsli.
«Landfrauenküche 2025»: Zu Besuch bei Siegerin Irène Meier aus Alosen ZG
In der 19. Staffel der beliebten TV-Show «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» kochten gegeneinander an: Irène Meier, Karin Landolt, Corina Kohler, Milena Knutti, Lorena Röösli (hinten v.l.), Stefanie Hitz-Leuenberger, Rahel Margreth (vorne v.l.).
Irène Meier aus Alosen bei Oberägeri (ZG) begeisterte die Landfrauen mit ihrem fantasievollen Menü und der gemütlichen Atmosphäre im liebevoll dekorierten Wöschhüsli. Die gelernte Lehrerin überzeugte mit Kreativität, Liebe zum Detail und einer besonderen Portion Charme.
In ihrer Freizeit spielt Meier Alphorn und Schwyzerörgeli und ist in einem Alphorn-Trio dabei.
Die vierfache Mutter ist auf einem Hof in der Nähe aufgewachsen und packt auch an. Zudem ist sie vier halbe Tage die Woche Grundschullehrerin in Öberägeri ZG. Meier: «Ich liebe den Umgang mit den Kindern und das Kreative im Job.»
Ihre Koch-Ideen für die SRF-Sendung hat Meier in einem Heft festgehalten.
Auch, damit die Ideen nicht ständig in ihrem Kopf kreisen und ihr keine Ruhe lassen, hat Meier sie zu Papier gebracht – in Form von Zeichnungen. Denn die gelernte Lehrerin lernt visuell und liebt es, kreativ zu gestalten.
blue News hat die «Landfrauen»-Siegerin zu Hause auf dem Hof besucht und mit ihr und ihrer Familie Zmittag gegessen. Am Tisch sitzen Papi Pirmin, Kilian, Elena, Mutter Irène und Lara (v.l.n.r). Der älteste Sohn Patrick (17) fehlt, er absolviert eine Lehre zum Zimmermann und isst oft auswärts.
Landwirtin und Lehrerin Irène Meier kocht unter der Woche schnelle Rezepte für den Mittagstisch, zum Beispiel feine Älplermagronen mit Apfelmus, Salat und Gemüse.
Im Wöschhüsli der Familie bewirtete Irène Meier ihre Landfrauen-Kolleginnen aus der ganzen Schweiz. Das Häuschen wurde früher für den Waschtag benutzt, war aber auch Militärkantine und diente auch schon zum Schlachten, Fleischräuchern und Schnaps brennen.
Familie Meier hat den Raum in der mittleren Etage mit viel Liebe zum Dekor und Details zum herzigen Esszimmer umgestaltet.
Aus der Landfrauen-Stube im Wöschhüsli könnte auch ein kleines Beizenprojekt entstehen, wenn die Zeit es zulassen würde.
Alles wurde mit viel Liebe von Irène Meier dekoriert. Mit einigen antiken Objekten aus dem Hüsli.
Irène Meier ist Mutter, Lehrerin, Bäuerin – und jetzt auch Siegerin der beliebten SRF-Serie «Landfrauenküche». Beim Zmittag mit blue News spricht sie offen über ihren Traum und ihr Leben ohne Landwirtschaftsromantik.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Irène Meier aus Alosen ZG gewann die SRF-Sendung «Landfrauenküche 2025» und nutzte die Teilnahme, um ein realistisches Bild des modernen Lebens auf einem Bauernhof zu zeigen.
- Neben der Arbeit auf dem Hof unterrichtet sie als Grundschullehrerin und meistert gemeinsam mit ihrer Familie und einer Betriebsgemeinschaft den herausfordernden Alltag.
- Trotz TV-Erfolg und Rezept-Anfragen bleibt ihr grosser Traum eine kleine Hofbeiz.
Noch köcheln Härdöpfel und Magronen im grossen Topf, da stapft Lara (15) in die Küche. Ein schneller Gruss, dann packt sie die Lernkarten auf den Tisch – am Nachmittag steht eine Voci-Französischprüfung an. Mutter Irène fragt zwischen Tischdecken und Fertigkochen ab.
Alltag auf dem Bauernhof der Familie Meier in Alosen bei Oberägeri ZG. An diesem Donnerstag gibt es Älplermagronen mit Apfelmus und Salat.
