Königshäuser in der KriseDie 5 grössten royalen Skandale der letzten Jahre
Carlotta Henggeler
14.2.2026
Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen mit ihrem Sohn Marius Borg Høiby (l.), Spaniens Altkönig Juan Carlos I. und Prinz Andrew (r.) – mehrere Monarchien sehen sich seit Jahren mit Justizaffären konfrontiert.
Keystone/Imago/Bildmontage Chatgpt
Die Meldung geht um die Welt: Ex-Prinz Andrew wird an seinem 66. Geburtstag verhaftet. Gleichzeitig muss sich der Sohn der norwegischen Kronprinzessin seit Wochen vor Gericht erklären. Europas Monarchien kämpfen seit Jahren mit Justizaffären – fünf Fälle im Überblick.
Der britische Ex-Prinz Andrew wurde am Donnerstag, 19. Februar 2026, verhaftet. Dies wegen «Verdacht auf Amtsmissbrauch». Er steht seit Jahren in der Kritik, vor allem wegen Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Neue Enthüllungen im Epstein-Skandal haben mehrere europäische Königshäuser belastet, darunter Grossbritannien, Norwegen und Schweden, und rücken frühere Kontakte hochrangiger Royals erneut ins öffentliche Interesse.
In Norwegen steht Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, wegen 38 Anklagepunkten vor Gericht, was das ohnehin angeschlagene Königshaus stark unter Druck setzt.
Weitere Skandale in Europas Monarchien haben das Vertrauen in die Königshäuser in den vergangenen Jahren massiv erschüttert. Ein Überblick über einige der grössten Affären.
Im Fokus des Skandal-Epizentrums sind die Namen mehrerer Royals zu lesen – von Prinz Andrew über skandinavische Monarchen. So trifft es neben dem gerade arg gebeutelten norwegischen Köngishaus und das schwedische.
Die neuesten E-Mails aus den Epstein-Akten legen nahe, dass der britische Ex-Prinz Andrew vertrauliche Regierungsdokumente an Jeffrey Epstein weitergab und entgegen früherer Aussagen weiterhin Kontakt zu ihm hatte, obwohl Epstein zu diesem Zeitpunkt bereits wegen eines Sexualdelikts verurteilt war. Die Unterlagen betreffen offizielle Reisen und Investitionsanalysen aus Andrews Zeit als Handelsbeauftragter.
Ob Andrew aufgrund dieser Akten nun verhaftet wurde, ist derzeit nicht bestätigt. Die Polizei liess verlauten, dass er wegen «Verdachts auf Amtsmissbrauchs» festgenommen wurde.
Auch Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit geriet ins Zentrum der Epstein-Kontroverse. Laut den neu veröffentlichten Dokumenten pflegte die 52-jährige Kronprinzessin über mehrere Jahre privaten Kontakt mit Epstein – auch noch nach seiner Verurteilung 2008. Ihr Name taucht hunderte Male in den Akten auf.
Die Unterlagen zeigen, dass Mette-Marit regelmässig via E-Mail mit Epstein kommunizierte und ihn mehrfach traf – unter anderem in seinem Haus in Palm Beach, obwohl Epstein bereits wegen schwerer Sexualdelikte verurteilt war.
In einer schriftlichen Stellungnahme bat Mette-Marit öffentlich um Entschuldigung für diese Verbindung, distanzierte sich von Epsteins Verbrechen und erklärte, Teile ihres Austauschs entsprächen nicht der Person, die sie heute sei. Sie bedauere, nicht früher erkannt zu haben, «was für ein Mensch er war».
Ebenfalls involviert ist laut den Akten Prinzessin Sofia von Schweden. Der Königshof bestätigt, dass sie Jeffrey Epstein in ihren 20ern vereinzelt bei gesellschaftlichen Anlässen begegnet ist – unter anderem bei einem Restaurantbesuch und einer Filmvorführung.
Die Treffen fanden statt, bevor Sofia Teil der königlichen Familie wurde. Laut Hof habe es keine enge Beziehung und keinen weiteren Kontakt gegeben. Zudem habe sie weder finanzielle noch sonstige Unterstützung von Epstein erhalten.
