Sehnsucht nach der EhefrauDer verbannte spanische Ex-König bricht sein Schweigen
Bruno Bötschi
7.11.2025
Da war die Welt im spanischen Königshaus noch in Ordnung: Damaliger König Juan Carlos spricht auf der Gedenkfeier zum Dreikönigstag 2010 – hinter ihm stehen (von links nach rechts) die damalige Prinzessin Letizia, der damalige Kronprinz Felipe und die damalige Königin Sofía.
Bild:Manuel H. De Leon/efe/epa/dpa
Seit seiner Flucht ins Exil lebt der spanische Ex-König Juan Carlos zurückgezogen in Abu Dhabi – ohne Besuche von seiner Frau Sofía. Jetzt schreibt der verbannte König in seiner Biografie über seine Einsamkeit.
Er dachte, er würde nur ein paar Wochen bleiben. Jetzt lebt Juan Carlos schon seit fünf Jahren in Abu Dhabi.
Nun gewährt der ehemalige König von Spanien in seiner Biografie «Réconciliation» («Versöhnung») Einblicke in die Beziehung zu seiner Ehefrau, Altkönigin Sofía.
Das ehemalige Königspaar lebt seit fünf Jahren, aufgrund des Exils des 87-Jährigen, räumlich getrennt voneinander.
Seit August 2020 lebt der ehemalige spanische König Juan Carlos im Exil in Abu Dhabi.
Während sich der heute 87-Jährige nach diversen Fehltritten aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste, ist Ehefrau Königin Sofía, die nach wie vor in Spanien lebt, bis heute im Namen der Krone unterwegs.
Zwischen dem ehemaligen Königspaar liegen Tausende von Kilometer: Entfremdung und sonstige Beziehungsprobleme sind allerdings kaum Themen, über die ein aktiver König und auch ehemalige Monarchen bisher je öffentlich gesprochen haben.
Nicht so Juan Carlos.
Er bricht jetzt sein Schweigen – in der Biografie «Réconciliation» («Versöhnung»). Das Buch hat er zusammen mit der französischen Schriftstellerin Laurence Debray geschrieben.
Laut der französischen Zeitung «Le Monde» schmerzt Juan Carlos die grosse Distanz zu seiner Frau Gemahlin ganz besonders. «Nichts wird jemals meine tiefen Gefühle für meine Frau Sofía, meine Königin, beeinträchtigen, nicht einmal einige Fehltritte», offenbart der Ex-König im Buch.
Was Juan Carlos jedoch am allermeisten schmerzt ist, dass Sofía ihn in all den Jahren nicht ein einziges Mal in Abu Dhabi besucht haben soll.
Juan Carlos und Sofía telefonieren regelmässig
Juan Carlos behauptet in seiner Biografie, den Grund für das Ausbleiben der Besuche seiner Frau zu kennen: Schuld daran sei der gemeinsame Sohn Felipe, der heutige König von Spanien.
«Ich vermute, dass sie ihren Sohn, zu dem sie immer eine sehr enge Beziehung hatte, nicht verärgern will», orakelt Juan Carlos.
Trotzdem tausche er sich bis heute mit Sofía aus. Man würde regelmässig telefoniere zusammen, schreibt der Ex-Monarch.
Nach wie vor Spannungen in der Vater-Sohn-Beziehung
Ein Besuch von Sofía in Abu Dhabi gilt in royalen Kreisen jedoch als unwahrscheinlich. Dafür ist der Kontakt zu ihrem Sohn nach wie vor zu eng.
Umso mehr sich die 87-jährige Ex-Königin nach wie vor regelmässig an der Seite ihres Sohnes bei öffentlichen Anlässen zeigt. Derweil das Verhältnis zwischen Juan Carlos und Felipe, laut royalen Insidern, nach wie vor als kompliziert und angespannt gilt.
Der heutige König von Spanien hatte sich nach den diversen väterlichen Skandalen vom früheren Monarchen deutlich distanziert.
Um weiteren Imageschaden vom Königshaus und der Königsfamilie abzuwenden, entschied sich Juan Carlos in der Folge für ein Leben im Ausland – und verliess im Sommer 2020 heimlich das Land, dessen Monarch er von 1975 bis 2014 war.
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