Unter der Woche kocht die vierfache Mutter unkompliziert und schnell – weit weg von jenem raffinierten Menü, mit dem Irène Meier bei der SRF-Sendung «Landfrauenküche» auftrumpfte und sich den Sieg der Staffel 2025 holte.
Plötzlich Gesprächsthema im ganzen Dorf
Das TV-Abenteuer «Landfrauenküche» ist Thema Nummer eins am grossen Familientisch. Auch in der Schule von Elena (13) und Kilian (11) sorgt die Teilnahme für Gesprächsstoff – im ganzen Dorf.
«Mich hat es gereizt zu sehen, wie eine TV-Produktion hinter den Kulissen funktioniert. Das Zugerland kam noch nicht oft vor, und ich wollte Einblick in unseren Hof geben», sagt Irène Meier.
Ehemann Pirmin war von der Idee zunächst weniger begeistert. Doch als das Projekt einmal gestartet war, packte es auch ihn.
Kreativ im Klassenzimmer – bodenständig auf dem Hof
Irène Meiers Alltag spielt sich zwischen ihrem 60-Prozent-Job als Grundschullehrerin in Oberägeri, dem Hof und der Familie ab. Gemeinsam mit einer Kollegin unterrichtet sie eine altersdurchmischte Grundstufe: Erstklässler, grosse und kleine Kindergärtner lernen gemeinsam. «Wir haben sieben Erstklässler, neun obligatorische und sechs freiwillige Kindergartenkinder», sagt Meier.
Die Arbeit mit den Kindern liebt sie – hier kann sie ihre kreative Ader ausleben.
Harte Phasen und wenig Schlaf
Noch vor sechs Jahren wäre dieser Spagat kaum möglich gewesen: Die Kinder waren zu klein, der Schlafmangel zu gross. «Es gab sehr harte Momente, ich bin auch an meine Grenzen gestossen», sagt Meier.
Das habe sie auch zur Teilnahme an der TV-Sendung bewogen. «Ich wollte zeigen, dass sich das Landfrauenleben verändert hat. Das Bild der Landfrau, wie es in manchen Köpfen noch existiert, entspricht oft nicht mehr der Realität», so Meier.
Nicht jede Bäuerin besitze einen grossen Garten und sei rund um die Uhr für Hof und Haushalt zuständig. Meier weiter: «Viele Landfrauen haben einen erlernten Beruf und arbeiten Teilzeit ausserhalb des Hofs. So tragen sie zum Einkommen des Betriebs und Haushaltsbudget bei. Am Ende des Tages müssen die Zahlen stimmen, fernab von Landwirtschaftsromantik.»
Für sie stehe im Zentrum, dass es nicht den einen richtigen Weg gebe, sondern Lösungen, die zu den jeweiligen Familien und Betrieben passen.
Ein ungeschönter Blick hinter die Kulissen
Gerade deshalb findet Meier es wichtig, dass die aktuelle Staffel den Alltag einer Bauernfamilie ungeschönt zeigt: Überbelastung, Druck – und wenig romantische Realität. Sichtbar etwa am Beispiel von Rahel Margreth aus Langwies im Bündner Bergtal Schanfigg:
Die 34-jährige vierfache Mutter führt mit ihrem Mann einen Biobauernhof und übernimmt neben der Arbeit im Betrieb einen Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit.
Der permanente Mental Load aus Organisation, Planung und emotionaler Verantwortung brachte sie vor einem Jahr an ihre Grenzen. Rückblickend sagt sie, sie habe über Jahre «Raubbau an ihrem Körper und ihrer Seele» betrieben.
Gemeinsam statt allein
Auch der Betrieb der Meiers ist alles andere als gewöhnlich.
Seit zwölf Jahren führen Irène und Pirmin Meier ihren Hof gemeinsam mit einer Nachbarsfamilie. Die Betriebsgemeinschaft ermöglicht eine sinnvollere Aufteilung von Arbeit und Kosten – und in der Regel jedes zweite Wochenende frei, sofern nicht gerade Heuen oder Ernten ansteht. Auch organisatorisch zahlt sich die Zusammenarbeit aus: Sandra Hugener, die Partnerin des anderen Betriebsleiters, übernimmt als gelernte Buchhalterin viele administrative Aufgaben.