38 Anklagepunkte in Oslo 🇳🇴
In Oslo läuft derzeit ein Monster-Strafprozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung.
Der 27-Jährige ist in insgesamt 38 Punkten angeklagt – darunter Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstösse gegen Besuchsverbote. Die ersten Vorwürfe wurden 2024 öffentlich.
Der Prozess findet am Bezirksgericht Oslo statt. Statt der ursprünglich geplanten 24 sind nun 28 Verhandlungstage angesetzt. Der letzte Prozesstag ist für den 13. März vorgesehen, die Urteilsverkündung wird am 19. März erwartet. Ein grosser Teil des Verfahrens läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Während eines Verhandlungstages kam es zudem zu einem Zwischenfall: Høiby brach im Gerichtssaal zusammen und musste ärztlich betreut werden.
Der Sohn der Kronprinzessin gehört zwar zur Königsfamilie, trägt jedoch keinen Prinzentitel und übernimmt keine offiziellen Aufgaben. Dennoch ist der Fall eine massive Belastung für das norwegische Königshaus.
Besonders schwierig ist die Situation für Mette-Marit: Sie leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung, ihr Gesundheitszustand gilt als angeschlagen – Berichten zufolge wartet sie auf eine neue Lunge.
Der Prozess gegen ihren Sohn trifft die Kronprinzessin und den Kronprinzen Haakon damit in einer ohnehin schwierigen Zeit.
Millionen über Genf: Der Fall Juan Carlos 🇪🇸🇨🇭
Emotional und gesundheitlich schwer angeschlagen dankte Juan Carlos 2014 ab. Nach mehreren Skandalen lebt er im Exil. (Archivfoto)
Raúl Terrel/EUROPA PRESS/dpa
Die Finanzskandale von Spaniens Ex-König Juan Carlos I. – von 1975 bis 2014 im Amt – füllen ganze Bücher. Sie drehen sich geht um Steuerhinterziehung, Korruption und Affären.
Doch bisher wurde er nicht strafrechtlich verurteilt. Die spanische Staatsanwaltschaft stellte im März 2022 alle Ermittlungen wegen mutmasslicher Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung ein. Gründe waren Verjährung, seine Immunität während der Regentschaft sowie mangelnde Beweise.
Auch in der Schweiz wurde gegen ihn ermittelt: Die Bundesanwaltschaft prüfte eine Millionen-Zahlung aus Saudi-Arabien – rund 100 Millionen US-Dollar, die 2008 auf ein Genfer Konto einer Stiftung mit Bezug zu Juan Carlos flossen. Im Zentrum stand der Verdacht auf mögliche Geldwäsche im Zusammenhang mit einem saudischen Bahnprojekt. 2021 wurde das Verfahren mangels Beweisen eingestellt.
Trotz der juristischen Entlastung bleibt der Imageschaden erheblich. Im August 2020 verliess Juan Carlos Spanien und zog nach Abu Dhabi, nachdem Ermittlungen zu mutmasslich nicht deklarierten Auslandskonten, millionenschweren Geldflüssen – unter anderem aus Saudi-Arabien – sowie luxuriösen Geschenken publik geworden waren und die spanische Monarchie in eine schwere Vertrauenskrise stürzten.
Zivilrechtliche Vorwürfe – unter anderem von Corinna zu Sayn-Wittgenstein – sorgten ebenfalls für Schlagzeilen. Die deutsch-dänische Unternehmerin und frühere enge Vertraute von Juan Carlos, mit der ihn über Jahre eine Beziehung verbunden haben soll, warf dem Ex-König vor, sie nach der Trennung überwacht und unter Druck gesetzt zu haben. Juan Carlos wies die Anschuldigungen zurück und berief sich auf seine Immunität als ehemaliges Staatsoberhaupt. Eine entsprechende Klage in London wurde schliesslich abgewiesen – nicht inhaltlich, sondern aus juristischen Gründen.