Letztes Jahr reiste die Familie erstmals etwas weiter weg in die Ferien. Zuerst nach Paris – die Traumstadt von Tochter Lara – dann weiter nach Irland. «Beim Fliegen war mir mulmig, ich war zuvor noch nie im Flugzeug», erinnert sich die Zuger Landfrau. Am Flughafen Charles de Gaulle haben sie fast ihren Abflug verpasst. «Der Flughafen ist riesig, unglaublich!», sagt Irène Meier und muss darüber lachen, wie naiv sie an die ganze Reise rangegangen ist.
Landwirtschaft liegt im Blut
Aufgewachsen ist Irène Meier auf einem Milchbetrieb beim Rothenthurmer Hochmoor. Die harte Handarbeit prägte ihre Kindheit. Ihr Vater, kein Bauer aus Leidenschaft, führte den Hof trotz gesundheitlicher Probleme mit grossem Durchhaltewillen.
Da keines der fünf Geschwister von Irène den elterlichen Betrieb übernehmen wollte, wird heute nur noch das Land des ehemaligen Hofs ihres Vaters bewirtschaftet. Im Sommer halten sie dort Rinder. Den eigentlichen Betrieb pachteten Irène und Pirmin Meier später von der Korporation Oberägeri.
Der Betrieb umfasst rund 54 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche mit 55 Milchkühen sowie gleich viel Jungvieh und Aufzuchtkälbern. Rund 20 Mastkälber werden auf dem Hof mit Vollmilch ausgemästet. Zudem halten die Familien Meier und Hugener 280 Legehennen. Die Eier verkaufen sie im Hofladen und im Direktvertrieb, unter anderem an regionale Restaurants.
Bei «Landfrauen» fürs Erlebnis mitgemacht
Meier gibt offen zu, dass sie sich selbst grossen Druck machte. Gewinnen stand für sie jedoch nie an erster Stelle. «Wir wollten alles geben und am Abend mit unserer Leistung zufrieden sein. Alles Weitere lag nicht mehr in unseren Händen. Auch eine schlechtere Platzierung wäre kein Weltuntergang gewesen. Ich hatte Freude an der Idee, kam so richtig in Flow und wollte sie so gut wie möglich umsetzen.»
Für ihr Menü wollte die Zugerin mehr als einfach gut kochen – sie wollte ein Erlebnis schaffen. Als Schauplatz wählte sie die auf einer Weide gelegene «Wöschhütte» ihres Hofs. «Ich habe ein Menü mit einem roten Faden entwickelt und diesen konsequent durch alle Gänge gezogen», sagt Meier. Die Grundprodukte stammten grösstenteils vom eigenen Hof, die Gerichte waren eine Mischung aus bewährten Rezepten und Eigenkreationen. Am Drehtag erhielt sie Unterstützung von ihrem Bruder Erwin Blattmann. «Er ist nicht nur mein Bruder, sondern auch ein guter Freund.»
Rezepte sind gefragt – konfrontiert mit Kritik
Seit der Ausstrahlung wird Meier häufig auf ihre Rezepte angesprochen – besonders auf das Dessert-Wöschchörbli. Auch zur Vorspeise gab es bereits Feedback. «Ich staunte nicht schlecht, dass bereits wenige Tage nach meiner Sendung erste Rückmeldungen zu meiner Suppe kamen. Umso mehr freute es mich, dass sie auch geschmeckt hat.»
Weniger leicht fällt ihr der Umgang mit kritischen Kommentaren auf Social Media. «Hate-Kommentare gehen mir manchmal schon nahe», sagt sie offen.
Der Traum einer kleinen Beiz
Ihr grosser Traum: Aus dem ehemaligen Landfrauen-Wäschehäuschen auf dem Hof eine Art Besenbeiz zu machen, in der sie ein paar Mal pro Jahr Gäste bekocht. Auch Pirmin wäre mit dabei. Doch vorerst bleibt es bei der Idee – es fehlt an Zeit und Energie, das Projekt umzusetzen.
Am grossen Tisch ist inzwischen alles aufgegessen, alle satt. Kilian greift noch kurz zum Handörgeli und übt ein paar Takte. Dann geht es weiter: Die Kinder machen sich auf den Weg zur Schule, Pirmin zurück auf den Hof.
Irène Meier schnappt sich die Einkaufsliste. Am Wochenende gibt’s einen Familienbrunch auf dem Hof. Zaubert Irène Meier ihr berühmtes Wöschchörbli-Dessert dazu? Das bleibt ihr Geheimnis.
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