Die spanische Infantin Cristina, Schwester von König Felipe VI., und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin bei einem Spaziergang im Dezember 2019. Urdangarin wurde 2018 im Korruptionsskandal «Caso Nóos» zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Januar 2022 gab das Paar nach Fotos mit einer anderen Frau die Trennung bekannt.
KEYSTONE
Ein weiterer Korruptionsfall erschütterte die spanischen Königsmauern: Der frühere Handball-Star und Schwiegersohn von Juan Carlos, Iñaki Urdangarin, wurde 2018 im sogenannten «Nóos-Skandal» wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder, Betrugs und Steuerdelikten verurteilt.
Urdangarin soll über eine Stiftung Millionen aus öffentlichen Aufträgen abgezweigt haben. Er erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten und trat diese im selben Jahr an. 2022 wurde er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und in den offenen Vollzug versetzt.
Das manipulierte Diana-Interview 🇬🇧
1995 gab Prinzessin Diana ein weltberühmtes BBC-Interview, das bis heute nachwirkt. Darin sprach sie offen über die zerrüttete Ehe mit Prinz Charles, die Untreue ihres Mannes, ihre eigene Affäre, ihre Depressionen und Essstörungen – damals ein Novum für ein Mitglied des britischen Königshauses vor laufender Kamera.
Mehr als 200 Millionen Menschen weltweit verfolgten das Gespräch, das als einer der grössten Skandale in der Geschichte der Royal Family gilt. Die berühmte Aussage «Wir waren zu dritt in dieser Ehe» wurde zum sprichwörtlichen Symbol der Krise im Palast.
Später wurde bekannt, dass BBC-Journalist Martin Bashir das Interview mit Prinzessin Diana durch Täuschung erhielt. Er liess gefälschte Kontoauszüge erstellen, die angeblich zeigten, dass Personen aus ihrem Umfeld vom Geheimdienst bezahlt wurden, um sie auszuspionieren. So schürte er gezielt ihr Misstrauen.
Ein Untersuchungsbericht kam 2021 zum Schluss, dass Bashir betrügerisch handelte und die BBC das Vorgehen damals nicht richtig aufklärte. Dafür entschuldigte sich die BBC offiziell.
Fürst Albert und die Vaterschaftsaffären 🇲🇨
Fürst Albert II. von Monaco erscheint mit seiner Braut, Fürstin Charlène von Monaco, im Palast von Monaco nach der standesamtlichen Trauung am 1. Juli 2011. (Archivbild)
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Monacos Fürst Albert II. musste sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Schlagzeilen rund um uneheliche Kinder auseinandersetzen. Bis heute hat er zwei Kinder offiziell anerkannt, die nicht aus seiner Ehe mit Fürstin Charlène stammen, die beiden sind seit 2011 verheiratet.
So bestätigte Albert 2006 die Vaterschaft von Jazmin Grace Grimaldi (geboren 1992), Tochter einer US-Amerikanerin. Kurz darauf wurde auch die Vaterschaft von Alexandre Grimaldi-Coste (Jahrgang 2003) anerkannt, dessen Mutter eine ehemalige Flugbegleiterin aus Togo ist. Beide Fälle wurden mittels DNA-Tests geklärt.
Obwohl Jazmin und Alexandre den Namen Grimaldi tragen, sind sie nicht in der Thronfolge, da nach monegassischem Recht nur eheliche Nachkommen erbberechtigt sind. Die offiziellen Zwillinge Gabriella und Jacques, die 2014 aus Alberts Ehe mit Charlène hervorgingen, stehen daher in der Thronfolge.
Neben den anerkannten Kindern sorgten auch weitere angebliche Vaterschaftsforderungen für mediale Aufmerksamkeit. Juristisch wurden diese jedoch nicht bestätigt.
Die Enthüllungen über Alberts Privatleben erschütterten das Fürstentum immer wieder spürbar. Während Berichte über uneheliche Kinder international für Aufsehen sorgten, kämpfte Fürstin Charlène mit schweren gesundheitlichen Problemen und zog sich über Monate aus der Öffentlichkeit zurück. Fürst Albert sprach in mehreren Interviews über die schweren Zeiten des Paares.
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